Ernsthaft mal... who da fuck braucht Herbstdeko?

Kaum hat das Thermometer die 30-Grad-Marke verlassen, stehen überall Kürbisse, Monster und bunte Plastikblätter rum. Unsere Autorin findet das total albern.

von Marie Stadler

Es ist wieder soweit. Anstatt einfach die Gummiflamingos und den Mango-Prosecco durch Spekulatius zu ersetzen, was echt sinnvoll und vor allem pragmatisch wäre, haben sie wieder Kürbisse aufgebahrt. Also solche, die man NICHT essen kann. Das Ganze nennt man dann Herbstdeko. Ja nee, ist klar. Alle gängigen Alternativen sind leider auch nicht besser. Wer bitteschön möchte kleine Igel aus Porzellan, Gartenzwerge in Gummistiefeln oder hässliche Harzhexen in seiner Wohnung sehen? Und Kürbisse sind zwar total toll, aber halt nur als Suppe, Pürree, zur Not gebacken. Den dekofaktor würde ich irgendwo im Minusbereich ansiedeln. Wazu sollen die gut sein? Ich stell ja auch im Sommer keine ungenießbaren Erdbeeren auf.

Wohin mit dem Zeug im Dezember?

Die eigentliche Frage, die sich mir stellt, ist: Wohin mit dem hässlichen Kram im Dezember? Ist doch eh nervig, den ganzen Adventskram immer auf- und wieder abzubauen. Nur, dass sich mir da wenigstens der Sinn erschließt. Weihnachtsdeko gibt es zumindest in schön. Außerdem ist es toll, das Haus im Dezember zu schmücken und es ist mindestens genauso schön, den ganzen Schischi im Januar wieder wegzuräumen, wenn man sich an ihm satt gesehen hat. So nach zwei Monaten. Aber Herbstdeko macht mich schon aggro, bevor ich sie überhaupt kaufenm konnte (was ich übrigens niemals tun würde). 

Herbstdeko gibt es im Wald

Die wirklich einzige schöne Alternative zu Igel und Co gibt es – wenn ihr mich fragt – im Wald. Da findet man schön gefärbte Blätter, die neben ein paar Kerzen echt hübsch aussehen. Auch Zapfen, Moos, Nüsse und Kastanien findet man ganz einfach in der Natur. Neben dem unschlagbaren Preis (nämlich kostenlos) finde ich an der Walddeko vor allem eines echt toll: Nach Gebrauch braucht man keine leere Schublade (wer hat sowas bitte?), sondern einfach nur einen Komposthaufen oder die Biotonne. Rein damit und auf Nimmerwiedersehen. Außerdem hat man seine abgasgeplagte Nase dann wenigstens einmal in den Wald gehängt. Das entspannt ungemein und ist gesund. Auf neudeutsch nennt man das übrigens "Waldbaden", aber das ist eigentlich genauso albern wie das Wort "Deko" für stinknormale Kürbisse. 


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