Endlich wieder Schule: Warum ich froh bin, wenn die Ferien vorbei sind!

Kinder sind toll. Vor allem, wenn man nicht 24 Stunden am Stück mit ihnen zusammen ist, findet unsere Autorin.

von Theresa König

Ich liebe meine Kinder. Das muss vorab gesagt werden. Denn sonst könnte man das, was jetzt folgt, falsch verstehen. Ehrlich, meine Kinder sind wirklich großartig. Aber wie jede gute Beziehung braucht die zwischen meinem Nachwuchs und mir eine gesunde Distanz. Jede Mutter weiß, wie viel freie Tage Schulkinder so haben (mehr als zwölf Wochen). Und wenn man den irren Entschluss gefasst hat, die Ferienbetreuung nicht komplett zu nutzen, verbringt man knapp drei Monate mit den liebsten Kleinen – große Teile davon ohne Pause. Horror. 

Ich stelle es mir schön vor, aber es kommt ganz anders

In meinem Fall sieht das so aus, dass ich mir das Ganze immer erstmal sehr schön vorstelle: Mit Ausflügen ins Schwimmbad, in den Zoo und harmonischen Stunden, in denen alle froh sind, endlich mal richtig viel Zeit miteinander verbringen zu können. Aber wie das mit Vorstellungen allgemein so ist, sind es eben immer nur Vorstellungen. Genau drei Tage lang ist es nämlich so, wie ich mir das als ambitionierte Mutter ausgemalt habe. Dann geht es rapide bergab – und wir uns extrem auf die Nerven. 

Hilfe, sie langweilen sich!

Es ist natürlich ganz schön, bis 12 Uhr im Pyjama abzuhängen und stundenlang am Küchentisch Kunstwerke zu kritzeln oder Hörspiele zu hören. Aber irgendwann kommt das, was ich nicht kenne und meine Kinder als "Langeweile" bezeichnen. Am Anfang ist das oft noch lustig, dann sagen sie "Mir ist sooooo langweilig, Mama! Was soll ich machen?" Und ich antworte: "Mir ist nie langweilig, guckt doch mal, ob euch etwas einfällt!" Denn wie jede moderne Mutter, weiß ich, dass Kinder sich auch mal langweilen müssen, um kreative und selbstständige Menschen zu werden, kann man schließlich überall lesen. Das mit dem selbstständigen Beschäftigen klappt dann  meistens. NICHT. Es sei denn, es geht um selbstständiges Rumgenöle. Zu diesem Zeitpunkt bin ich noch relativ entspannt. Was bedeutet, ich schreie nur zwei bis dreimal am Tag rum.

Warum schlafen Kinder immer dann, wenn sie es nicht sollen?

Dann folgt die Phase, in der sich dauernd gekloppt wird, um Spielzeug oder darum, was wir machen wollen oder um irgendeinen Unsinn, der mir hier gerade nicht einfällt, weil er zu unsinnig ist, um in Erinnerung zu bleiben. Was bleibt ist jedoch die Tatsache, dass die unter Zehnjährigen bei uns zu Hause dauernd irgendwas von mir wollen. Dabei ist es komplett egal, wo wir uns gerade befinden– im Zoo, im Bad oder im Megafreizeitpark. Irgendwann setzt er ein, der Ferien-Familien-Overkill, der eigentlich innige Zuneigung in ernsthafte Aggression verwandeln kann. 

Es gibt  für mich keine Ruhepause von diesen kleinen Energievampiren, die so entzückend sein können und die ich mir sehr gewünscht habe, die mich aber bei permanenter Anwesenheit mit Sicherheit in den Wahnsinn treiben. Zum Beispiel, weil sie in Zeiten der Schule morgens nie aufstehen wollen und bis 10 Uhr pennen könnten und in den Ferien um Punkt 7.15 Uhr wirklich laut rumlärmen. Dabei könnte ich jetzt auch mal ausschlafen, ich hab ja theoretisch frei. Obwohl man das hier eigentlich nicht so nennen kann. Schließlich ist man als Mutter ja 24/7 im Dienst. 

Selbst schuld? Wahrscheinlich!

Ich bin selbst schuld, weil meine Kinder mir auf den Senkel gehen? Wahrscheinlich. Vielleicht sollte ich mit ihnen in die Karibik fliegen, mir eine Nanny besorgen oder sie eben doch die gesamte Ferienzeit in der Schule abgeben. Könnte ich schließlich. Kostet aber alles was. Und natürlich gibt es diese schönen Momente, in denen alles wunderbar gemütlich ist und wir die Zeit zusammen genießen! Natürlich sind meine Kinder auch mal total unkompliziert und superpflegeleicht. Aber mal ehrlich, das sind maximal zwei, drei Stunden am Tag – und der hat nun mal 24 davon.

Ich träume davon zu arbeiten und Zeit mit Erwachsenen zu verbringen

Deswegen beginnt in Ferienwoche zwei das, was man allgemein Vorfreude nennt. Vielleicht bei uns allen, ganz sicher aber bei mir: Ich träume davon, in Ruhe zu arbeiten, im Büro Kaffee zu trinken ohne dabei zu sprechen, viel Zeit mit Erwachsenen zu verbringen, die nichts von mir wollen und mich mal fünf Minuten alleine auf dem Klo lassen, ohne "Mama" zu brüllen oder die Wohnung zu verwüsten. Ich freue mich aufrichtig aufs Büro, obwohl mir schon klar ist, dass das natürlich auch nicht die Insel der Glückseligkeit ist. Zumindest nicht auf Dauer. Aber das macht ja nichts, denn bald sind ganz bestimmt wieder Ferien.  

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