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Psychologin Stefanie Stahl: So können wir jetzt mit Ängsten umgehen

Frau auf Bett mit Händen im  vor dem Gesicht
© Getty Images
Die Zeiten sind besonders, die meisten Menschen angespannt, viele haben Angst. Angst vor der Zukunft, der Krankheit, um ihre Existenz. Wie man am besten damit umgeht, verrät die Psychologin Stefanie Stahl.
von Dipl-Psych. Stefanie Stahl

Nehmen Sie die Situation hin, wie sie ist.

Es ist jetzt unabänderlich. Steigern Sie sich nicht in Wutgefühle hinein, damit ziehen Sie sich runter, verändern aber nichts. Nehmen Sie einen kleinen Abstand ein zu Gedanken, die Sie wütend machen und sagen Sie sich klar und deutlich: Diese Gedanken bringen mich keinen Schritt weiter. Dann können Sie diese gedanklich in ein Seifenblase setzen und sie vorüberziehen lassen.  

Wenn Sie sich Sorgen um Ihre Gesundheit machen

Überprüfen Sie mit Ihrem Verstand, ob diese Sorgen berechtigt sind, oder ob Sie sich zu stark in sie hineinsteigern. Der Verstand weiß meistens die richtige Antwort. Fakt ist, dass der Corona Virus für die allermeisten Menschen unbedrohlich ist. Es geht nur darum, dass die Krankenhäuser nicht überlastet werden, damit die Versorgung der Kranken gewährleistet ist.  

Angst richtet sich immer auf die Zukunft.

Richten Sie deswegen Ihr Augenmerk auf das Jetzt! Das Hier und Heute! Unser Gehirn ist leider dazu befähigt, sich Horrorszenarien ausdenken, die alle eines gemeinsam haben: Es sind Fantasien, die sich in der Zukunft abspielen. Sie haben mit der aktuellen Situation nichts zu tun. Deswegen schieben Sie diese Gedanken zur Seite und überlegen Sie sich, was Sie jetzt Sinnvolles tun können. Tätigkeiten lenken ab. Eine gute Methode mit belastenden Gedanken umzugehen, ist auch, diese aufzuschreiben. Man kann sich beispielsweise vornehmen, sich jeden Tag 10 Minuten intensiv mit seinen Ängsten zu beschäftigen und diese zu notieren. Immer, wenn man sich dann am Rest des Tages dabei ertappt, dass man wieder an seine Ängste denkt, kann man sich darin erinnern, dass alles notiert ist und keine Sorge verloren geht und sich wieder dem Hier und Jetzt zuwenden.

Falls Sie sich existenziell bedroht fühlen von der Krise

Hüten Sie sich auch hier davor in totale Katastrophen-Szenarien abzurutschen. Machen Sie sich immer wieder klar, dass diese Gedanken Sie nicht weiterbringen. Denken Sie stattdessen über Lösungen für das Problem nach. Und vertrauen Sie auch darauf, dass die Bundesregierungen keinerlei Interesse an Firmenpleiten hat und sehr viel dafür tun wird, um die Betroffenen zu unterstützen. Das Leben wird auf jeden Fall nach der Krise weitergehen. 

Stefanie Stahl Dipl-Psych., ist Psychotherapeutin in freier Praxis in Trier und Buchautorin unter anderem der Bestseller "Das Kind in dir muss Heimat finden" und "Jeder ist beziehungsfähig". Sie hält im deutschsprachigen Raum Seminare zum Thema Bindungsangst, Liebe und Selbstwertgefühl, ist erfolgreich mit „So bin ich eben. Stefanie Stahls podcast für alle Normalgestörten“ und ihrem Magazin „Brigitte Leben“, dessen zweite Ausgabe am 22.4. am Kiosk ist.

Portrait Stefanie Stahl
© PR

 Mehr von Stefanie Stahl? Am 27.4. veröffentlicht die bekannte Psychologin erstmals eine Handreichung für alle, die im Beruf erfolgreich sein wollen. Was sind meine Stärken und wie kann ich sie im Job optimal einsetzen? Wie kommt die richtige Aufgabe zur richtigen Person? Warum sind manche erfolgreich und andere nicht? Stefanie Stahl und Christian Bernreiter, der Experte für Management, zeigen in "So bin ich eben! im Job" wie es geht.

Cover Buch So bin ich eben! im Job
© PR


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