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Auf gepackten Kartons: Umziehen in Zeiten von Corona

Frau sitzt mit Weinglas in Hand vor Umzugskartons
© Getty Images
Umzüge sind anstrengend, stressig, chaotisch und schon unter normalen Bedingungen eine Herausforderung. Wie das mit Corona im Nacken funktioniert und was man überhaupt darf, berichtet unsere Autorin aus ihrer neuen Wohnung. 
von Lena Selinger

Eine Trennung ist schon hart, die Wohnungssuche in Hamburg auch. Wenn man diese Hürde aber irgendwie genommen und mental zumindest halbwegs bewältigt hat, ist der Umzug natürlich die notwendige Konsequenz und logisch und machbar. Würde sich die Welt da draußen nur gerade nicht ein wenig anders drehen und stellte unser Leben einmal gründlich auf den Kopf. Umziehen in Zeiten von Corona – ein Drama in diversen Akten.

Ja, dann nehmen Sie sich eben ein Umzugsunternehmen...

...bekam ich auf die Frage an meinen neuen Vermieter zu hören, wie ich das wohl mit dem Umzug organisieren könnte. Ja, kann man machen, wenn man das nötige Kleingeld dazu hat. Das ist auf jeden Fall auch das, was ich jedem ans Herz legen würde. Ich habe das Kleingeld gerade nur leider nicht. Also lieber Transporter mieten und im Zweifel jeden Karton einzeln in den dritten Stock schleppen. Soviel ist das doch auch gar nicht: ein Bett, zwei Bücherregale, deren Inhalt, ein bisschen Geschirr und Klamotten... Doch die erste Hürde ist nicht die Menge an Möbeln und Kartons, sondern besteht darin, überhaupt einen Transporter zu bekommen, denn: Es gibt keine. Viele Counter sind einfach zu und der scheinbar einzig geöffnete, ist am anderen Ende der Stadt und hat auch keinen für mich. Mein Glück: Ein Bekannter hat einen großen Anhänger. Aber die ein oder andere anpackende Hand wäre durchaus auch noch hilfreich, schließlich muss das Zeug ja in den Anhänger und auch wieder raus. 

Umziehen und Corona: Was ist noch erlaubt?

Und wie ich so auf meine Kartons und auseinander gebauten Möbel gucke, fällt mir auf: Ich habe doch mehr Kram als gedacht. Leichte Panik steigt in mir auf. Wie soll ich das nur schaffen?  Schnell ist klar: Was nicht unbedingt sofort mit muss, bleibt erstmal, wo es ist. Kleinere Dinge kann man ja möglicherweise auch noch nach und nach holen. Aber dennoch: Wer hilft mir mit den großen Möbeln und was ist erlaubt? 

Checkliste: Umziehen in Zeiten von Corona:

  • Ein Umzugsunternehmen anheuern ist erlaubt
  • Personen und Familienangehörige aus dem eigenen Haushalt dürfen helfen
  • Nicht mit im Haushalt lebende Familienangehörige, Freunde oder Nachbarn scheiden an vielen Orten nun als Helfer aus, allerdings wird das von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich gehandhabt. In manchen droht ein Bußgeld, anderenorts ist es erlaubt. Es ist daher empfehlenswert, bei der Polizei nachzufragen.
  • Auf jeden Fall sollten während des Umzugs die empfohlenen Hygienemaßnahmen (Händewaschen, Abstand halten und das Tragen einer Maske) eingehalten werden.
  • Um möglichst wenig Kontakt beim Tragen von Kartons etc. zu haben, bietet es sich an, eine Kette zu bilden. So vermeidet man ständiges aneinander Vorbeilaufen beispielsweise im Treppenhaus.

Wer sich nicht an die geltenden Beschränkungen hält und den Umzug trotzdem mit Freunden durchzieht, dem drohen übrigens saftige Strafen von bis zu 25.000 Euro. Dagegen ist dann die Beauftragung eines Umzugsunternehmens schon fast ein Schnäppchen. Und:

Irgendwie geht es am Ende ja immer

Mein Lebensmotto! Für strukturierte Menschen aber ein großer Graus ist. Doch auch dieses Mal zeigte sich: Es lief schon irgendwie. Wenn auch mit vielen Tränen vor Wut auf mich, Corona, die Welt, meine Kartons, die Wohnung, die Umstände. Und ja, auch wenn es abgedroschen klingt und eigentlich auch nicht richtig hilft, aber: Es könnte noch viel schlimmer sein. Immerhin habe ich den Umzug erfolgreich gemeistert und versuche jetzt meinen kleinen und größeren Baustellen Herr zu werden. Es findet sich schon alles, sagt meine Oma, und die muss es wissen!

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