Ich hasse Kita- und Schulfeste!

Kinder lieben diese Art der Veranstaltung. Für Erwachsene ist sie aber einfach nur total nervig. Findet zumindest unsere Autorin.

von Viola Kaiser

Drei Kinder heulen, zwei schreien irgendwas Unflätiges herum, meine eigenen kann ich gerade nicht mehr finden in diesem Gewusel von sehr kleinen und etwas größeren Menschen. Das hier ist Stress, tut mir leid. Glücklicherweise sehe ich meine jüngste Tochter dann im Gebüsch und kurz darauf meine größere Tochter am Buffet, an dem sie sich ungeniert drei Stücke Kuchen auf ihren Teller lud. Natürlich auf die Frikadellen und den Nudelsalat. Sommerfest im Kindergarten, sag ich nur. 

Ich weiß, dass jetzt viel Mütter jetzt sehr laut aufschreien werden, weil sie es so wunderbar und schön finden, bei den Festen ihrer Kinder dabei sein zu dürfen. Und das freut mich aufrichtig. Ich persönlich mache lieber andere Sachen mit meinen Töchtern: Eis essen zum Beispiel oder Bücher lesen oder von mir aus auch schwimmen. Immer, wenn ich auf einer Veranstaltung der Kita oder der Schule war, habe ich im Anschluss sehr, sehr großen Respekt davor, was für großartige Arbeit Erzieher und Lehrer leisten. Ich könnte diesen Geräuschpegel zum Beispiel nicht ewig aushalten, der ist einfach zu hoch.

Wie ich mit 16  in der Disko: Sie wollen mehr, mehr, mehr!

Dazu kommt, dass meine Kinder immer komplett ausrasten auf diesen Megaveranstaltungen. Das liegt am vielen Zucker, an den Trillionen von Menschen und den unendlichen Eindrücken. Die sind dann wie ich mit 16  in der Disko: Sie wollen mehr, mehr, mehr. Lauter, höher, weiter. Und am Ende auf keinen Fall nach Hause. Wenn sie dann da angekommen sind, wollen sie nicht ins Bett. Man kennt das von Großveranstaltungen. 

Ich bin übrigens nicht allein: Laut einer inoffiziellen Umfrage im Kollegen- und Bekanntenkreis nervt an Schul- und Kitafesten übrigens alle Folgendes am meisten:

1. Dass man immer so viel vorbereiten muss.

2. Dass es immer saulaut ist.

3. Dass es keinen Alkohol gibt. 

Punkt eins ist tatsächlich einer, den ich mittlerweile im Griff habe. Wie ich das gelöst habe? Ich bereite einfach nichts Großes vor. Vorbei die Zeiten, in denen ich versuchte, beeindruckende Kuchen zu sammeln oder Sushi von Hand selbst zu rollen. Ich kaufe irgendwas oder bringe Brot mit. Obst geht auch, ist ja eh viel gesünder. Tatsächlich schaffe ich es auch ohne irgendeinen großartigen Einsatz wie ein engagierte Mutter auszusehen. Mein Mental Load war einfach zu groß, um das noch zu bewältigen.

Wirken Lärmschutzkopfhörer asozial?

Tatsächlich finde ich am schlimmsten die Lautstärke. Leider kann ich aber schlecht Lärmschutzkopfhörer tragen – das könnte leicht asozial wirken. Über Ohropax hab ich aber echt schon mal nachgedacht. Ich bin auf jeden Fall nach dieser Art der Veranstaltung sehr viel fertiger als nach einem Tag im Büro.

Das mit dem Alkohol macht natürlich total Sinn, seh ich voll ein. Ich hätte trotzdem gern welchen. Vielleicht bringe ich demnächst einfach welchen mit. Beim Kita-Sommerfest einer Freundin gab es übrigens immer welchen. Stilecht gekühlt im Planschbecken. Ich habe selten so viele gut gelaunte Eltern gesehen (ich rede hier nicht von besoffenen Eltern, nur von welchen, die entspannt wirken!).

Am Ende finde ich diese Feste einfach überflüssig, ich könnte echt drauf verzichten, aber ich weiß auch: Es ist nur eine Phase! Ich tue das für die Menschen, die ich am meisten liebe, ich muss da einfach durch.

Irgendwann will keiner mehr was mit mir zu tun haben, weil alle in der Pubertät sind. Deswegen beiße ich das nächste Mal auch die Zähne zusammen, suche mir die nettesten Eltern zum Quatschen und pack für den Notfall eine Flasche und Ohropax ein. 

Themen in diesem Artikel

MEHR ZUM THEMA