Warum Menschen, die nicht vergleichen, glücklicher sind

Seit Instagram, Facebook und Co sehen wir permanent, was für ein geiles Leben die anderen haben. Dabei ist es völlig egal für unser persönliches Glück, was alle anderen machen. 

von Viola Kaiser

Immer wenn ich mich länger auf Facebook oder Instagram aufhalte, geht es mir danach nicht unbedingt besser. Denn haben irgendwie alle Waschbrettbäuche, Oberschenkellücken, sind dauernd auf supercoolem Partys oder liegen an traumhaften Stränden. Mir ist natürlich klar, dass das alles nicht echt ist. Trotzdem bleibt was davon hängen, was ich sehe. Sind die da nicht alle dünner als ich? Und kennen die nicht mehr Leute? Haben die nicht alle viel mehr Geld, Freizeit und Freude?

Wir leben in einem Zeitalter des Neids

Die Royal Society of Public Health hat zusammen mit dem „Young Health Movement“ herausgefunden, dass vor allem Instagram das Seelenleben der Jugendlichen und jungen Erwachsenen negativ beeinflusst. Es führte bei Studienteilnehmern zu einem schlechten Selbstbild und einer negativeren Körperwahrnehmung. Ja, es konnte sogar zu depressiven Verstimmungen führen. Laut unterschiedlichster US-Studien leben wir in einem "age of envy", einem Zeitalter des Neids. Das allerdings ist nicht nur eine der sieben Todsünden, das ist vor allem nervig.

Neid entsteht aber nur, wenn man sich mit anderen vergleicht – und das Gefühl hat, dabei schlecht abzuschneiden. Die Lösung für dieses Problem ist ganz einfach: Nicht mehr vergleichen! Klingt jetzt ganz einfach, ist es aber heutzutage nicht, klar. Man kann sowas aber üben, etwa, in dem man sich deutlich macht, was man selbst hat und nicht was die anderen haben. Auch die Frage, ob das alles so echt, was man sieht, darf man sich ruhig noch mal stellen. Dann gibt es ganz einfache Werkzeuge, um eben gar nichts mehr zu sehen, mit dem man sich vergleichen kann. Maßnahme eins: Wer gern bei Facebook oder Instagram bleiben möchte entfolgt und entabbonniert einfach die Angeber und Poser, die besonders scharf drauf sind, ihr geiles Leben extra für Social Media-Kanäle Leben zu präsentieren. 

Tu, was dich froh macht, so oft und viel wie es geht

Mal ehrlich, es ist doch schnuppe, ob die Nachbarn mehr Geld haben oder die größere Karre, es ist egal, ob XY aus der Kita mehr Freizeit hat oder die Cousine einen viel durchtrainierteren Körper. Wichtig ist nur,  was man selber will. Was man dafür wissen muss? Was einen glücklich macht. Die Formel ist deswegen simpel: Tu, was dich froh macht, so oft und viel wie es geht. Dann bleibt das Vergleichen von ganz alleine aus. Außerdem sagen Psychologen, dass man sich selbst erziehen kann, mit Blick auf das, was gut ist, nicht das, was wir nicht haben. Und wenn wir anfangen doch zu vergleichen, kann das auch helfen unsere Leben zu verbessern – in dem es uns sagt, was wir ändern können, müssten oder sollten. Für uns, nicht für die anderen. 



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