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Jingle Bells Früher war mehr Lametta! – Warum Weihnachten wieder richtig glitzern sollte

Weihnachtsbaum mit Lametta
© Getty Images
Jedes Jahr dieselbe Chose. Geschenkestress, Familienstreit, Besäufnis und nur wenig Persönliches zu Weihnachten. Wie es dieses Jahr um unser Weihnachten steht, wissen wir noch nicht, aber unsere Autorin findet: "Früher war mehr Lametta"
Linda Berger

Aus und vorbei, seit 2015 gibt es in Deutschland keinen Lametta-Hersteller mehr. "Lametta ist völlig out" – hieß es damals als die letzten Produktionen pleite gingen. Was für ein Quatsch! Lametta glitzert und glänzt. Das ist niemals out. Und überhaupt, wer will sich schon piksende Strohsterne und hässliche Öko-Deko aus altem Garn an den Baum hängen? Weihnachten ist Prunk. Weihnachten braucht Glanz. Alles andere macht einfach keinen Sinn, finde ich.

Ist denn wenigstens die Ente noch ok?

Lametta ist nicht umweltfreundlich. Stimmt, die drei Streifen Blei und Aluminium, die wir da sparen werden natürlich den Klimawandel maßgeblich beeinflussen. Deswegen ist der Rinderbraten jetzt auch verboten. Kostet uns zu viel Wasser und erhöht die CO2 Emission. Und Tante Brigitte möchte jetzt nur noch weißes Fleisch, weil das weniger Kalorien habe – an Weihnachten!

Alles geht verloren was schön war

Früher, da wurde die Wohnzimmertür abgeschlossen und wir gingen in die Kirche. Als Kind phantasierte ich natürlich, dass das Wohnzimmer vor Geschenken überquellen würde, weil der Gottesdienst so unendlich lang ging. Menschen sangen und musizierten an jeder Ecke. Sie trafen nicht immer ganz den richtigen Ton, aber das war auch egal. Heute ist alles nur noch "schnell, schnell". Ein Termin jagt den anderen. Kaffee hier, Stollen dort, ein Geburtstagssekt und den Kleinkindern wird beim Geschenke verteilen geholfen, weil man sonst das Essen verkocht.

Das neue Lametta: sich selbst den Baum schlagen

Nein, also der Baum bleibt. Ohne Baum geht nicht. Nach Craftbeer ist es jetzt total hyggelig, sich seinen Weihnachtsbaum selbst zu schlagen. Aber gibt es etwas Urmenschlicheres als an Weihnachten selbst einen Tannenbaum zu entwurzeln? Wer denkt da eigentlich an die Umwelt? Außerdem ist es arschkalt und total anstrengend und am Ende freut man sich über einen schiefen Weihnachtsbaum wie über das selbst gemalte Bild einer Zweijährigen. Und das ist ja irgendwie immer gleich, jedes Jahr, wenn Weihnachten ist. Nicht nur bei den Hoppenstedts.

Für diesen Beitrag wurden natürlich keine Tiere gequält. Das liegt uns auch fern. Aber ein bisschen Weihnachtsstimmung wird es doch wohl sein dürfen, oder? 


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