Müttergespräche, die wir führen, obwohl wir sie früher schrecklich fanden

Wir sagen nur: Pipi, Kacka und "Was kochst du heute?"

von Theresa König

Ist klar, dass wir früher insgesamt ein bisschen cooler waren, aber alle Mütter wissen, dass es diese Themen gibt, um die man einfach nicht herumkommt...

1. Was kochst du denn heute?

Tatsächlich ist das noch das Beste von allen Spielplatzthemen, dabei kann man nämlich richtig was lernen. Zum Beispiel, dass andere auch nur mit Wasser oder eben täglich Spaghetti mit Butter kochen, weil deren Kind genauso schwierig mit Gemüse und allem anderen, das Vitamine und Mineralstoffe enthält, ist wie unseres. Oder aber tatsächlich das schnellste Rezept für den besten Apfelkuchen der Welt. Klingt ein bisschen öde? Ist es auch. Praktisch allerdings ebenfalls. Was wir noch gelernt haben: Thermomix-Mütter sind eine ganz spezielle Geheimgruppe, mit einer Sprache, die nur sie verstehen – und den "Brokkolisalat muss man einfach mal probiert haben".

2. Pipi, Kacka, Kotze

Wir entschuldigen uns für diese ganzen unflätigen Ausdrücke, aber als Mütter entwickelt man eine gewisse Distanzlosigkeit bei gewissen Themen. Fiese Magen-Darm-Erkrankungen sind jetzt natürlich nicht das schickste Partytalk-Highlight, aber eben Bestandteil unseres Lebens. Leider. Deswegen müssen wir manchmal darüber reden. Das Pipi-Kacka-Thema dagegen wird auch uns ansonsten gern mal aufgedrängt, von kleinen Menschen, die so fasziniert davon sind, dass sie kaum damit aufhören können. Manchmal ist das sogar lustig. Allerdings wirklich nur manchmal. 

3. Die Affären der anderen

Da unser Leben nicht immer unbedingt zu den aufregendsten gehört, sind die der anderen natürlich sehr, sehr spannend. Vor allem, wenn es um amouröse Verwicklungen geht, sind daher Spielplatzflüstereien an Brisanz kaum zu toppen. Ist so ähnlich wie früher im Büro, wo uns dafür mittlerweile die Minuten fehlen, weil wir jetzt oft Teilzeit arbeiten. Schon damals war es ein bisschen grässlich hinter dem Rücken der anderen deren Liebesleben zu diskutieren, aber interessant war es schon immer. Manchmal findet auch sowas wie eine direkte psychologische Beratung statt, das ist dann etwas weniger schrecklich, aber immer noch genauso spannend. Mal ehrlich, wenn die Mutter von August was mit dem Vater von Lisa-Marie hat ist das besser als die letzte Folge von "Gute Zeiten, schlechte Zeiten".

4.Der Schlaf!

Häufig gestellte Frage: "Wie schläft dein Kind?"Auch ersetzbar durch: "Du siehst müde aus". Wahlweise: "Du siehst heute aber erstaunlich erholt aus". Zieht sich durch von der Geburt bis zum Auszug des Nachwuchses. Erst wird darüber gequatscht, wie oft das Baby wach wird. Dann darüber, wie oft da Kleinkind noch im Elternbett landet. Irgendwann dann darüber, dass man nicht schlafen kann, wenn die Teenager unterwegs sind. Unendliches Thema, funktioniert auch wunderbar als Rentner. Sogar ganz ohne Kinder.

5. P.S.

Wir wissen natürlich, dass das alles nur totale Stereotypen sind, aber irgendwie treffen die ja manchmal eben doch zu...

Themen in diesem Artikel