Superkluge Kids erziehen – so gehts (und so nicht)

Nein, wir sind nicht wahnsinnig geworden. Wir werden garantiert niemandem raten, sein Kind mit 3 im Schachclub anzumelden. Aber die Intelligenz des eigenen Kindes ernst zu nehmen, das ist nie verkehrt. Superklug sind unsere Kids nämlich alle. Jedes auf seine ganz eigene Weise.

Chinesischkurse, Schachclubs und zweisprachige Kindergärten... für brillante Superkids gibt es jede Menge Angebote, die in auf glänzemdem Papier gedruckten Prospekten eine noch viel glänzendere Karriere versprechen. Das Problem daran: Die meisten kleinen Einsteins sind gar nicht so scharf drauf, schon mit 3 ein vollwertiges Mitglied des Clubs der erhabenen Bildungselite zu sein. Nicht mal Einstein hatte darauf Bock. Der war zu Schulzeiten nämlich ein kleiner Rebell und hatte nichts übrig für Lerndrill und Zwänge. 

Zwei Wissenschaftlerinnen wissen, wie man Genies erzieht

In ihrem Ratgeber: "Becoming Brilliant: What Science Tells Us About Raising Successful Children" (auf deutsch: Superklug werden – Was die Wissenschaft weiß über das Aufziehen erfolgreicher Kinder) haben zwei Wissenschaftlerinnen auch viel bessere Ideen als Schach und Co., wie man die Intelligenz des eigenen Nachwuchses am besten fördert. Dabei geht es den beiden Frauen weniger um schulischen und beruflichen Erfolg im klassischen Sinne, sondern vielmehr um die Fähigkeit, kritisch, kreativ, nicht nur an sich und auch mal um die Ecke zu denken. Auch wenn uns allen klar ist, dass nicht jeder Sprössling ein kleiner Einstein werden wird, können Eltern laut Roberta Michnick Golinkoff und Kathy Hirsh-Pasek die Intelligenz ihrer Kinder recht einfach fördern, sodass aus ihnen differenziert und eigenständig denkende große Leute werden. Und das ganz ohne Druck. Die geheime Formel der beiden Amerikanerinnen: die sechs Cs als Superskills. In einem Interview des National Public Radios erzählen sie, welche Cs das sind und wie sie aufeinander aufbauen. So viel vorab: Chinesisch gehört nicht dazu. 


1. Collaboration

Der Wille und die Fähigkeit, miteinander klarzukommen

Laut Roberta Michnick Golinkoff und Kathy Hirsh-Pasek die Basis von allem. Die eigenen Impulse zu kontrollieren und nicht gleich auszurasten bei jeder Kleinigkeit ist unabdingbar, um all die anderen Skills zu erwerben. Wie Kinder das lernen? Durch Vorbilder und durch konstruktives Feedback. Wer mit anderen gut klarkommt und zusammenarbeitet, so Hirsh-Pasek, "bildet ein Netzwerk und erlebt dadurch Diversität und Kultur."


2. Communication

Die Fähigkeit, zu kommunizieren

Auch wichtig: Die Fähigkeit, zu kommunizieren. "Dazu gehört Sprechen, Schreiben, Lesen und die so wichtige, aber verlorene Gabe, richtig zuzuhören." Ob Erwachsene da immer so vorbildlich sind in ihrer mentalen Abwesenheit und dem Blick auf Smartphone und Laptop? Nun ja...

3. Content

Die Fähigkeit, sich Wissen anzueignen

Kinder, die ein gutes Netzwerk an Kommunikationspartnern haben und gelernt haben, gut zu kommunizieren, füllen ihren Kopf schon fast von selbst mit Wissen. Wichtigste Voraussetzung: Menschen, die sich die Mühe machen, sich wirklich mit Kindern auseinanderzusetzen, deren Interessengebiete zu erkennen und nicht einfach "ist halt so" zu sagen. Selbst wenn die Frage lautet: "Wie sind Enten gebaut, dass die schwimmen können, ohne zu schwimmen".

4. Critical Thinking

Die Fähigkeit, kritisch zu hinterfragen

Mit all dem Wissen im Kopf beginnt das kritische Denken. Denn manchmal passen Infos einfach nicht wirklich zusammen. Warum fahren Mama und Papa Auto, obwohl das die Umwelt zerstört? Wieso sagt der Pfarrer, dass man sich im Himmel wiedersieht, obwohl die Augen doch auch sterben? Unbequeme Fragen und trotzdem sollte man drauf antworten. Wie Eltern kritisches Denken sonst noch fördern können? "Wenn du einen Obdachlosen siehst, frag dein Kind: Wie fühlt es sich wohl für ihn an, kein Zuhause zu haben? Das Einnehmen eines anderen Blickwinkels hilft, zu verstehen, dass Dinge nicht immer so sind, wie sie scheinen. Das wird dem Kind helfen, kritischer zu denken."

5. Creative Innovation

Die Kreativität, neue Wege zu finden

Auch das C Nummer 5 baut auf den anderen Cs auf. Denn nur wer kritisch und vielschichtig denken kann und viel weiß, kann neue Wege finden. Was dabei hilft? Ein Umfeld, das sich für die Ideen der Kinder interessiert und sie auf Augenhöhe mit ihnen diskutiert.

6: Confidence

Vertrauen

Last but not least: Vertrauen in sich selbst und die Welt. Denn nur mit Vertrauen werden aus klugen Kindern kluge Erwachsene, die auch bereit sind, Risiken einzugehen, um ihren Weg zu gehen. Und nur, wer einmal mehr aufsteht als hinfällt, wird letzten Endes Erfolg haben in dem, was er tut. Wie man Kindern das beibringt? Wieder, indem man es vorlebt. Überhaupt, finden die beiden Frauen, sollte man sich selbst auch unbedingt immer mal wieder fragen, wie weit man selbst in den sechs C-Skills ist. "Es ist nichts Falsches daran, uns auch als Eltern zu fragen, in welchem dieser Punkte wir noch wachsen wollen." Da sagen sie Wahres, so ist es wohl.


 "Becoming Brilliant: What Science Tells Us About Raising Successful Children Ein tolles Buch mit interessanten Denkanstößen. Wir finden: Beide Daumen hoch. Denn mit vielen klugen Kindern kann die Welt nur besser werden. Bloß schade, dass es das Buch noch nicht auf deutsch gibt. Obwohl ein bisschen Englisch-Auffrischung ja auch nicht schlecht ist. Ganz im Sinne des Content-Cs. Kann ja nie schaden.





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Superkluge Kids erziehen
Superkluge Kids erziehen – so gehts (und so nicht)

Nein, wir sind nicht wahnsinnig geworden. Wir werden garantiert niemandem raten, sein Kind mit 3 im Schachclub anzumelden. Aber die Intelligenz des eigenen Kindes ernst zu nehmen, das ist nie verkehrt. Superklug sind unsere Kids nämlich alle. Jedes auf seine ganz eigene Weise.

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