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Sofie Eifertinger "Kitz" spielt mit den gängigen Schönheitsidealen

Sofie Eifertinger
Sofie Eifertinger
© instagram.com/sofieeifertinger
Die neue Netflix-Serie "Kitz" lebt vom Kontrast zweier Welten. Da sind zum einen Kellnerin Lisi Madlmeyer und ihre aus Kitzbühel stammenden Freunde, und zum anderen die Münchner Rich Kids um Influencerin Vanessa von Höhenfeldt. Die Unterschiede zwischen diesen beiden Welten sind auf den ersten Blick sichtbar, denn Lisi wird so gezeigt, wie sie nun einmal ist, samt deutlich sichtbarer Akne im Gesicht. 

Ebenmäßige Haut, perfekter Teint und am Körper keine Haare, außer auf dem Kopf natürlich. Da gerne möglichst viele und am besten lang. Weibliche Schönheitsideale scheinen sich in den letzten hunderten Jahren nur wenig verändert zu haben, und die Netflix-Serie "Kitz" scheint damit zu spielen. Sofie Eifertinger, die Kellnerin Lisi verkörpert, hat keine makellose Haut, im Gegenteil. "Lisi sollte weder ein perfektes Image noch Äußeres haben, sie sollte natürlich wirken", sagt Nikolaus Schulz-Dornburg, einer der Macher von "Kitz". Aber haben selbige damit wirklich das geschafft, was sie wollten?

"Kitz" spielt mit Äußerlichkeiten

Selten sind in Serien und Filmen Pickel zu sehen. Selbst Jugendliche, junge Erwachsene und Teenies erstrahlen makellos schön, von pubertär bedingter Akne ist hier nie – oder fast nie – eine Spur. Möglich macht es die Postproduktion oder die geschickte Auswahl der Darsteller, denn nicht selten werden junge Heranwachsende von Schauspielern verkörpert, die der Pubertät längst entwachsen sind. Das Hautbild der Protagonisten muss lupenrein sein, egal ob 14 Jahre alt, 24 oder 34. Bei "Kitz" ist das anders. Sofie Eifertingers Pickel werden keiner kosmetischen Retusche unterzogen, dürfen einfach das sein, was sie sind: real. Wie Netflix in der Pressemitteilung zur neuen Serie, die sich gerade großer Beliebtheit erfreut, schreibt, sei das ein bewusster Schritt gegen "toxische, unrealistische Schönheitsideale" gewesen. Lisi darf Pickel haben. So weit, so gut. Doch es gibt einen Haken.

Pickel nur für die Außenseiterin

Auffällig ist nämlich: Einzig und allein Kellnerin Lisi hat Pickel. Das "normale" Mädchen vom Dorf mit seinen Pickeln – für Schulz-Dornburg ein "spannender Kontrast zu den beiden modelnden Influencerinnen mit der perfekten Babyhaut." So lobenswert die Entscheidung, Hautunreinheiten zu zeigen, so fragwürdig ist sie, wenn man bedenkt, wer hier mit Pickeln durchs Bild läuft. Es ist NICHT die erfolgreiche, allseits beliebte, von der Öffentlichkeit gefeierte Influencerin. Es ist Lisi Madlmeyer aus Kitzbühel. 

Lisi Madlmeyer darf ihre Pickel offen zeigen
Lisi Madlmeyer darf ihre Pickel offen zeigen
© Screenshot Netflix

Auch Haare dürfen sprießen

Neben ihrer Pickel feiert Sofie Eifertinger auch ihre Körperbehaarung. Auf Pressefotos zur Serie posiert sie selbstbewusst, gibt auf einigen Bildern den Blick auf ihre Achselbehaarung frei. Rasieren? Nein, danke! 

Sofie Eifertinger in der Pressemitteilung zu "Kitz"
Sofie Eifertinger in der Pressemitteilung zu "Kitz"
© Netflix/Lorenzo Agius

In "Kitz" sind die Haare zwar kein Thema, aber Sofie scheint es ein Anliegen gewesen zu sein, zu zeigen, dass auch Frauen Haare haben, dass das ganz normal ist und man selbige nicht zwingend und dauerhaft entfernen muss.

Dieser Artikel ist zuerst auf Gala.de erschienen

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