Das erklärt alles: Auch Menschen haben ein Winterschlaf-Gen

Sechs, sieben oder acht Stunden Schlaf reichen dir im Moment nicht? Kein Wunder. Unsere Gene hätten im Herbst und Winter lieber sechs Monate.

von Marie Stadler

Na, auch schon mal einen Bären um seinen Winterschlaf beneidet? Kennen wir. Jeden Morgen quält man sich aus dem Bett und versucht, sich mit Wechselduschen, Kaffee und Joggingrunden (muahaha) wach zu halten. Gähn, dabei war es im Bett so wunderbar gemütlich und kuschelig. Wäre es nicht schön, den Wecker auf den 6. März zu stellen, anstatt auf 6 Uhr?

Wir tragen es alle in uns

Winterschlaf ist im Grunde ein etwas irreführender Begriff. Eigentlich heißt der Zustand, in den viele Tiere im Winter fallen, Torpor. Irreführend ist er allein schon deshalb, weil sie gar nicht schlafen. Sie fahren ihre Atmung, Körpertemperatur und Herzfrequenz runter und - jetzt kommt das Beste - brauchen schlafend ihre Fettreserven auf. Ohne Sport. Ohne Detlev D! Soost und ohne Kohlsuppe. Und das ganz easy nebenbei. Denn zumindest gefühlt soll der Torpor dem Schlaf ähneln. Dieser Zustand hilft den Tieren, durch schlechte Zeiten zu kommen, weil sie viel weniger Energie verbrauchen. Theoretisch haben auch Menschen ein Gen, das sie in den Torpor versetzen könnte. Es gibt Berichte über Leute, denen es sogar passiert ist. Ein Japaner hat zum Beispiel nach einem Sturz tagelang in der Wildnis überlebt, weil er in eine Art Winterschlaf gefallen war. Ohne Nahrung und Wasser wurde er nach 24 Tagen mit einer Körpertemperatur von 22 Grad gefunden. Durch die Drosselung der Temperatur trug der Mann keine Gehirnschäden davon.

Gruselige Vorstellung

Insbesondere die NASA und das Militär interessiert sich für die Fähigkeit des Menschen, "Winterschlaf" zu halten. Zum Transport von Verletzten zum Beispiel. Oder als Überlebensmethode. Im Torpor wäre theoretisch zum Beispiel eine Reise zum Mars für die Besatzung psychisch erträglicher und könnte durch den Wegfall von Nahrungsstationen das Gewicht der Raumkapsel reduzieren. Es wird mit Kühlung des Gehirns über Nasensonden experimentiert. Klingt gruselig, oder? BRRR. Da gefällt uns die Geschichte mit den Genen doch schon viel besser.

Warum wir trotzdem wach sind im Winter

Zum Tragen kommen die Gene bei uns Menschen nicht. Nur bei wenigen von uns soll es angeblich zu Müdigkeit und winterlicher Trägheit führen. Bei den meisten ist das Gen aber gar nicht schuld an der ewigen Müdigkeit. Die kommt schlicht und ergreifend vom Lichtmangel, der unsere Hormone auf Schlaf programmiert. Einzig sinnvolle Methode: Rausgehen, ins Solarium chillen oder in den Süden fliegen. Würden wir auch echt alles machen... wenn wir nicht so unglaublich müde wären.

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Das erklärt alles: Auch Menschen haben ein Winterschlaf-Gen

Sechs, sieben oder acht Stunden Schlaf reichen dir im Moment nicht? Kein Wunder. Unsere Gene hätten im Herbst und Winter lieber sechs Monate.

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