Schwarze Zahnpasta für weiße Zähne - dank Aktivkohle?

Könnt ihr euch vorstellen, schwarze Zahnpasta zu benutzen? Wir fanden's auch komisch - haben uns aber getraut.

Was wurde getestet?

Die Whitening-Zahnpasta "White is Black" von Curaprox, die - obwohl sie pechschwarz ist, die Zähne dennoch aufhellen soll.

Was verspricht das Produkt?

Curaprox ist eine Schweizer Firma, die Produkte für Mundgesundheit entwickelt. Wie passt da eine Whitening-Zahncreme ins Portfolio? Ganz einfach: Statt chemischer Aufheller oder Schmirgelpartikel steckt in der "White is Black" Aktivkohle. Und die soll in der Lage sein, Verfärbungen ohne bleichen oder schmirgeln zu entfernen. Die Aktivkohle soll Beläge einfach aufsaugen. Zudem soll der Inhaltsstoff Hydroxylapatit in der Lage sein, kleine Löcher zu füllen.

Und was sagt die Testperson?

So sieht es aus, wenn Jana Gloistein und die Zahnpasta "White is Black" aufeinandertreffen.

Jana Gloistein, freie Beauty-Redakteurin: "Produkte mit Aktivkohle sind gerade ja sehr angesagt - aber eine pechschwarze Zahnpasta ist schon irgendwie schräg. Ich zögere kurz, als ich mir die "White is Black" erstmalig in den Mund schiebe. Hoffentlich verfärbt sie meine Zähne nicht...

Die Zahnpasta beginnt sofort zu schäumen und schmeckt schön frisch. Allerdings habe ich den gesamten Mund voll grauem Schaum. Das sieht ziemlich fies aus, eignet sich aber hervorragend, um den Freund zu erschrecken. Was für ein Spaß!

Nach dem Ausspülen betrachte ich nervös meine Zähne im Spiegel - sie sind weder schwarz, noch grau. Auch nicht in den Zwischenräumen. Stattdessen fühlen sie sich tatsächlich schön glatt an. Und auch das Frischgefühl ist richtig gut. Und sie sehen auch ein klitzekleines bisschen weißer aus. Ob das wohl am Blaufilter liegt, der die Zähne optisch aufhellen soll? Oder einfach daran, dass die Zähne zuvor schwarz-grau waren und nun natürlich heller wirken? Ich weiß es nicht, aber über weiße Zähne freue ich mich immer!

Gerade meine unteren Zähne werden an der Hinterseite durch Ablagerungen von Tee und Kaffee schnell stumpf. Auch über einen längeren Zeitraum bleibt das Gefühl, dass die "White is Black" zuverlässig alle Beläge wegschrubbt, die sich so im Laufe des Tages ansammeln. Und wenn das auch noch Zahnschmelz-schonend passiert, ist das wirklich top!

Nach so viel Lob gibt es aber auch einen kleinen Kritikpunkt: Die mitgelieferte Zahnbürste ist viel zu starr. Ich bin mehrere Male abgerutscht und habe sie mir ins Zahnfleisch gerammt. Also habe ich sie durch meine normale Zahnbürste ausgetauscht. Die hat nun zwar graue Borsten - aber damit kann ich gut leben..."

Was kostet's?

Die schwarze Zahnpasta gibt es in zwei Varianten: Die hier getestete "White is Black" hat einen extra milden Geschmack. Die "Black is White" soll erfrischend-limonig schmecken. Beide Zahnpasten kosten je 27,50 Euro und sind im Online-Shop von Curaprox erhältlich. Sie werden zusammen mit der Zahnbürste CS 5460 ultra soft geliefert.

Was kann Zahnpasta mit Aktivkohle? 

Schwarze Zahnpasta gehörte in den letzten Monaten zu den absoluten Stars im Drogeriemarkt. Ein Beautyprodukt, das jeder mal ausprobieren will? Kein Wunder, denn die Versprechen, die Zahnpasta mit Aktivkohle macht, klingen famos: Besonders bei Verfärbungen durch Tee oder Kaffee will die Aktivkohle gegenwirken. Sie bindet Verschmutzungen einfach an sich. Und wie funktioniert das?

Aktivkohle ist eine besondere Form der Kohle, darin enthaltenen Kohlepartikel sind äußerst porös und wirken stark vergrößert wie ein Bimsstein. Diese Beschaffenheit ermöglicht es der Aktivkohle, die verschiedensten Stoffe zu absorbieren. Und die Zähne besonders schonend zu reinigen. Für alle, die die Zahnpasta nicht so gern mögen oder auf ihre bewährte Tube des Vertrauens nicht verzichten wollen, gibt es eine neue Alternative. Aktivkohlepulver, das man mit einem Schluck Wasser im Mund spülen kann. Extratipp: Das Ausspülen nach dem Zähneputzen ist extrem wichtig, denn sonst können sich am Zahnfleischsaum schwarze Rückstände ablagern.

Funktioniert das wirklich?

Kritiker der schwarzen Zahnpasta werfen ihr vor, gar nicht halten zu können, was sie verspricht: Denn die Absorptionsfähigkeit der Aktivkohle ist begrenzt. Kohlepartikel sind nur bis zu einem gewissen Grad aufnahmefähig. Und das ist das Problem: Die Aktivkohle ist mit  anderen Wirkstoffen in der Zahnpastatube gemischt. Da die Kohle jedoch reaktiv ist, reagiert sie mit diesen Stoffen und bindet sie an sich. Ist sie dadurch bereits gesättigt und hat gar nicht mehr das Potenzial Verschmutzungen der Zähne aufzunehmen? Ökotest führte einen ausgiebigen Test mit schwarzer Zahnpasta durch – mit wenig überzeugenden Ergebnissen.

Auch wissenschaftliche Studien konnten den Erfolg der schwarzen Paste nicht nachweisen. Alles individuelles Empfinden und Geschmackssache? Unserer Testerin hat die Zahnpasta mit Aktivkohle jedenfalls gut gefallen. 

Videoempfehlung:

Pink mit Blaustich – gute Kombi, um die Zähne strahlen zu lassen. Wem der Farbton steht, der sollte zugreifen. 

Wer hier schreibt:

Themen in diesem Artikel
Brigitte-Newsletter

Brigitte-Newsletter

Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.