Blogger-Home #6: Ohwhataroom über Sofa-Flecken durch Ehemänner

Karina Kaliwoda ist 34 Jahre alt, Modedesignerin und liebt alles rund ums Wohnen. Mit „Oh what a room“ begeistert sie Frauen jenseits der Dreißig, die sich für Einrichtung interessieren und sich gerne von modernen, einfachen Ideen inspirieren lassen.

von Diana Huth

„Wenn ich nicht gerade die Wohnung umräume, entdecke ich mit meinen zwei Lieblingsmännern Hamburg. Derzeit vor allem die tollsten Spielplätze. Oft probiere ich neue Rohkost-Rezepte aus. Ich bin nämlich seit vier Jahren roh unterwegs. Das bedeutet ich esse nichts was gekocht wurde. Augenblicklich interessiere ich mich sehr für das Thema Minimalismus. Im Grunde hat mich mein Sohn drauf gebracht, da er meine bisherigen Wertvorstellungen und Ansichten auf das Leben ein wenig durcheinander gewirbelt hat.“

Wirbel-Minimalismus auf Oh what a room

Karina Kaliwoda: Nö, ich glaub, das ist kein Mumpitz. Beim Einrichten hat so Vieles Einfluss auf das, was wir in unser Zuhause lassen: unser Charakter, unser Geschmack, unsere derzeitigen Wohnbedürfnisse, das, was wir bisher im Leben erlebt haben... Da das alles bei vielen eher nebenher und unbewusst abläuft, finde ich, dass man da auch keine Wissenschaft draus machen muss. Wenn man groß analysiert, inwiefern jetzt dieses oder jenes Teil etwas über einen Menschen aussagt, wird mir das ganze Thema Einrichten zu ernst.

Wenn man so gar kein Gefühl für einen Raum hat oder nicht in der Lage ist ihn möbliert zu visualisieren – was kann man machen?

Tja, ich glaube, das ist wirklich so ein wenig Veranlagung, ob man da ein Gespür für hat oder nicht. Sicher ist es hilfreich, nicht alles auf einmal anzuschaffen, sondern mit dem wichtigsten Möbelstück anzufangen. Im Wohnzimmer ist das für mich das Sofa. Dann kann man die kleineren Sachen Stück für Stück hinzuzufügen. Und man kann sich ja auch jederzeit Tipps von anderen holen. In dem Wohnstudio, wo ich bis zu Levis Geburt gearbeitet habe, fand ich es immer super, wenn die Kunden mir Fotos von ihrem Zuhause auf dem Handy zeigen konnten. Dann konnte ich sie immer sehr gut beraten.

Manche Wohnungen sehen eher karg aus. Wie sorgst du für ein angenehmes Raumgefühl?

Ich lege viel Wert auf gemütliche, schöne Textilien aus natürlichen Stoffen wie Baumwolle, Leinen und Wolle. Statt auf bunte Farben setze ich auf neutrale Farben und besondere Oberflächen, die man gerne berührt. Außerdem versuche ich gerade statt vieler kleiner Teile mit ein paar einzelnen besonderen Highlights zu dekorieren. Ich persönlich brauche für ein angenehmes Raumgefühl nämlich viel optische Ruhe.

Mein Sohn stellt dieses nette Konzept auf den Kopf, da sein buntes Duplo und Co. gerne mal in der ganzen Wohnung herumfliegt. Ich versuche dann einfach, die „inneren Werte“ der Spielsachen zu sehen...

Clean, minimalistisch, schlicht, natürlich, skandinavisch inspiriert.

Was ist dein absolutes Lieblings-Möbelstück?

Unser Sofa! Es ist eigentlich bloß ein schnödes Ikea-Modell, aber ich habe es vor einiger Zeit mit einem neuen hochwertigen, weißen Bezug aus Leinenmix versehen und bin damit super glücklich! Für den tollen Look muss ich aber damit leben, dass ich den weißen Bezug alle paar Wochen in die Waschmaschine stecken muss. Allerdings ist meist nicht mein Sohn, sondern mein Mann der Flecken-Übeltäter.

Gibt es auch ein wirklich unschönes Möbelstück in deiner Wohnung? Eines, das dir peinlich ist von dem du dich aber nicht trennen kannst?

Unser großer Schrank im Flur ist ziemlich hässlich. Es ist der alte Kleiderschrank von mir und meinem Mann und hat schon zwei Umzüge mit Ab- und Aufbau mitmachen müssen und ist dementsprechend krumm und schief. Dafür schluckt er aber unser komplettes Jacken-, Schal-, Mützen- und Schuhchaos und hält unseren Flur somit ordentlich.

Mein großes Original String-Regal im Wohnzimmer. Ich stehe ja schon länger auf den Midcentury-Look und als ich es vor sechs Jahren gekauft habe, war für mich das String-Regal das Non-Plus-Ultra dieses Stils. Ich liebe es immer noch: seinen warmen Holzton, die schwarzen Metallleitern an den Seiten und überhaupt seine Flexibilität. Man kann es immer wieder seinen Bedürfnissen entsprechend umbauen!

Gibt es einen Einrichtungsstil oder einen Designer, den du ganz grottig findest?

Ehrlich gesagt mag ich italienisches Möbeldesign nicht. Selbst die schlichteren Teile sind mir noch zu pompös und wirken irgendwie protzig auf mich.

Stell dir vor, du ziehst morgen um. Wie lange dauert es, bis deine neue Wohnung eingerichtet ist und was würdest du als Erstes kaufen?

Ich wünsche mir einen neuen Esstisch! Einen großen, alten aus dunklem Holz. Ich schätze, es würde etwa ein Jahr dauern, bis meine Wohnung für mich halbwegs eingerichtet ist aber aus Erfahrung weiß ich, dass man eigentlich nie fertig ist. Aber es macht ja auch Spaß immer wieder neue Ideen umzusetzen!

Danke Karina!

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Fotos: Oh what a room, Karina Kaliwoda