Warum krank zur Arbeit schleppen total krank ist

Sie schniefen, sie schnaufen, sie schwitzen und stöhnen. Kranke Kollegen, die ihren Hintern nicht im Bett lassen, nerven gewaltig. Vor allem, weil es wirklich niemandem etwas bringt, wenn kranke Menschen arbeiten. Sagt die Wissenschaft.

von Marie Stadler

Aufwachen mit dröhnendem Kopf ist ätzend. Vor allem, wenn auf dem Schreibtisch im Büro 200 Mails, im Krankenhaus 50 Patienten oder in der Kita 25 Kinder auf einen warten. Da sagt man nicht mal einfach so mir nichts dir nichts "Pech gehabt". Da hält man durch. Eisern hofft man auf die heilende Wirkung der morgendlichen Dusche, auf den Placebo-Effekt der Vitamin-C-Pille oder wenigstens auf Grippostad oder Wick Daymed. Denn man muss ja funktionieren. Sonst liegt man seinem Arbeitgeber auf der Tasche und lässt die Kollegen im Stich. Soweit die Theorie.

Präsentismus ist teuer

In der Praxis ist laut Studien das Gegenteil der Fall.  Klar verlieren Unternehmen Geld durch krankheitsbedingte Ausfälle. Allerdings kommt das Erscheinen trotz Krankheit – was in Fachkreisen Präsentismus genannt wird –sogar doppelt so teuer zu stehen. Weil erstens kranke Menschen nicht besonders leistungsstark sind, weil zweitens Kollegen angesteckt werden, die dann – im besten Fall – zuhause bleiben und weil drittens Gesundheit nicht aufschiebbar ist. Mitarbeiter, die krank zur Arbeit kommen, sind viel gefährdeter, chronisch zu erkranken. Da hat dann auch niemand was von. Trotzdem gehen zwei Drittel aller Arbeitnehmer zumindest teilweise krank zur Arbeit. 

Bleibt einfach zuhause, Mann!

Was es über dich aussagt, wenn du dich mit Grippe zum Job schleppst? Eigentlich nur Gutes: Du bist verantwortungsbewusst, kollegial und deinem Arbeitgeber loyal. Aber all diese Eigenschaften nutzen auch hervorragend für die Entscheidung, besser zuhause zu bleiben mit Reibeisenstimme, gluckerndem Magen oder Röchelhusten. Jetzt, wo du weißt. dass es viel besser ist für Chef und Kollegen, wenn du dich auskurierst... Beim nächsten Mal bitte lieber schönen Tee trinken, heiß baden, selbstgebrauten Hustensaft schlucken und ins Bett kuscheln. Nein, Homeoffice ist auch keine Lösung. Die erste und wichtigste Kompetenz eines wirklich guten Mitarbeiters ist nämlich, gut auf sich achten zu können. Also schön wieder rückwärts ins Bett zurück und weg mit dem Laptop! Aber dalli!