Helikoptermutter: Wenn du das machst, bist du eine!

Du machst für deine Kinder täglich die Hausaufgaben und fährst sie mit dem SUV direkt ins Klassenzimmer? Okay, dann brauchst du unseren Test nicht mehr zu machen. Alle anderen bitte weiterlesen!

von Viola Kaiser

Natürlich sind wir heutzutage alle ein bisschen helikoptermäßig drauf, aber es gibt dann doch starke Grauschattierungen in den Extremen. Du weißt nicht, ob du eine Helikoptermutter bist? Wir haben den Test für dich. Hier kommen fünf Beispiele für unterschiedliches mütterliches Verhalten. Die Antwort ist entweder JA oder NEIN. Auflösung folgt am Schluss:

1. Du bringst deine Kinder jeden Morgen mit dem SUV praktisch bis ins Klassenzimmer und legst ihnen die Stifte und Hefte auf dem Tisch zurecht – und zwar bis der Lehrer handgreiflich wird. Der Fußweg wäre viel zu gefährlich. Schließlich werden sie da sonst auf der Straße von den Riesenkarren der anderen Mütter überfahren. 

2. Du hältst deinen Sohn mindestens für den nächsten Toni Kroos und deine Tochter für die Nachfolgerin von Steffi Graf? Natürlich ist das nicht übertrieben, sondern sie sind wirklich und in echt extreme Supertalente. Damit das auch von niemandem verkannt wird, backst du gern mal einen Kuchen für den Trainer und sitzt bei jedem Training und jedem Spiel am Rand. Du weißt schließlich sowieso besser, wie die Aufstellung sein sollte und warum das mit dem Aufschlag nicht klappt – und kommentierst das am liebsten gern sehr laut.

3. Förderung gibt es bei dir nicht. Deine Kinder dürfen immer nur frei spielen. War natürlich ein Witz. Montags hat die Marie-Sophie (hier den Namen des eigenen Kindes einsetzen) immer Ballett für Hochbegabte, dienstags Englisch für Sprachtalente, mittwochs Selbstverteidigung für Bewegungswunder, donnerstags Tennis bei Nick Bollettieri und freitags Querflöte für musische Wunderkinder.

4. Die Klassenfahrt in der Schule/Kindergarten steht an – du hast schon zwei Wochen deine Tasche gepackt. Das Kind kann doch nicht alleine wegfahren, mit diesen wildfremden Lehrern und Schülern und überhaupt. Du hast dann ja  gar keinen Überblick, was  der Jan-Ole und die Charlotte-Elisabeth die ganze Zeit machen. Deswegen hast du auch schon mal 150 Tupperdosen vorbereitet. Deine Kinder essen schließlich nicht alles. Die sind wie hochgezüchtete Pferde, bei Wind kriegen die schon mal Schnupfen. Das hat so ein Lehrer gar keine Ahnung von. Du darfst nicht? Dann muss zumindest der GPS-Tracker mit!

5. Hausaufgaben ist für deine Sprösslinge ein Fremdwort. Du dagegen kennst sämtliche Themen vom Lehrplan von der ersten bis zur 13. Klasse in- und auswendig. Die meisten hast du sogar schon für 1a- Power-Point-Präsentationen komplett aufgearbeitet, damit die lieben Kleinen nicht zu viel Stress haben und mindestens eine 1 kriegen. 1+ wäre allerdings besser. Und wenn die nicht kommt, hat der Lehrer deiner Kleinen sicher nichts zu lachen. Aber das ist ein anderes Thema. 

AUSWERTUNG:
a) Du hast gar kein JA? Du bist so weit entfernt davon, eine Helikoptermutter zu sein wie Barbara Schöneberger von der nächsten Diät. 

b) Du hast weniger als drei JAs? Du bist keine echte Helikoptermutter. Du bist nur besorgt und kümmerst dich eben. Vielleicht ein bisschen mehr als andere. Vielleicht sogar sehr viel mehr, aber wollen wir nicht alle das Beste für die lieben Kleinen?

c) Du hast mehr als drei JAs? Okay, du bist echt krass drauf. Bisschen weniger rotieren wäre vielleicht angebracht. Aber wir sind hier ja nicht die Erziehungsberechtigten – und glücklicherweise auch nicht der Lehrer deiner Kinder. Wir empfehlen dir (und allen anderen übrigens auch) trotzdem als Therapiemaßnahme das hochamüsante Buch "Ich muss mit auf Klassenfahrt – meine Tochter kann sonst nicht schlafen" von Lena Greiner und Carola Padtberg. 

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