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Warum Männer suchen und Frauen finden

Warum Männer suchen und Frauen finden
© Getty Images
von Cordula Schmitz

Schon Kinder wissen: "Wenn Mama nicht weiß, wo der gesuchte Gegenstand ist, sind wir am Ende". Frauen sind so etwas wie die Trüffelschweine und Superfindedetektoren der Familie. Das gilt besonders, wenn der Partner etwas sucht. Warum ist das so?

Meistens beginnt es ganz harmlos: "Schatz, hast du die Gartenschere gesehen?" kommt die arglose Frage des Partners an die Frau des Hauses. "Ja, die liegt im Keller, im Regal." Brav geht der Mann in den Keller. Ende erster Akt. Dann aus den Untiefen des Kellers tönt es nach oben: "Wo im Regal, ich seh die Schere nicht." "Na, neben den Handschuhen", kommt die Antwort der Frau, die schon über dem Treppengeländer hängt. Was folgt ist ein ungefähr halbstündiges Gekruschel im Keller, begleitet von verzweifelten Stoßseufzern. "Ich finde die Schere immer noch nicht". Spätestens dann ist der Haushaltsdetektor auf zwei Beinen schon auf dem Weg in den Keller. Ein Griff und die Gartenschere ist in ihrer Hand. "Da", sagt sie einfach nur. "Ach, da meintest du", kommt entschuldigend von der Gegenpartei. Das Suchobjekt Gartenschere kann hier wahlweise mit jedem beliebigen Gegenstand ausgetauscht werden. Was Männer suchen, müssen meist die Frauen an ihrer Seite finden. Ein uraltes Phänomen

Was sagt die Wissenschaft dazu?

Wissenschaftlich gesehen haben Frauen tatsächlich ein anderes Raumgefühl. Das wird besonders deutlich, wenn es darum geht, den Weg auf unbekannten Terrain zu finden. Männer fragen aus Prinzip nicht nach dem Weg, sie speichern Wegmarken genauso wie räumliche Zusammenhänge. Frauen orientieren sich nur an Wegmarken, das macht ihnen die Orientierung in geschlossenen Räumen einfacher. So zum Beispiel im Keller oder Wohnzimmer oder in einer Schublade. Männer sind in einer solchen Situation schlichtweg überfordert. Das haben zwei Wissenschaftlerinnen bereits vor einigen Jahren an der Universität in Cambridge herausgefunden.

Der Lösungsansatz:

Ich kenne eine Frau, die zu ihrem Mann in den diversen Such-Situation gerne sagt: "Günther, tue nicht so, als ob du hier nicht wohnst." So hat sie ihn erzogen, genauer hinzuschauen. Klappt in 50 Prozent der Fälle und benötigt eiserne Nerven in der Übungsphase. Man darf nicht nachgeben und muss positive Erlebnisse verstärken. Die Alternative: Seufzen und Nachsicht üben. Hilft ja in vielen Dingen 😉


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