Minimalismustrend "Japanordic" – Sushi liegt jetzt neben Smørrebrød

Die Welt brauchte einen neuen Designtrend. Immer, wenn uns nichts mehr einfällt, mischen wir einfach zwei Richtungen. Das Ergebnis lautet dieses Mal: Japanordic oder der fernöstliche Elch.

von Diana Huth

Machen wir uns nichts vor, skandinavisches Design ist hip. Angefangen bei IKEA über BoConcept bis hin zu Hay Design – irgendwas Skandinavisches findet sich doch in jeder Wohnung. Mit japanischem Design wird es schon schwieriger. Irgendwo auf dem Dachboden verstaubt vielleicht ein alter Kimono und mit Glück steht im Schrank ein japanisches Teeservice und eine Sushi-Rollmatte von dem Workshop, den man vor Jahren mal besucht hat. Bei einigen Großstädtern findet man auch die hübschen Sachen von Muji, dem japanischen Unternehmen, das auch in Deutschland Home Accessoires anbietet. Und die sind eher schlicht und minimalistisch gehalten, genauso wie es skandinavisches Design vorsieht.

Weniger ist mehr

Hach, Minimalismus ist ja gerade sowieso total in – wenn man nur nicht so viel Zeug hätte. Folgt man dem Japanordic Trend, muss es weg: Wenige, dafür erlesene Möbel, lautet die Devise. Andererseits steht das japanische Ästhetik-Konzept „Wabi-Sabi“ für das Entdecken der Schönheit in der Unvollkommenheit (nicht zu verwechseln mit Wasabi). Also kann auch eine unaufgeräumte Wohnung hübsch sein – bidde. Echte Japanordics wohnen in hellem Holz, wie Buche oder Eiche, im Zweifel gehen auch weiße Möbel. Immer schön zurückhaltend: Auf knallige Farben wird im japanischen Einrichtungsstil verzichtet. Kontraste zwischen Hell und Dunkel sind aber erlaubt und gewünscht – der Spannung wegen.



Der Japaner steckt im Detail

Während die Möbel des Japanordic Designs eher skandinavisch eingeordnet werden können, sind die Dekorationen meist sehr japanisch geprägt: eine Kirschblüten-Vase hier, eine Keramikschale dort, vielleicht auch einen Raumtrenner aus Reispapier oder ein Kalligrafie-Set. Hauptsache Zen.



Japanordic DIY - eingerichtet im Handumdrehen 

Wer Bock auf den Japanordic Style hat, kann das Netz nach Herstellern durchforsten. Achtung: Der Trend ist noch so neu, dass es keine leichte Aufgabe ist. Eine gute Adresse ist OEO Studio. Das dänische Unternehmen hat ein Office in Tokio und kann dadurch beide Designrichtungen optimal verschmelzen lassen. Pragmatisch Veranlagte stellen sich ihren eigenen Japanordic Style zusammen. Japanische Interieur-Elemente gibt es z.B. bei Shu Shu und sogar OTTO hat verschiedene Möbel im Angebot, z.B. den Tatami-Bettrahmen im „Asia-Style“ mit dem Zusatz „Danish-Design“ – passt. Im Zweifel einfach einen Origami-Kurs machen und dann reicht ein Blatt Papier. Es muss ja auch nicht gleich so aussehen wie bei @trabalhodaminhamae, der mal eben einen Bonsai zaubert. Damit schlägt er allerdings zwei Fliegen mit einer Klappe: Origami und Bonsai in einem - mehr DIY Japan geht nicht. Wer nicht so talentiert ist, macht Wellpappe um eine Vase und steckt ein wenig Grünzeug oder Obstblütenzweige rein – fertig.



Ein von @japaneseinterior geteilter Beitrag am 16. Mai 2016 um 5:11 Uhr