Absurd! Das ist der skurrilste Beauty-OP-Trend seit Langem!

Immer mehr Menschen eifern ihren Idolen auf Instagram nach. In letzter Zeit kristallisiert sich daher ein neuer Beauty-Trend heraus, der nicht ungefährlich ist. Vor allem Millenials sind betroffen.

Fitnessmodels und Beautyblogger sind die Heldinnen unserer Zeit. Hingen sich Jugendliche damals noch den Starschnitt ihres Lieblingssängers oder -schauspielers an die Wand, eifern die sogenannten Millenials heute ihren digitalen Idolen nach. Der Begriff "Influencer" ist längst nicht mehr eine Modeerscheinung, sondern ist zum echten Beruf avanciert –den junge Mädchen heutzutage ebenfalls ergreifen wollen.

Likes als digitale Währung

Bezahlt wird in Likes. Je mehr Reichweite ein Influencer bekommt, desto höher steigt sein Wert, was lukrative Werbekooperationen nach sich zieht. Das "Gefällt mir"-Herzchen und der nach oben zeigende Daumen sind in den sozialen Netzwerken der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich Nutzer einigen. Das Ziel: So viele Likes wie möglich sammeln. Und diese bekommt man eben mit schönen Bildern.

Dass die vermeintliche Schönheit auf Instagram und Snapchat nur wenig mit der Realität zu tun hat, dürfte den meisten Erwachsenen dabei klar sein. Jugendliche jedoch, sehen die vergrößerten Augen, die makellose Haut und die niedliche Nase des Face-Filters und spiegeln die digitalen Schönheitsideale zurück auf das analoge Ich. Mit der Folge, dass sie dabei schnell einem falschen Schönheitsideal nacheifern.

Unzufriedenheit im eigenen Körper

Das Phänomen nennt sich "Selfie-Dysmorphophobie", worüber schon der Stern im Januar 2019 berichtete. Demnach sollen die Filter Unzufriedenheit im eigenen Körper auslösen, was dazu führte, dass junge Menschen mit ihrem Filter-Selfie zum Schönheitschirurgen gingen und nach eben diesem Bild operiert werden wollten. Bisher handele es sich bei diesem Trend jedoch laut der „Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie" um Einzelfälle der Generation-Selfie. Tendenz: steigend.

Auch Cynthia Wolfensberger, Ärztin für ästhetische und plastische Chirurgie, berichtet der "NZZ", dass vor allem junge Frauen ihren Vorbildern aus sozialen Netzwerken nacheiferten: "Einige haben das Gefühl, sie müssten sich möglichst perfekt dem Bild annähern, das Social-Media-Stars von sich vermitteln." Auch wenn man vielen Bildern die offensichtliche Bearbeitung anmerke, so die Chirurgin weiter, leiteten manche Patientinnen davon ab, in der Zeit von Photoshop sei mit einer Schönheitsoperation alles machbar.

Po-Vergrößerungen am beliebtesten

Wie sehr das aktuelle Schönheitsideal von den sozialen Netzwerken abhängig ist, zeigt eine Umfrage der "American Society of Plastic Surgeons", wie "CNBC" berichtet. Demnach haben sich im vergangenen Jahr 24.099 Menschen den Hintern vergrößern lassen – 19 Prozent mehr als im Vorjahr. Laut "CNBC" seien die Operierten durch Stars wie Kim Kardashian und ihre Schwestern inspiriert, die ihre unnatürliche, vielfach schönheitsoperierte, Sanduhr-Figur stets über Instagram zu Schau stellen. Beim so genannten "Brazilian Butt Lift" saugt der Chirurg Fett an unliebsamen Stellen ab – etwa am Unterbauch – um damit den Po zu unterspritzen und ihn so voluminöser zu formen.

Eltern in der Pflicht

Priska Dabkowska ist bei Pro Juventute, einer Schweizer Stiftung zur Unterstützung von  Kindern und Jugendlichen, für Medienkompetenz zuständig. Sie sieht laut "NZZ" die Eltern in der Pflicht, diesem Trend entgegenzuwirken. Gab es unrealistische Vorbilder bereits früher – wie zum Beispiel mit Twiggy, dem Supermodel der 60er-Jahre – so sei der Schritt zum Konsum heutzutage viel schneller gemacht.

"Im Umfeld von Influencern werben Online-Shops für Diäten, Make-up oder aufgespritzte Lippen", sagt sie gegenüber der NZZ. Wenn aber Eltern ebenfalls ständig am Handy hingen und unkritisch konsumierten, seien sie ein schlechtes Vorbild für ihre Kinder. Eltern sollten demnach den Internetkonsum ihrer Kinder besser kontrollieren, ihnen aber dennoch genügend Raum lassen, damit sie ihre eigenen Erfahrungen machen könnten.

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Wer hier schreibt:

Yasemin Kulen
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