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Orgasm Gap: Frauen wollen mehr!

Orgasm Gap: Frauen wollen mehr!
© Getty Images
"Frauen kommen nun mal nicht so leicht wie Männer" – ein Mythos, der sich hartnäckig hält und der immer wieder als Entschuldigung und Ausrede herhalten muss, wenn wieder nur der Mann bekommt, was er will. Aber woran liegt das eigentlich?

Der Orgasm Gap ist eine ganz schöne große Hausnummer, wenn man sich mal genauer damit befasst. Ähnlich wie beim Gender Pay Gap bezeichnet er die Differenz zwischen der Häufigkeit der Orgasmen bei Frauen und Männern. Dafür, dass Frauen nicht bei jeder heißen Nummer mit einem Höhenflug belohnt werden, gibt es viele Begründungen. Für die meisten ist es einfach Fakt. Wir lernen schon früh: Frauen kommen nun mal schwerer und vor allem viel seltener zum Orgasmus als Männer – Naturgesetz, kann man nichts machen. Ohnehin gilt auch heute in vielen Köpfen der männliche Orgasmus als Abschluss heterosexueller Aktivitäten im Bett. Warum? Na, weil die Frauen doch so schwer zum Punkt kommen...

Rein-Raus-Penis-in-Vagina-Penetration bringt es eher selten 

Das ist allerdings unsere normative Vorstellung, wie Sex geht: Mann steckt seinen Penis rein, ein bisschen vor-zurück, fertig. Für ihn mag das auch sehr gut funktionieren und befriedigend enden, drei Viertel aller Frauen kommen allerdings durch Stimulation der Klitoris zum Orgasmus und nicht durch Penetration der Vagina. Da kann der Mann noch so ausdauernd rein-raus praktizieren, solange die Klitoris ignoriert wird, passiert bei vielen Frauen nicht viel. Es ist also keine große Überraschung, dass zwischen der Orgasmus-Quote von Frauen und Männern Welten liegen. Wollen wir den „Orgasm Gap” schließen, sollten wir uns zunächst von unserer veralteten Vorstellung von Sex lösen.

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Ladies, wir können genauso schnell kommen...

Im Schnitt brauchen Männer und Frauen etwa vier Minuten, um durch Masturbation zum Orgasmus zu kommen. Das bedeutet im Umkehrschluss: Frauen erreichen ihn nicht mehr oder weniger leicht, wie es Männer tun, wenn sie wissen, welche Knöpfe sie bei sich selbst drücken müssen. Leider ist weibliche Masturbation immer noch ein Tabu. Während Männer sich damit schamlos in der Öffentlichkeit brüsten, wie oft sie sich heute schon einen von der Palme gewedelt haben, tuscheln Frauen maximal hinter vorgehaltener Hand und auch nur mit ihrer engsten Freundin darüber, dass sie sich jetzt einen "Massagestab" gekauft haben... aber pssst. Doch auch hier passiert zum Glück einiges. Vor allem, weil die jüngere Frauengeneration aufgeklärter ist, nach vorne geht und sich nicht mehr in das Machtgefüge Mann-Frau drängen lassen will. Statt zu tuscheln, machen sie weibliche Masturbation unter dem Hashtag #Imasturbate auch in den sozialen Medien gesellschaftsfähig. 

Es geht nicht nur um Sex, es geht um Gleichberechtigung

Wir sollten also dringend anfangen, unser Verständnis von Sex zu überdenken. Das bedeutet für Männer, sich neben ihrer eigenen Befriedigung auch um die ihrer Partnerin zu kümmern. Fängt schon damit an, sich damit zu befassen, wie das da untenrum bei uns Frauen aufgebaut ist und wo es der Partnerin vielleicht viel mehr gefallen könnte, berührt zu werden als einfach nur stumpfes rein-raus zu praktizieren, bis es der Frau reicht und sie einen Orgasmus vortäuscht. Und für Frauen? Einfach mal den Mund aufmachen und nicht nur, weil wir glauben, dem Mann diesen Dienst erweisen zu müssen, sondern vor allem, um mal zu sagen, was wir wollen. Ja, es ist intim, aber auch ganz einfach unser Recht, genauso viel Spaß im Bett zu haben wie unser Partner.

Give it to me Baby

Leider haben wir wie in vielen anderen Bereichen auch beim Sex das Gefühl, etwas geben zu müssen, bevor wir nehmen dürfen, uns also erstmal etwas verdienen müssen. Das ist bei den meisten von uns unterbewusst so tief verankert, dass man es selbst kaum zu hinterfragen wagt. Gleichzeitig soll Frau aber trotzdem auf ihre Kosten kommen, am besten mit möglichst wenig Aufwand. Dazu muss man sich nur mal die Statistiken zu Oralverkehr ansehen, oder einfach die eigenen Erfahrungen durchgehen, das reicht vielleicht auch schon. Dass aber natürlich trotzdem erwartet wird, einen Orgasmus zu haben, weil sonst das Ego unseres Gegenübers gekränkt sein könnte, das steht außer Frage, sonst stimmt ja irgendwas mit uns nicht. Ist demnach also auch kein Wunder, dass rund die Hälfte aller Frauen mindestens einmal auch einen Orgasmus vorgetäuscht hat. 

Aufklärung! Es geht immer noch um Aufklärung! Und Selbstbewusstsein.

Was Männer und Frauen gerade für ihre eigene Aufklärung tun können: Beispielsweise das Buch von Katja Lewina lesen. In "Sie hat Bock" geht es nämlich genau darum, also um Zuschreibungen weiblicher Körper und Lust, Macht im Bett und was wir uns alle mal wirklich durch den Kopf gehen lassen sollten, wenn wir von Gleichberechtigung sprechen. So schreibt sie: "Ein Typ, der sich gern bedienen lässt, aber keine Pussys im Gesicht mag, kommt mir eh nicht mehr ins Bett.". Und so viel sollten wir uns doch immer wert sein. 

Cover Katja Lewina: Sie hat Bock
© PR

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