VG-Wort Pixel

Lasern Diese modernen Techniken verbessern dein Hautbild

Lasertechnik
Die Laser-Technik hat sich über die Jahrzehnte verbessert. 
© Sevim Aslan
Den Körper formen, das Hautbild verbessern, Flecken oder Härchen entfernen – all das können Laser schon lange. Doch noch nie waren sie dabei so sanft und schonend wie heute.
von Abenaa Namslau

Seit ihren Anfängen in den 1960er-Jahren hat sich die Laser-Technik, ein gebündelter, fokussierter und hochenergetischer Lichtstrahl,  ständig weiterentwickelt. Aus der Flut verschiedenster Ansätze haben wir uns auf die neuen minimalinvasiven für ästhetische Behandlungen konzentriert. Was hat sich verändert?

Statt mit möglichst viel Energie möglichst tief zu gehen wie früher, behandelt man heute lieber sanfter und öfter.

Das erklärt die Dermatologin Dr. Negin Pakravesh aus Hamburg. Für ein optimales Ergebnis muss man sich trotzdem gut informieren und zum Beispiel strikt an den UV-Schutz halten, damit es nicht zu Nebenwirkungen oder Verbrennungen kommt.

Laserbehandlungen erfordern Fachwissen und Erfahrung 

Eine neue Verordnung regelt jetzt, wer lasern darf. Sie umfasst auch IPL-Behandlungen (Intensiv gepulstes Licht) mit schwächerem mehrfrequentem Licht der Blitzlampe, das oft gegen Härchen oder Rötungen eingesetzt wird. „Die NiSV, die gesetzliche Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen, verbessert die Sicherheit: Nur noch extra qualifizierten Ärzt:innen und Fachkräften ist Lasern somit erlaubt“, sagt Dr. Pakravesh.

Laserkreuz am Bein
Laserbehandlung am Bein.
© Sevim Aslan

Neue Lasermethoden für diverse Einsatzgebiete

  1. Flecken entfernen

    Hier gibt es zwei Ansatzpunkte: zum einen moderate Fettpolster – vor allem hartnäckige, die man auch mit Sport oder Ernährung nicht erreicht. Zum anderen das Bindegewebe. Neben Methoden wie Kryotherapie, Radiofrequenz oder hochfokussierter Ultraschall (Hifu) stehen zur Fettreduzierung auch Lasergeräte bereit. Eine mögliche Behandlung ist etwa das Warm Sculpting zur Fettreduzierung an Bauch, Hüften, Rücken sowie Oberschenkeln. „Hitze ab 43 Grad schädigt Fettzellen, und es hat einen straffenden Shrinking-Effekt auf das Bindegewebe. Keine Methode zur Gewichtsreduzierung“, so unsere Expertin, „aber für eine leichte Körperformung bei Menschen mit einer moderaten Fettschicht.“
    Behandlung: In der etwa 25-minütigen Sitzung erhitzen aufgelegte Applikatoren gezielt die Fettzellen, Kontaktkühlung beugt Hautschädigungen vor. Es gibt keine Ausfallzeiten, die Ergebnisse zeigen sich nach etwa sechs bis zwölf Wochen, ab ca. 250 Euro.

  2. Intensiv pflegen
    Auch als Teil verwöhnender Treatments haben Laser einen Platz gefunden. „Sie bereiten die Epidermis so vor, dass sich Stoffe wie Vitamin C oder Hyaluronsäure noch besser einschleusen lassen – auch etwa Kojicsäure gegen hartnäckige Pigmentstörungen“, sagt die Ärztin. „Die Hautstruktur, Sonnenschäden und Flecken lassen sich damit sehr gut behandeln und verbessern.“ Eine sehr sanfte Methode ist das Byonik-Verfahren, ein Facial, dessen Herzstück ein sogenannter Puls-Triggered-Laser (PTL) ist. Das Besondere: Seine Frequenz passt sich dem Puls der Kundinnen an, in dessen Rhythmus auch unsere Hautzellen arbeiten. Das soll die Wirkstoffaufnahme zusätzlich unterstützen, ohne dass die Haut verletzt wird. Mit eingeschleuster Hyaluronsäure und Antioxidantien werden die Konturen gefestigt, die Haut geglättet und sichtbar verjüngt. Treatments gibt‘s für Gesicht, Hals, Dekolleté, Arme, Hände und Beine.
    Behandlung: Die etwa einstündige schmerzfreie Gesichtsbehandlung kostet in dermatologischen Instituten ca. 140 Euro und verursacht keine Ausfallzeit.

  3. Fältchen glätten
    Früher bedeutete Hautverjüngung mit dem Laser, dass die oberste Hautschicht abgetragen wurde und sich über Wochen jünger, frischer erneuerte. „Das funktioniert zwar, aber Patient:innen sind nicht mehr bereit, so lange mit roter, verkrusteter und nässender geschwollener Haut herumzulaufen“, so Dr. Pakravesh. Und natürlich geht es längst sanfter, etwa mit dem fraktionierten Laserstrahl, der, in kleinste Strahlen geteilt, mikroskopische Verletzungssäulen in die Haut setzt und so die Erneuerung anstößt. Den technisch nächsten Schritt gehen Picosekundenlaser (siehe vorige Seite). Sie lösen einen Effekt aus, den man „Laser Induced Optical Breakdown“ (LIOB) nennt: Sie erzeugen winzige Plasma-Bläschen, die in der Haut kleinste Teilchen verschwinden lassen, was die Heilung in Gang setzt, Narben mindert und den Teint verjüngt.
    Behandlung: Meist zwei bis drei Sitzungen à 20 Minuten im Abstand von drei Wochen, je ca. 250 Euro.

  4. Härchen loswerden
    Eine Erleuchtung für alle, die nicht mehr rasieren, waxen oder epilieren wollen. Das Prinzip: hochenergetische Lichtimpulse werden über die Melaninpigmente der Körperhaare an die Haarwurzel weitergeleitet und veröden sie mit ihrer Hitze. „Je heller die Haut und je dunkler das Haar ist, desto besser klappt‘s“, sagt die Expertin. Und während die verbreitete IPL-Therapie bis zu 30 Sitzungen für ein gutes Ergebnis benötigt, braucht der Laser nur maximal zehn, um alle Haare in der Wachstumsphase zu erwischen. Neue Technologien verhindern Verbrennungen bei dunkler Haut: So können Dioden- und Alexandritlaser über Hauttyp 3 hinaus behandeln.

    Behandlung: Fünf bis zehn Behandlungen im Abstand von sechs Wochen sind erforderlich. Je nach Areal variiert die Dauer von zehn Minuten bis hin zu einer Stunde. Ab ca. 60 Euro.

Produktion: Birgit Potzkai Brigitte

Mehr zum Thema