9 Überlebensstrategien, wenn du einen Teenie im Haus hast

Unsere Autorin hat in der Buchhandlung nur Survival-Bücher für Urwälder, einsame Inseln und die Antarktis gefunden. Verwunderlich, denn: Warum sagt einem keiner, wie man erstmal unbeschadet einen Teenie im eigenen Haus überlebt?

von Marie Stadler

Ich habe es getan. Entgegen jeglicher Überzeugung habe ich mir Erziehungsratgeber gekauft. Ganz tolle Bücher, in denen es darum geht, wie der Teenie in meinem Haus möglichst wenig Schaden trägt aus diesen stürmischen Zeiten. So weit, so gut. Kann ich gerne alles machen. Aber was zum Teufel ist mit uns? Wie tragen WIR möglichst wenig Schaden? 

Zum Glück sind wir selbst kreativ. Hier unsere Top 9 der Überlebensstrategien mit einem Teenie im Haus. Alle erprobt. Alle gut.

1. Wäsche selber waschen lassen

Kennst du den Satz "Ich hab keine Hosen mehr, Mann!"? Und lautet deine Antwort meist: "Weil sie alle auf deinem Boden liegen anstatt im Wäschekorb, MANN!" Falls ja, ist es überfällig: Dein Teenie sollte seine Wäsche selber waschen. Das Ganze verpackst du dann als pädagogisches Konzept, denn auch als das geht es durch. Ja, was denn? Du willst doch nur, dass deine Kinder selbständig werden...

2. Nicht mal versuchen, cool zu sein

Wenn du einen Teenie im Haus hast, bist du uncool. Da hilft dir auch kein Instagram-Account und kein Snapchat weiter. Du bist out. Das Gefühl hält man besser aus, wenn man es nicht mal versucht, das mit dem cool sein. Du musst weder den Look deiner Kinder kopieren, noch Wörter wie "cringe" benutzen. Mach es wie dein Schatz und lass einfach so richtig uncool den Erziehungsberechtigten raushängen. "Darthvadern" nennt man das übrigens auf cooldeutsch. Aber das brauchen wir ja nicht wissen. Wir sind schließlich NICHT cool. Sagt der Teenie.

3. Geh regelmäßig in die Sauna

Wenn du neidisch auf die dellenfreien Schenkel deiner Brut bist, ist das völlig normal. Du gönnst sie ihr ja. Nur hättest du sie auch gerne wieder. Einen Teenie im Haus zu haben ist wie ständiges Blättern in Modemagazinen mit retouchierten Models. Soll man ja auch nicht. Was hilft, sind regelmäßige Gänge in die Sauna. Das rückt das Selbstbild wieder zurecht. Aaaaahhhh, SO sehen Menschen über 15 aus? Richtig. Genau so sehen die aus. Und das ist völlig in Ordnung.

4. Den Urlaub nach den Ferien planen. Nur andersrum.

Hand aufs Herz: Wie sehr hast du dich mit 14 nach ganzen Tagen oder sogar Wochen mit deinen Eltern gesehnt? Richtig! Warum also solltest du deinen Urlaub nach den Ferien eines Teenies richten? Im Gegenteil! Gönn deinem Nachwuchs ein bisschen Freizeit ohne dich und plan deinen Urlaub so, dass er sich kaum mit den Ferien überschneidet. Denn für Quality Time mit Pubertieren gilt: Weniger ist mehr. Und was tolle Reisen betrifft: Mit 19 gerne wieder, im Moment haben sie wahrscheinlich eh keinen Bock. Dann tut es auch ein elternloses Feriencamp, während du entspannt mal wieder alleine, zu zweit oder mit Freunden Urlaub machst. HERRLICH!

5. "Die strengsten Eltern der Welt schauen"

Beim nächsten Fernsehabend zieht euch doch mal gemeinsam "Die strengsten Eltern der Welt" rein. Danach liebst du deinen harmlosen Teenie wieder abgöttisch, selbst in der Teenie-Version, und dein Kind kommt nicht drumherum zu bemerken: Es gibt echt schlimmere als euch. Obwohl man es kaum glauben kann... Kleiner Haken: Der Effekt hält nicht allzu lange.

6. Du hast ein Liebesleben. Echt jetzt.

Wenn man Kinder hat, vergisst man es ja ganz schnell mal. Aber es gäbe sie gar nicht, wenn du den Typen neben dir im Bett nicht früher mal wahnsinnig heiß gefunden hättest. Genau jetzt ist die Zeit, in der einem das mal wieder einfallen könnte. Erstens, weil das Loslassen dann etwas einfacher fällt und zweitens, weil es einfach schön ist. Also sagt es, wie es ist: Mama und Papa haben ein Date. Ihr stört!

7. Du musst nicht alles verstehen

Ja, man will ja immer wahnsinnig verständnisvoll sein. Man erinnert sich dann zurück, wie das damals so war und tendiert schnell mal dazu, sich selbst für eine gute Freundin zu halten. Vorsicht: Denn Teenies brauchen Reibung. Wenn du die nicht im Kleinen bietest, dann greifen sie zu drastischeren Maßnahmen. Du bist keine Freundin. Zumindest nicht in jeder Situation. Wenn du es doch versuchst, nimmst du deinem Kind einen wirklich wichtigen Entwicklungsschritt. Es geht um Abgrenzung. Also zeig deine Grenzen auf, sonst wird es hart. Und zwar für beide Seiten. 

8. Mach Yoga

Einfach, weil es dir eine Stunde außer Haus einbringt :-) Besonders effizient: Drunken Yoga

9. Glaub nicht, dass du wirklich so agieren könntest wie ein Teenie-Ratgeber es dir rät

Ratgeber sind toll. Der dänische Familientherapeut Jesper Juul ist eine Offenbahrung. Familylab-Gründer Mathias Voelchert ist mein persönlicher Held. Aber immer so klug zu agieren, wie die Experten es einem raten, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Allein schon, weil es nicht authentisch wäre. Das wissen sogar besagte Herren. Also warum sollten wir uns selbst so geißeln, wenn es mal nicht gelingt? Dann haben wir halt mal zurückgebrüllt wie eine wildgewordene Naomi Campbell. Und dann haben wir halt die zerrissene Jeans bei Minusgraden kommentiert. Na und? Beim nächsten Mal machen wir es besser. Man muss sich schon verzeihen können. Vor allem, wenn man einen Teenie im Haus hat.



Wer hier schreibt:

Themen in diesem Artikel

Diesen Inhalt per E-Mail versenden

9 Überlebensstrategien, wenn du einen Teenie im Haus hast
9 Überlebensstrategien, wenn du einen Teenie im Haus hast

Unsere Autorin hat in der Buchhandlung nur Survival-Bücher für Urwälder, einsame Inseln und die Antarktis gefunden. Verwunderlich, denn: Warum sagt einem keiner, wie man erstmal unbeschadet einen Teenie im eigenen Haus überlebt?

Du kannst mehrere E-Mail-Adressen mit Komma getrennt eingeben

Deine Mail wurde versendet
Deine Mail konnte leider nicht versendet werden