Rasenmähereltern: Dieser Erziehungsstil macht Kinder unglücklich

Ihr seid keine Helikoptereltern? Gut. Allerdings könntet ihr zur Rasenmäherfraktion gehören. Und die ist auch nicht ganz ohne...

von Theresa König

Es ist nicht so leicht mit diesen Erziehungstrends: Gerade hat man begriffen, was genau eine Helikoptermutter ist, da gibt es schon den nächsten Begriff, den man erklären muss. "Rasenmähereltern" ist so einer. Er ist allerdings relativ einfach zu verstehen, denn dieser Typ Eltern mäht einfach sämtliche Hindernisse, die für das eigene Kind auftauchen, schon nieder, bevor es  überhaupt gemerkt hat, dass es da ein Hindernis gab. Wenn die kleine Luisa-Charlotte zum Beispiel mit der kleinen Mia-Johanna im Sandkasten sitzt und um ein Förmchen streitet, kommt die Rasenmähermutter oder der Rasenmähervater direkt an und löst das Problem. Indem er dem eigenen Kind den Gegenstand der Begierde entreißt zum Beispiel. Oder ein zweites Förmchen reicht.

Die Kinder lernen nicht, Probleme zu lösen

Der Begriff ist entstanden, nach dem Ende August ein Lehrer anonym auf der Seite weareteachers.com einen Text über die "Lawnmower-Eltern" geschrieben, in dem er erklärt, dass dieser Typ Eltern es gut meint und nur helfen will – aber damit nicht gerade dazu beiträgt, eine Generation heranzuziehen, die glücklich ist. Sie tun schließlich alles, um ihr Kind vor Auseinandersetzungen oder Misserfolgen zu schützen. Damit bereiten sie den Nachwuchs aber leider nicht auf Herausforderungen vor, sondern mähen Hindernisse nieder, sodass ihre Kinder sie gar nicht zu spüren bekommen. Schließlich haben diese Kinder nie gelernt ein echtes Problem zu lösen und können es deswegen auch nicht, wenn sie es mal müssen. 

Eine Unterkategorie der Helikoptereltern 

Auch wenn das alles supergut gemeint ist, kommt dabei raus, dass die Rasenmäherkinder schwieriger Entscheidungen treffen können und weniger selbstbewusst sind, schließlich macht es ja viel selbstsicherer, wenn man selber weiß, wie man eine Hindernis überwindet oder einen Konflikt löst. Und wenn Mama immer die Hausaufgaben macht, lernt man selbst nichts. Da hilft auch die 1+ nicht, die man dafür kassiert. Tatsächlich sind die Rasenmähereltern nur eine Unterkategorie der Helikoptereltern. Natürlich kann es nicht falsch sein, sein Kind zu beschützen, trotzdem soll es lernen, sich alleine zurechtzufinden, sich alleine zu behaupten.  

Das nächste Mal, wenn sich Mia und Charlotte kloppen, einfach mal nichts tun

Der Lehrer auf weareteachers.com zumindest glaubt, dass so eine Generation von unglücklichen Kindern entstehen könnte, die beim bloßen Gedanken an Misserfolge in Panik ausbricht. Eine Generation, für die Scheitern so schmerzhaft ist, dass sie damit nicht zurechtkommt und sich in Sucht oder Schuldzuweisung flüchtet. Das vermutlich wollen Eltern sicher nicht. Einfachste Übung: Das nächste Mal, wenn sich Mia mit Charlotte kloppt, greifen wir am besten nicht ein. Die Kinder sollen ja schließlich lernen sich auseinanderzusetzen. 


Wer hier schreibt:

Theresa König
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