Geliebter Kaffee… Mit dir bleibt die Welt stehen!

Warum wir Kaffee so lieben? Weil mit Kaffee die Welt für einen Augenblick stillzustehen scheint. Und das, obwohl Kaffee eigentlich aufputscht. Ein Widerspruch? Niemals!

von Marie Stadler

Diese Welt ist verdammt schnell geworden, und wir sind es auch. Wir arbeiten viel, wir reagieren schnell, wir haben kaum Hürden mehr, die uns ungenutzte Zeit kosten würden. Selbst wenn wir nach Australien reisen, könnten wir über den Wolken E-Mails senden und per Online-Petition für die Rettung der Maui-Delfine kämpfen. Es gibt so viel zu tun, nur ein Leben lang Zeit dafür und es fällt uns immer schwerer, einfach mal stehenzubleiben, die Augen zu schließen und tief Luft zu holen. Dabei brauchen wir genau das, um gesund zu bleiben und genug Energie zu haben für lange Tage voller TO DOs.

Kaffee bringt uns runter

Kaffee ist ja allgemein eher als der Aufputscher unter den Heißgetränken bekannt. Stimmt aber nur teilweise. Denn das Koffein im Kaffee braucht eine ganze Weile, bis es als Wachmacher wirkt. Davor tut die heiße Tasse in der Hand - ein Glück - genau das Gegenteil. Es beruhigt uns und lässt uns innehalten. Ja, Tee ginge schon auch. Wenn da nur nicht das klitzekleine Problem wäre, dass Tee eben nach Tee schmeckt und nicht nach Kaffee. Einem bekennenden Kaffeeliebhaber Tee als echte Alternative zu verkaufen, ist ungefähr so zwecklos wie der Versuch, einem Löwen Tofu schmackhaft zu machen. Und unnötig, denn Kaffee ist längst nicht so ungesund, wie man das früher mal dachte. 

Komm, lass uns einen Kaffee trinken

Auch zu zweit oder in der Gruppe ist Kaffee ein echter Entspannungsdrink. Allein der Duft ist schon eine Ansage: "Setzt euch und kommt bloß nicht auf die Idee, hier rumzustressen und Zeitdruck zu machen. Gehört sich einfach nicht mit einer Tasse Kaffee in der Hand! Voll unhöflich!" Also setzt man sich, rührt gewissenhaft Zucker, Zimt oder Schokoflocken in den Milchschaum oder bewundert die Crema auf dem schwarzen Kaffee. Und egal, mit wem man unterwegs ist, in diesem einen Moment hat man wenigstens eine Gemeinsamkeit. Und zwar: Zeit für Kaffee.

Coffee to go ist Verarsche

Wir machen es eigentlich alle. Dabei ist es eigentlich der blödeste Selbstbetrug aller Zeiten. Etwa so klug wie E-Mails schreiben auf einem Flug nach Australien. Nein, Coffee to go ist nicht entspannend und sollte verboten werden. Außer man trinkt ihn ganz in Ruhe im Wald, am Strand oder am Fallschirm hängend. Denn Kaffee hält nun mal die Zeit an. Und das macht echt keinen Sinn, wenn man in Eile ist. Also beim nächsten runtergestürzten Kaffee lieber nochmal überlegen, ob das wirklich nötig ist und nicht ein kleiner Moment Ruhe die bessere Idee wäre. Denn die wichtigste Zutat am Kaffee ist weder die Kaffeebohne, noch das Koffein. Die wichtigste Zutat am Kaffee ist die Zeit, die man sich für ihn nimmt!