Schweißlos durch die Nacht: Einschlafen bei Sommerhitze

36 Grad, eine Dachgeschosswohnung und kein Lüftchen: der tägliche Alptraum unserer Autorin. Notgedrungen hat sie sich auf die Suche nach Kühlung gemacht.

von Kirsten Mannshardt

Ja, ich weiß… Ich sollte mich nicht beschweren, sondern froh sein, dass wir einen guten Sommer haben. Im Grunde bin ich das auch. Versteht mich nicht falsch. Ich feiere es total, dass auch ich endlich mal braun bin, obwohl ich nicht im Urlaub war. Genauso großartig finde ich es, dass ich jeden Abend nach Feierabend im Freibad schwimmen und täglich und mit gutem Gewissen eine Kugel meines Lieblingseis schlecken kann. Erfrischung funktioniert meiner Meinung nach am besten nach dem Außen-und-Innen-Prinzip, weshalb der Verzehr von Eis nach meiner Logik aktuell unverzichtbar ist. Soweit so gut. Toller Sommer, alles schick, aber …

Sommerhitze, du machst mich schlaflos!

… wehe es wird Zeit, um ins Bett zu gehen. Das ist der Moment in dem ich den Mega-Sommer verfluche, denn sobald ich mich in die Waagerechte begebe, beginnt für mich der Alptraum der Schlaflosigkeit.

Kleiner Exkurs in meine Wohnsituation: Ich wohne in einer Dachgeschosswohnung in einem schönen, aber alten Hamburger Rotklinker. Das Haus steht unter Denkmalschutz. Es ist also nicht nur alt, sondern sehr alt. Was das in Punkto Isolierung bedeutet, muss ich wohl nicht weiter auszuführen. Wozu auch, es gäbe ohnehin nichts zu berichten.

Bei gefühlten 50 Grad schmelze ich Nacht für Nacht unter meiner Dachschräge dahin und bekomme kein Auge zu. Decke und Kopfkissen strample ich konsequent aus dem Bett, was die Sache nicht komfortabler macht. Bringen tut das nichts. Genauso wenig, wie das offene Fenster. Die Luft steht, kein Lüftchen ist spürbar. Irgendwann schaffe ich es völlig erschöpft vom Schwitzen einzuschlafen. Wann? Ich weiß es nicht, aber der Blick in den Spiegel am nächsten Morgen verrät, das es viel zu spät war.

Tipps zum Einschlafen bei Sommerhitze für Verzweifelte

So konnte es nicht weitergehen. Schlechter Schlaf bedeutet bei mir nämlich automatisch auch schlechte Laune und die war weder mir, noch meinen Mitmenschen weiter zu zumuten. Also habe ich mich schlau gemacht, wie ich halbwegs schweißlos durch die heißen Sommernächte komme. Meine Suche war glücklicherweise von Erfolg gekrönt, denn das, was jetzt kommt funktioniert wirklich.


1. Schlafen, wie Gott mich schuf
Normalerweise gehöre ich nicht zu den Menschen, die, wie Gott sie schuf, ins Bett hüpfen. Schlüppi und T-Shirt müssen mindestens sein. Von diesem Standard habe ich mich jetzt verabschiedet und schlafe nur noch nackig. Gar nicht mal so schlimm, wie ich dachte, fühlt sich sogar irgendwie befreiend an.

2. Fenster mit Bettlaken dekorieren
Ich hab’s auch nicht glauben wollen, aber es stimmt wirklich: ein nasses Bettlaken im Fenster wirkt Wunder. Durch den Trocknungsvorgang wir der Luft die Wärme entzogen, wodurch der Kühlungseffekt einsetzt. Herrlich!

3. Kuscheln mit der Kaltflasche
Was im Winter bei Kälte mit einer Wärmflasche funktioniert, klappt im Sommer mit einer Kaltflasche bei Hitze ebenso gut. Wetten, dass ihr die Flasche zu schätzen lernen und sie schon bald lieber umarmen wollt als euren glühend heißen Gatten?!

4. Netflix als Schlafmitteln nutzen
Ich gebe mir maximal 30 Minuten. Wenn ich dann nicht eingeschlafen bin, stehe ich wieder auf und mache bei Netflix da weiter, wo ich aufgehört habe. Es bringt nichts, sich unruhig hin und her zu wälzen und darauf zu warten, dass die Augen endlich zufallen. Schlafen kann ich zur Not auch auf der Couch, wenn’s mich erwischt. Auch kein Problem.

5. Salat statt Burger zum Feierabend
Auch wenn es schwer fällt, aber den Burger sollten wir nach 18 Uhr lieber Burger sein lassen.  Genauso wie alle anderen fettigen, scharfen und heißen Mahlzeiten lässt er uns bei großer Hitze nämlich besonders schlecht schlafen. Besser sind Salate, frisches Gemüse oder Obst oder erfrischende Quarkspeisen.

  

Mir hat’s geholfen. Ich schlafe endlich wieder problemlos ein und kann die Sommerhitze dadurch auch am Tag wieder viel stressfrei genießen. Und so sollte es doch auch sein, wenn wir schon einmal Zeugen von einer Art „Jahrhundertsommer“ werden, oder!?

Wer hier schreibt:

Kirsten Mannshardt

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Schlafen bei Hitze
Schweißlos durch die Nacht: Einschlafen bei Sommerhitze

36 Grad, eine Dachgeschosswohnung und kein Lüftchen: der tägliche Alptraum unserer Autorin. Notgedrungen hat sie sich auf die Suche nach Kühlung gemacht.

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