Trampolinspringen: Zehn Regeln, die mindestens drei Zähne retten

Ein Trampolin ist eine gute Anschaffung. Die Kids bewegen sich, es hält fit und vor allem sind sie hinterher so richtig schön müde. Im besten Fall sind auch abends noch alle Köpfe, Knochen und Zähne heil. Wenn man diese zehn Regeln beachtet, klappt's!

von Linda Berger

Trampolinspringen ist in. Die Ungetüme in den Gärten diverser Wohngebiete mit großer Kinderdichte beweisen es eindrücklich. Und obwohl die eingezäunten Sprungmatten wirklich furchtbar hässlich sind, und je nach Gartengröße nach Aufstellen eines solchen auch kein Garten mehr vorhanden ist, nehmen viele Eltern das trotzdem gerne in Kauf. Denn die Kids haben jede Menge Spaß, die Erwachsenen können mal die Füße hochlegen oder auch den ein oder anderen galanten Salto auf die Matte legen. Aber Vorsicht: So ein Trampolin birgt auch jede Menge Verletzungspotenzial. Um das möglichst gering zu halten, gibt es ein paar einfache Regeln, die das erfahrene Trainer-Duo für Trampolinspringen Dieter Hayn und Pia Zottmann in ihrem Buch "Sicher Trampolinspringen. Tipps und Übungen für das Gartentrampolin" zusammengetragen haben. 

1. Einer nach dem anderen

Diese Regel finden die meisten Kids ziemlich blöd, verständlich. Aber dennoch ist sie wirklich wichtig, um schlimme Zusammenstöße zu vermeiden. Etwa drei Viertel aller Trampolinverletzungen geschehen, weil mehr als eine Person springt. Das liegt vor allem an der sogenannten Impulsübertragung, die  dafür sorgt, dass sich die Beschleunigungskräfte erhöhen, wenn mehrere gleichzeitig springen. Gelenke und Knochen können diese Kräfte dann oft nicht mehr tragen und geben nach. Die Folge sind Knochenbrüche, Bänderrisse und Verrenkungen.

2. Kein Springen unter drei Jahren

Die kleinsten müssen leider draußen bleiben. Unter drei Jahre kann es beim Trampolinspringen zu schweren Verletzungen kommen, Knochenbrüche sind besonders häufig. Aber auch im Alter zwischen drei und fünf ist besondere Vorsicht geboten. Wichtig ist vor allem, die motorische Entwicklung des Kindes zu berücksichtigen.

3. Federpolsterung und Sicherheitsnetz 

Allein der Gedanke, zwischen die Federn zu rutschen oder mit dem Kopf auf den Metallrahmen zu fallen, macht eine Gänsehaut. Deshalb immer auf eine gute Polsterung der Federn und des Metallrahmens achten, die Kopfverletzungen, Schnittwunden und Brüche verhindert. Außerdem sollte der Reißverschluss des Sicherheitsnetzes beim Trampolinspringen immer geschlossen sein. 

4. Regelmäßiger Schadens-Check

Trampoline stehen in der Regel draußen und sind dementsprechend Sonne, Wind und Regen ausgesetzt, die das Material stark belasten. Deswegen sollten Trampoline regelmäßig auf diese Verschleißerscheinungen geprüft werden: 

  • das Lösen der Sicherheitsabdeckung vom Metallrahmen
  • Risse im Sicherheitsnetz
  • Beschädigungen am Reißverschluss des Sicherheitsnetzes
  • Reißen von Federn
  • Risse im Sprungtuch
  • defekte Nähte

5. Der Untergrund muss eben sein

Ein Trampolin muss auf einer ebenen Fläche stehen. Da es sich beim Springen außerdem bewegt, genügt es nicht Ungleichheiten einfach mit kleinen Unterlagen auszugleichen. Das wiederum erhöht nur noch das Gefahrenpotenzial.

6. Platz da: Keine Gefahrenquellen rund ums Trampolin

Wer vermeiden will, dass Spielzeug zu gefährlichen Geschossen wird oder bei Stürzen schlimme Schmerzen verursacht, sollte darauf achten, dass sich auf dem Trampolin wirklich nur das springende Kind bewegt. Alles andere bitte von der Sprungmatte fern halten. Vor dem Hüpfen also am besten einmal das Trampolin und den Bereich rund herum kontrollieren. 

7. Schuhe aus!

Es ist nicht nur gesünder für das Sprungegelenk ohne Schuhe zu hüpfen, sondern auch sicherer. Am besten eignen sich Anti-Rutsch-Socken Gymnastikschuhe. 

8. Und hopp – Saltos nur mit Hilfestellung und im Verein

Das gilt vor allem für den Rückwärtssalto, denn hier ist das Risiko für schwere Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen extrem hoch. Vorwärtssaltos sind zwar nicht ganz so kritisch, aber auch diese führen leicht zu Verletzungen der Arme und im Gesicht, Nacken und Zunge. Und das will man doch definitiv nicht!

9. Kinder nur unter Aufsicht springen lassen

Kennen wir: Kaum hat man sich umgedreht, hecken die lieben kleinen was aus. Kinder haben Flausen im Kopf und kommen gerne mal auf dumme Ideen. Auf dem Trampolin kann das aber wirklich gefährlich werden, deshalb: Immer ein Auge auf die Kids beim Trampolinspringen haben.

10. Respect the Trampolin!

Es ist ein Sportgerät, auf dem man sich verletzen kann, wenn man es nicht sachgemäß nutzt. Daher sollte jedes Kind und jede Aufsichtsperson die 10 Regeln kennen und sich natürlich auch daran halten. Na dann rauf auf das Ding und losgehüpft!

Weitere Übungen und hilfreiche Tipps rund um das Trampolinspringen im heimischen Garten können im Buch der beiden Profis nachgelesen werden. 


Dr. Dieter Hayn ist seit über 25 Jahren Trainer für Trampolinspringen. Mit der Zeit begleitete er tausende Kinder ab 6 Jahren, Jugendliche, Studenten und auch ältere Personen durch ihre ersten Versuche auf dem Trampolin. Als Aktiver war Dieter Hayn fünfmal österreichischer Staatsmeister im Trampolinspringen.

Pia Zottmann begann ihre Trampolinkarriere schon als Kind. Die mehrfache österreichische Staatsmeisterin im Trampolinspringen ist ausgebildete Übungsleiterin und national geprüfte Kampfrichterin. Sie trainiert seit vielen Jahren mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

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