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Reiselustig? Göteborg punktet auf allen Linien. Hin da!

Göteborg
© dudlajzov / Adobe Stock
Ein Trip nach Göteborg ist aus vielen Gründen sinnvoll. Einer davon: Schwedens Nummer zwei wird schon seit Jahren und immer wieder als besonders nachhaltig ausgezeichnet. Sehr gut!

Was zum Teufel soll ich da?

Entdecken, wie Göteborg einen Mix aus Lebensfreude und konsequentem Umweltbewusstsein hinbekommt, ohne dabei auch nur im Ansatz übereifrig oder gar verbissen zu wirken. Ein paar Beispiele: 95 Prozent aller Hotels sind ökozertifiziert, 97 Prozent des öffentlichen Nahverkehrs laufen über erneuerbare Energien, wobei Fahrräder die wohl noch beliebteren Fortbewegungsmittel sind – für die dann auch erstaunliche 11.500 kostenlose Parkplätze geschaffen wurden … Klingeling!

Lieblingsort: Die Insel Vrångö

So steinig, so schön – Vrångö
So steinig, so schön – Vrångö
© Tredius / Getty Images

Knapp 400 Leute leben auf der – je nach Route – 25 bis 45 Minuten Fährfahrt entfernten Badeinsel, sechs davon sind Fischer:innen. Und deshalb ist Vrångö auch kulinarisch ein Hit. Unsere Empfehlung: das "Local seafood dinner" an der Fiskeboa. Einfach gut! Ach, man möchte gar nicht gehen. Muss man aber auch nicht – stattdessen lieber die Nacht im charmanten Mini-Hotel Kajkanten verbringen.
Kleiner Tipp: Badeanzug für die "Schwimmende Sauna" mitbringen!

Wo wird’s international?

Im doppelten Sinne im botanischen Garten. Denn hier treffen Einheimische und Besucher:innen aus aller Welt auf Pflanzen aus aller Welt. In der 1923 eingeweihten beeindruckenden Anlage im Stadtteil Änggården sieht man einen Steingarten mit Gewächsen aus ganz Europa, ein Japan-Tal, ein Orchideen-Haus, Gemüsegärten, eine wissenschaftliche Gehölzsammlung und ein Reststück schwedischen Urwalds …

Botanischer Garten Göteborg
Die Schmucklilie – ursprünglich eine Besucherin aus dem südlichen Afrika
© Rolf / Adobe Stock


Vom 1. März bis 30. September sind Hunde hier nicht erlaubt.

Was hier auch noch nachhaltig ist …

Kuggen
Arbeitsplatz oder Kunstprojekt: das „Kuggen“ ist irgendwie beides.
© PR

Kuggen – Spektakuläre, nachhaltige Architektur: Das 2011 fertiggestellte Bürogebäude sorgt mit seinen übereinanderragenden Geschossen für die eigene Verschattung und ist obenrum mit Solarzellen bestückt, die dem Stand der Sonne folgen. Das Erdgeschoss ist öffentlich zugänglich.

Nudie Jeans Repair Shop – Filialen des hippen Hosenladens, der einen Jeans-Reparierservice anbietet, gibt es nicht nur in Göteborg. Aber wer hat’s erfunden? Die Schwedin Maria Erixon! Im Jahre 2001 – genau hier. nudiejeans.com

Vilda – Skandinavische Küche, die ausschließlich auf regionale und vor allem: wilde Produkte setzt und zudem darauf achtet, dass die sieben Gerichte auf der Tageskarte immer der Jahreszeit entsprechend angepasst werden. Nur Mittwoch bis Sonntag geöffnet, immer ab 17 Uhr. vildarestaurant.com

Auskennerin: Christiane Edberg

Sie führt mit Cum Pane eine der besten – klar! – Ökobäckereien der Stadt. Ihr Tipp: "Streift durch die Nachbarschaft von Haga, einem der ältesten Viertel Göteborgs. Die schönen Holzhäuser sind zauberhaft, die vielen kleinen Geschäfte richtige Schatztruhen. Und der Vibe: sehr entspannt!"

Wo isst das Auge mit?

Jede Metropole, die was auf sich hält, hat ja eine Markthalle, die nicht nur kulinarische Spezialitäten im Angebot hat, sondern auch eine außergewöhnliche Architektur. Die Saluhallen wurde 1889 eingeweiht. Für Genießer:innen erweisen sich die rund 40 Läden darin als echtes Problem: Welche Delikatessen probieren – und an welchen Ständen nur gucken? Seufz.
Im ersten Stock befindet sich das Restaurant Kajutan – mit dem besten Seafood der Stadt.

Will man da im Winter hin?

Klar, es wird dunkel. Und kalt. Ist halt Skandinavien. In Göteborg aber arbeitet man gegen die Winterdepression an: Die gesamte Innenstadt wird illuminiert – und der:die Schwed:in gehört nicht zu den Zeitgenoss:innen, der:die Kunst und Design mit Kitsch verwechseln.
Auch der Vergnügungspark Liseberg – betrieben mit Windenergie – öffnet rund um Weihnachten seine Pforten.

Ist Schären-Hopping zu empfehlen?

Auf jeden Fall! Man kann zum Beispiel diese drei idyllischen Inseln im südlichen Schärengarten Göteborgs besuchen: Styrsö, Donsö und Vrångö. Dafür geht man am Fährterminal Salthomen an Bord und wird durch die malerische Gegend geschippert. Aussteigen und späteres Zusteigen ist möglich, das kriegt man gut als Tagesausflug hin. Routen, Infos unter: vastsverige.com.
Wer selbst aktiv werden will: Point 65 Sweden, einer der führenden Outdooranbieter für Kajaks, verleiht komplette Ausrüstungen an vier Orten in der Stadt unkompliziert per App.

Was gibt’s Neues?

Einen Park, was sonst. Erst im Jahr 2021, zum 400. Stadtgeburtstag nämlich, leistete sich Göteborg einen neuen öffentlichen Park, der Einfachheit halber Jubileumsparken genannt. Und natürlich bleibt man auch dort auf der Ökospur: Im Urban Garden darf man Obst und Gemüse anbauen, und die Umkleiden der auf Stelzen posierenden Sauna wurden aus 12 000 recycelten Flaschen hergestellt. Alles wie immer also in Göteborg – alles gut!
Die Sauna wird zurzeit zur permanenten Einrichtung umgebaut.

Jubileumsparken
Sieht schrott aus, ist aber ein Jungbrunnen: die Sauna im Jubileumsparken
© Marie Ullnert / PR

Auch mal ins Museum?

In letzter Zeit hat man ja öfter das Gefühl, dass das Auto an sich reif ist fürs Museum, also haben wir einen Blick in die Geschichte des schwedischen Exportschlagers Volvo geworfen. Das Museum ist keine Megashow, sondern eine charmante und nahbare Ausstellung in einem Industriegebiet – und hat auch montags geöffnet: volvomuseum.com
Bitte auch eines der größten Kunstmuseen des Landes besuchen, wo alte Meister:innen auf Zeitgenössisches treffen: Göteborgs konstmuseum.

Wo sind denn nun die Elche?

Frau auf Steg sitzend
Schöner Warten im Slottsskogen
© PR

Na, hier: im Stadtpark Slottsskogen. Den könnte man als die pubertierende, grünhaarige Schwester des deutlich seriöseren botanischen Gartens beschreiben. Hier trifft sich ganz Göteborg, picknickt, treibt Sport – und bestaunt eben auch Elche im zugehörigen Tierpark.
Seit 2007 kommt hier im August die internationale und schwedische Musikszene zum dreitägigen "Way Out West"-Festival zusammen.

Wo trifft sich die Szene?

Als feierlicher Ort gilt die Andra Långgatan, einst eine zwielichtige Ecke, heute Sammelplatz für alternative Bars, Restaurants, Plattenläden. Noch hält sich die Gentrifizierung zurück. Also hin da, bevor das erste Starbucks auftaucht.
Einmal im Jahr wird hier ein Straßenfest zelebriert – allerdings nicht beworben. Man muss sich also ein bisschen umhören …

Wie kommt man runter?

Mit der schwedischen Kaffeepause, über deren Namen Fika zu gern gewitzelt wird. Lassen wir jetzt und empfehlen stattdessen – etwas außerhalb, aber wunderschön – Kaffehus & Krog am Schloss Gunnebo. Zwischen 11 und 16 Uhr. gunneboslott.se

Weitere Infos zu Göteborg

Wo liegt das überhaupt?

Göteborg ist die zweitgrößte Stadt Schwedens, an der Westküste des Landes gelegen, hat knapp über 600 000 Einwohner:innen und führt seit mehreren Jahren den "Global Destination Sustainability Index" an.

Anreise

Flugzeug, Fähre, Bahn, Pkw – alles ist möglich, aber es kommt natürlich auf das jeweilige Zeitkontingent an. Hamburg und Göteborg sind 640 Autokilometer voneinander entfernt.

Unterkünfte

HÔtel Eggers Nostalgisches Boutique-Hotel in zentraler Lage, gleich am Bahnhof. Eingerichtet mit alten Möbeln, schweren Vorhängen, Samtpolstern und Seidentapeten. DZ ab 105 Euro. hoteleggers.se

Radisson Blu Scandinavian Hotel Weitläufiger Hotel-Tanker, der trotz seiner Ausmaße das Gefühl von Stil und einer gewissen Eleganz ausstrahlt – ebenfalls in Bahnhofsnähe. DZ ab 210 Euro. radisson.com

Hotel Pigalle Dem Hotelnamen entsprechend nennen wir es mal: Pariser Puff-Interior. Allerdings die nobel-verspielte Variante. Jedenfalls: das Gegenteil von pur. Inklusive sehr netter Bar. DZ ab 90 Euro. hotelpigalle.se

Barbara

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