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All Black Everything - Schwarz ist meine Lieblingsfarbe

von Diana Huth

Was für eine blöde Frage! Die 10 Trendfarben des Frühlings – mir doch egal. Ich kaufe, was gefällt und nicht was gerade in Mode ist – wobei das eine das andere auch nicht ausschließt. Geht es um Farben, gehen die Meinungen schnell auseinander. Es soll ja Menschen geben, die ihre Wohnung alle paar Monate neu streichen, weil ihnen die Wände nicht mehr gefallen. Manchmal reicht auch schon ein schrilles Möbelstück oder grauenhafte, bunte Dekorationen um der aktuellen Gemütslage Ausdruck zu verleihen. Dabei ist das Wandtattoo zum Arschgeweih des Interiordesigns geworden – außer natürlich bei Tine Wittler Fans, den muss man das verzeihen. Deutlich mehr Substanz liefert Coco Chanel:

Früher stand Schwarz noch für düstere Heavy Metal oder Gothik Menschen, bestenfalls für die Emo-Kinder, die Tokio Hotel anhingen. Heute hingegen tritt es in ganz ungewohnten Kontexten und Facetten auf:

Fotos: franceyandbelle.com

Schwarze Wände – schwarze Hände. Endlich wieder die Hände richtig schmutzig machen: Dickflüssige, Textur-gebende Schwarztöne bewirken ein völlig anderes Gefühl beim Auftragen als ein Lachsrosa. Einfach mal eskalieren – wie befreiend. Schwarze Fensterrahmen sind einfach was anderes als das Standard (Plastik-) Weiß. Praktisch: Bei schlechten Dichtungen fallen die Schimmelpunkte dann auch gar nicht mehr auf. Wer nichts Passendes findet, kann auch selbst Hand anlegen. Bei The Nester gibts die Anleitung.

Fotos: stuartsample / rainbrolly

Das schwärzeste Schwarz. Schwarz ist eben nicht gleich Schwarz – das gilt nicht nur in der Mode. Wer Wand, Möbel und Co. wirklich pechschwarz streichen möchte, nutzt Black 2.0 – The world’s mattest, flattest, black art material“. 150ml kosten knapp 15 Euro und kleiden hässliche Regenbogen-Einhörner in ein tiefes Schwarz – herrlich! Auch kitschige Glückskatzen wackeln dann in schwarz. So mag ich Katzen am liebsten, wenn das mal kein Glück bringt. Weitere Inspirationen zu Black 2.0 gibt es im Instagram Feed #ShareTheBlack

Fotos: design-bestseller.de / traumzuhause.com

Schwarzlicht gefällig? Nein nicht der UV-Licht-Trend der 80er, sondern schwarze Lampenschirme. Gerade in Kombination mit den schwarzen Fensterrahmen und weißen Wänden sehr schick. Überhaupt scheint Coco Chanel einen guten Riecher gehabt zu haben: Schwarze Möbel in weißer Umgebung geben eine schöne Harmonie. Das Croissant auf dem Tisch nehme ich gern dazu, die schneller sichtbare Staubschicht hingegen eher nicht. Das ist natürlich ein kleines Manko: Auf Schwarz sieht man den Staub schneller.

Fotos: houzz.com

Dunkle Zeiten stehen uns bevor. Wer richtig mutig ist, macht gleich die (ganze) Hauswand schwarz. Kombiniert mit den schwarzen Fensterrahmen kann es dann allerdings schnell etwas düster werden. An der Außenwand fällt das zum Glück nicht so auf. Das gilt jedoch auch fürs Interiordesign: Zu viel Schwarz lässt Räume nicht nur kleiner, sondern auch düster wirken und dann liegt der Vergleich zum Gothik oder zur schwarzen Seele aka schlechten Gemütslage nahe.

Schwarz ist ehrlich und direkt. Schwarz ist anders. Schwarz gibt der Wohnung Charakter. Entgegen der aktuellen „All Black Everything“ Bewegung, sollte es jedoch wohl dosiert werden. Bestenfalls wird es mit hellen Akzenten aufgelockert oder unterbricht helle Designs. Obwohl - oder gerade weil - schwarz eine Anti-Farbe (bzw. gar keine Farbe) ist, liegen schwarze Elemente total im Trend. Im Zweifel gilt: Einfach mal machen.

Der letzte Schrei ist es übrigens, schwarz mit Neonleuchten zu kombinieren. Kann man machen, muss man aber nicht.

Fotos: Lightquotes / We heart it

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