Fünf Gründe, warum es toll ist, Teilzeit zu arbeiten

Natürlich kennen wir die Teilzeitfalle und hetzen oft zwischen Kindern, Job und Haushalt hin und her. Aber es hat auch Vorteile, nicht 40 Stunden im Büro zu hocken...

von Theresa König

Für alle, die jetzt schreien wollen, dass wir hier null Ahnung haben: Die Autorin dieses Artikels ist eine Teilzeit-Mutter, die genau weiß, wie unbefriedigend der Spagat zwischen Kindern und Job sein kann. Über Gehälter, die mit geringerer Stundenzahl auch nicht nur geringfügig schrumpfen, wollen wir hier gar nicht reden. Trotzdem findet sie es auch oft sehr, sehr gut nicht 40 Stunden zu arbeiten. Aus folgenden Gründen: 

1. Es ist schönes Wetter – und du kommst mal raus! Das gilt jetzt nicht für Teilzeit-Landschaftgärtnerinnen oder Erzieherinnen, aber für sonst praktisch alle. Vielleicht musst du sogar raus, weil die Kleinen dich zwingen. In jedem Fall sitzt du nicht fünf volle Tage in einem halbdunklen Raum vor deinem Rechner. Das freut deinen Vitamin-D-Speicher und deine Durchblutung – und am Ende auch deine Psyche. Und das gilt sogar, wenn du Spielplätze hasst. 

2. Du gehst, wenn du gehen musst! Da wartet nämlich häufig jemand auf dich, der der echte Boss ist – dein Nachwuchs. Früher hat man manchmal (nicht unbedingt bezahlte) Überstunden gemacht, heute haut das einfach oft nicht hin. Und das ist in vielen Fällen auch gut so. Alles andere bringt dich nur in die Teilzeitfalle – in die man natürlich nicht tappen darf. Das ist Voraussetzung für ein happy Parttime-Leben. Jaja, wir wissen, das ist nicht so einfach...

3. Du konzentrierst dich auf das Wichtigste. Es gibt unzählige Studien dazu, dass Menschen, die in Teilzeit arbeiten, viel produktiver sind als solche, die jeden Tag zehn Stunden im Büro hocken. Das liegt daran, dass sie priorisieren müssen und das auch tun. Ob dabei am Schluss weniger rauskommt? Rückfrage: Wer ist effektiver – ein flexibler und motivierter Sprinter oder ein langsamer und genervter Marathonläufer? 

4. Es ist abwechslungsreich. Nur Mutter oder nur Job? Das ist für die meisten Teilzeitarbeitenden gar nicht mehr vorstellbar. Am Ende ist der Wechsel zwischen den beiden Welten natürlich oft stressig, aber er kann auch durchaus entspannend sein. Nach fünf Stunden Konferenzen und konzentrierter Arbeit am Schreibtisch kann spielen mit den Kindern ab und an echt Spaß machen, oder?

5. Teilzeit ist die Zukunft! Es gibt immer mehr Unternehmen, die Stunden für ihre Mitarbeiter reduzieren, weil deutlich wird, dass niemand acht Stunden im Büro sitzen muss, um wirklich produktiv zu sein. Vielleicht ist Teilzeit mit angeglichenem Gehalt in zehn Jahren nicht mehr das, was zu 99 Prozent Frauen/Mütter machen, weil es einfach nicht anders geht (und sie ohnehin schlechter verdienen und deswegen reduzieren müssen), sondern ein ganz normales Modell für alle Menschen ist – jenseits von Familiensituation und Geschlecht. 

Wer hier schreibt:

Theresa König
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