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Intimpflege: So geht das untenrum richtig!

Intimpflege: So geht das untenrum richtig!
© Getty Images
Dem Gesicht widmen wir sehr viel Aufmerksamkeit, dem Körper auch. Da wird gecremt, gesalbt, gepeelt und gepflegt. Der Intimbereich wird dafür oft vernachlässigt, bisweilen komplett ignoriert und bekommt maximal die Dusche zu sehen. 

Außen Vulva, innen Vagina?

Ich schäme mich ein bisschen dafür, aber auch ich wusste wirklich lange nicht, wie genau ich das da unten bezeichnen soll. Zwischen Scheide, Muschi, Möse, Vagina, F***e, Muschel, Mumu war in meiner Kindheit und auch noch darüber hinaus, alles dabei. Was hingegen nicht auftauchte: Vulva, der einzig richtige Begriff für das, was wir da zwischen unseren Beinen haben. 

Eigentlich ist es gar nicht so kompliziert:

  • Der innere Bereich umfasst die sogenannten Klitorisschenkel, außerdem die Vagina mit dem Muttermund und der Gebärmutter.
  • Der äußere Bereich heißt Vulva und dazu gehören die Klitorisspitze, die Schamlippen, der Harnausgang und Vaginaleingang. Genau um unsere Vulva geht es hier und darum, wie wir sie pflegen, damit es ihr und uns gut geht. Denn wer hat schon Bock auf Ausfluss, Juckreiz, Ausschlag und Co?

Wohlfühl-Vulva – Der pH-Wert muss stimmen

Warum unserem Intimbereich nicht auch ein bisschen mehr Aufmerksamkeit schenken? Immerhin sind sehr viele Frauen gerade dort besonders sensibel. Das liegt unter anderem an dem empfindlichen Ökosystem, das nur dann funktioniert, wenn unser natürlicher pH-Wert im Gleichgewicht liegt. Denn nur wenn untenrum alles roger ist, fühlen wir uns auch rundum wohl. Eine intakte Scheidenflora ist deshalb nicht zu unterschätzen und dafür sorgen vor allem Laktobazillen und andere Mikroorganismen. Doch wie der Rest unserer Körpers auch, reagiert unser Scheidenmilieu auf Stress, schlechte Ernährung, zu viel Zucker, künstliche Hormone, extremen Wassermangel oder die falschen Pflegeprodukte und wird dann anfälliger für Krankheiten und Infektionen. Umso wichtiger also, dass wir uns gut um unsere Vulva kümmern und vor allem den pH-Wert im Gleichgewicht halten. Der liegt im äußeren Bereich bei einem pH-Wert von 5, im inneren Teil, also der Vagina, bei 3,5 bis 4,5. Das bedeutet: Die Vulva ist sauer, die Vagina noch saurer.

Intimpflege – So geht's

Schnell ein bisschen Duschgel unter der Dusche, oder flott Waschlappen und Seife – So machen das die meisten von uns. Dabei bedarf es bei der Untenrum-Hygiene ein bisschen mehr Aufmerksamkeit. Denn auch hier kommt wieder der pH-Wert ins Spiel. Der liegt bei herkömmlichen Reinigungsmittel durchschnittlich bei 8 bis 9 – also viel zu hoch. Und das wiederum kann schnell zu einem Ungleichgewicht führen, in dem sich Bakterien und Pilze besonders Wohlfühlen. Und mal ehrlich Juckreiz im Intimbereich ist echt Mist, das will keiner. Trockenheit, Rötungen, schlechte Gerüche und Infektionen auch nicht.

Am besten vermeidet man das, indem man spezielle Intim-Waschlotionens, -schäume und –gele oder auch wow, ganz einfach nur warmes Wasser verwendet. Denn unsere Vagina reinigt sich selbst, solange also alles fit im Schritt ist, müssen wir da gar nicht soviel rumwaschen. Wem das aber nicht reicht, weil sie sich nicht richtig sauber fühlt, die sollte dann statt Duschgel lieber auf Intimwaschmittel setzen.  

Vulva-Pflege-Fails: Weniger ist untenrum mehr!

  1. Zu häufiges Waschen und wildes Schrubben zerstören die gesunde Scheidenflora. Eine zu übertriebene Intimpflege, egal ob mit oder Intimpflegemittel setzt auch dem stärksten Säureschutzmantel zu. Und den wollen wir nicht loswerden, sondern schön stabil halten
  2. Vorsicht mit der Power vom Duschstrahl. Auch wenn der unter der Dusche auch mal für dein oder anderen Höhenflug sorgen kann, kann die Nummer auch ganz schön nach hinten losgehen. Denn auch ein starker Duschstrahl zerstört unsere wertvolle Scheidenflora.
  3. Finger weg von parfümierten Deosprays, Lotionen und Co. Siehe oben. 
  4. Glatt wie ein Babypopo? Bei der Rasur am besten dafür sorgen, dass die Haare vor dem Entfernen schön weich sind, beispielsweise durch das Auftragen von Öl und vorher ordentlich mit Rasierschaum Rasieren schön mit der Haarwuchsrichtung. Alles andere führt zu Hautreizungen, sorgt für Entzündungen der Haarwurzeln und eingewachsene Härchen.

Die Schlüppi macht den Unterschied

Synthetik ist böse! Das kann man sich schon mal hinter die Schamlippen schreiben. Synthetik-Slips fördern Hitze und Feuchtigkeit, lassen uns schwitzen und tadaaaa, schon haben wir den perfekten Nährboden für unangenehme Gerüche und Pilze. Strings sind übrigens noch schlimmer als Slips, weil sie alle Keime aus der Anal Gegend schön in Richtung Vaginaleingang befördern und schwuppdiwupp wird daraus sowas unschönes wie eine Pilzinfektion. Das einzig wahre sind Seiden- oder weichen Baumwollhöschen und die gibt es auch in sehr schönen Varianten und mal ehrlich, wie lange hat man seine Unterwäsche wirklich an, wenn es heiß hergeht...


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