Plitsch Platsch – Die schönsten Freibad-Dramen

Im Freibad erlebt man ja die dollsten Sachen. Wir haben uns mal umgehört und die schönsten Freibaddramen für euch aufgeschrieben.

von BARBARA Redaktion

Kaum ist es heiß in Deutschland, suchen wir Möglichkeiten ins kühle Nass zu springen. Wer kein natürliches Gewässer in der Nähe hat, oder unter Aufsicht planschen will bzw. nach etwas Rutschspaß sucht, geht ins Freibad. Hat man sich endlich aufgerafft und alle sieben Sachen zusammen – die Tasche ist so voll, als verreise man ein ganzes Wochenende – kommt erstmal die Schlange am Eingang. Warten. Ätzend. Die Sonne wandert und die Schatten werden schon länger. Ist man endlich durchs Drehkreuz, muss erstmal ein freies Plätzchen gefunden werden. Nicht zu sehr auf dem Präsentierteller, aber auch nicht zu weit weg. Sonne wäre schön, etwas Schatten aber auch. Die Toiletten sollten auch nicht so weit weg sein. Umkleiden? Brauchen wir nicht – geht so. Ja klar, dann beginnt der Kampf mit Handtuch, Hose, Po und dem eigenen Schamgefühl. OK, fertig. Irgendwer hat erstmal Hunger und wieder anstehen, warten. Bitte keinen Bienenstich jetzt. Schwimmen? Ne, zu vollgefressen von Pommes und Eis. Irgendwann schafft man es ins Wasser – dieses Gemisch aus Pipi, Sonnenmilch, Schweiß und anderen undefinierbaren Dingen. Klasse. Klingt nach jeder Menge Spaß. Übertrieben?

Freibad-Dramen mitten aus dem Leben

"Ich finde ja diese komplizierte Umzieherei immer etwas anstrengend. Die Leute, die ich nicht kenne, sollen denken, was sie wollen. Es gibt aber Leute, die müssen nicht unbedingt dabei zusehen, wie ich verkrampft das Handtuch festhalte und mich derweil galant wie ein Walross auf Landgang aus einem nassen Shape-Badeanzug schäle. Zum Beispiel mein 10 Jahre jüngerer Schwager. Ich war erleichtert, als meine Schwester mich beruhigte, dass er ohne Brille gar nichts sehen könne. „Mach mal, der sieht nix!“ Also zog ich entspannt meine Walross-Nummer neben ihm ab und verlor dabei sogar mein Handtuch. Was solls. „Zum Glück hast du deine Brille nicht auf“, lachte ich und band mir schwungvoll mein Handtuch wieder um. „Aber du weißt schon, dass ich Kontaktlinsen trage, oder?“ war seine Antwort. Nun ja. Jetzt kann er sich wenigstens schon mal mental darauf vorbereiten, wie meine kleine Schwester mal aussehen wird, wenn sie zwei Kinder geboren und zehn Jahre mehr auf dem Buckel hat."
Brigitte, 36


"Es war im Ungarn Urlaub mit den Eltern am Plattensee. Eine meiner schönsten Erinnerungen ist, dass ich mir mittags im Seelokal immer bestellen durfte, was ich wollte – war ja Urlaub und in Ungarn kostete Essengehen damals fast nix. Mit 12 rastet man bei solchen Angeboten ja noch völlig aus: Es landeten regelmäßig Pommes mit frittiertem Blumenkohl und Sauce Hollandaise auf meinem Teller. In praller Sonne bei 40 Grad. Leider war ich keines dieser Kinder, die derartige Kost "einfach so wegsteckten“. Im Gegenteil: Ich war ausgestattet mit einer guten Portion Babyspeck. Ihr ahnt was kommt: Kinder können sehr gemein sein. Denn dies war auch der Sommer in dem ich mich nicht traute mit Vollkaracho durch die Wasserrutsche in den Balaton zu rauschen, weshalb ich immer wieder mit den Füßen abstoppte. „FETTI, DU VERSTOPFST DIE RUTSCHE!“ – rief der schlanke, schöne Junge hinter mir, sodass es wirklich alle auf der Liegewiese hören konnte. Es kann wohl nichts Schmerzenderes für Präpubertäre geben…"
Karola, 37


"Freibad und ich – wir werden nie Freunde werden. Wieso? Ach, wo soll ich nur anfangen. Weil ich keinen Bock habe, immer durch diese Becken zu laufen, in denen bestimmt schon 253 Menschen mit Fußpilz ihre Mauken abgewaschen habe. Weil ich den Gedanken im Kinder-Pipi-Wasser zu schwimmen einfach nicht lecker finde. Weil mich pubertierende Jungs, die mit Arschbomben vom Beckenrand pubertierende Mädchen beeindrucken wollen, total nerven. Weil ich keine Lust habe, alle 5 Minuten nach meinen Wertsachen zu schauen. Weil man durch das Chlorwasser immer diese roten, brennenden Augen kriegt. Weil in den Duschen überall lange, braune Haare kleben. Ich könnte jetzt noch unendlich weiter machen. Tue ich aber nicht. Ich denke, der Punkt ist klar."
Greta, 42


"Hätte ich kein Kind, würde ich auch nicht ins Freibad gehen. Die ganzen Menschen, das stinkende Chlorwasser und irgendwer verletzt sich doch immer. Gegen Bienenstiche gibt es zum Glück ja mittlerweile diese elektronischen Stichheiler, aber es gibt ja auch andere Verletzungen. Und nicht nur bei den Kindern. Einmal wollte mein Mann besonders witzig sein und unserem Sohn und mir unter Wasser durch eine Scheibe zuwinken. Wir standen in einer Unterführung, er tauchte ab, über ihm eine Rutsche. Ich meinte nur: „Pass auf beim Hochkommen, das ist knapp mit der Rutsche.“ Er zuckte nur mit den Schultern und tauchte wieder ab, wollte möglichst lang unten bleiben. Dann schoss er aus dem Wasser und knallte gegen die Rutsche. Ich musste ihm aus dem Becken helfen, so schwummerig war ihm. Im Erste Hilfe Zimmer meinten sie dann, dass er ein Loch im Kopf hätte. Seitdem habe ich noch weniger Lust auf's Freibad. Immerhin weiß unser Sohn jetzt, dass es manchmal auch gut ist, auf Mama zu hören."
Renate, 47




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