Dreadlocks: Frisur mit Charakter

Dreadlocks sind ein unkonventioneller Haarstyle, der manchmal noch mit Klischees zu kämpfen hat. Hier klären wir die wichtigsten Fragen!

Was sind Dreadlocks?

  • Dreadlocks (auch Dreads genannt) sind Strähnen durchgängig verfilzter Haare. Sie können auf natürliche Weise entstehen oder künstlich hervorgerufen werden. 
  • Oft werden sie auch als Rastas oder Rastalocken bezeichnet, wobei diese Begriffe aber grundsätzlich auch Frisuren wie Cornrows oder Braids mit einschließen. Generell wird mit der Bezeichnung Rasta auf die Anhänger der Rastafari-Kultur verwiesen.
  • Dreadlocks können Ausdruck religiöser oder kultureller Zugehörigkeit sein. Außerdem haben sie sich in verschiedenen Sub- und Popkulturen etabliert. Mittlerweile sind sie hierzulande aber auch einfach als unkonventioneller Haarstyle etabliert. 

Dreadlocks machen: Vorüberlegungen

  • Generell sollte man sich gut überlegen, ob man Dreads haben möchte, da sie am Anfang mit einem relativ hohen Zeitaufwand verbunden sind und die Haarstruktur im wahrsten Sinne des Wortes komplett zerstört wird. Das heißt, möchte man die Frisur nicht mehr haben, hilft entweder nur ein Kurzhaarschnitt oder ein teils nur bedingt mögliches, mühseliges Auskämmen (nur möglich, wenn die Dreads noch recht jung sind). Dass die Haare nach dieser Prozedur kaputt sind, dürfte verständlich sein!
  • Bedenkt, dass sich Dreadlocks durch den Filzprozess in den ersten Monaten zusammenziehen und teilweise um die Hälfte der Länge schrumpfen. Eure Haare sollten also bereits eine gute Länge aufweisen.
  • Dreadlocks erfordern anfangs und auch während der Zeit immer wieder viel Aufwand – wer diese Zeit nicht investiert, hat schnell ungepflegte Dreads.

Dreadlocks selber machen: Ja oder nein? 

Dreadlocks werden von einigen Friseuren oder Privatpersonen professionell gemacht. Der hohe Zeitaufwand für Dreadlocks spiegelt sich dabei im Preis wieder. Hier sollte man auf Erfahrungen und Bewertungen achten. 

Video-Tutorial: Seitlicher Zopf? Geht ganz einfach!

Dreadlocks lassen sich aber auch selber oder mithilfe guter Freunde machen. Gerade am Hinterkopf ist es im Alleingang quasi fast unmöglich, Dreads zu machen, da die Position für die Arme sehr anstrengend wird. Das Wichtigste dabei: Viel Ausdauer und Geduld mitbringen und am besten mehrere Tage einplanen! 

Dreadlocks machen: So geht‘s

Wichtig: Um Dreadlocks zu machen, sollten eure Haare frisch gewaschen und trocken sein! 

So entsteht ein Dread:

  1. Eine Strähne vom Rest des Kopfhaars mit einem Stilkamm abteilen. Achtung: Wer gleichmäßige Dreads möchte, sollte darauf achten, die Strähnen auch gleichmäßig dick zu halten.
  2. Zwei Zentimeter nach der Kopfhaut beginnt ihr nun, die Haare zur Kopfhaut hin mit einem Nissenkamm zu toupieren. Dabei die Strähne straff halten und immer wieder lang ziehen. So arbeitet ihr euch jeweils abschnittsweise um ein paar Zentimeter vor, bis ihr die Haarspitzen erreicht habt. Zwischenzeitlich kann es helfen, die Strähne zwischen beiden Handflächen zu rubbeln – mit dieser Methode verfilzen die Haare zusätzlich und die Form des Dreads wird definiert.
  3. Danach wird die verfilzte Strähne verfestigt, indem mit einer Häkelnadel herausstehende Haare immer wieder eingedreht und in die Mitte des Dreads gezogen werden. Je nach Haarlänge kann sich die gesamte Prozedur pro Dread sehr lange hinziehen. Gerade die Nacharbeit mit der Häkelnadel zahlt sich aber aus, da dieser Schritt verhindert, dass die Dreadlocks vor allem in der ersten Zeit wieder aufgehen! Ob die Haarspitzen offenbleiben oder durch Umklappen mit eingefilzt werden, ist Geschmackssache.

Tipp: Am besten wartet ihr mit der ersten Haarwäsche bis zu einer Woche, damit sich die Dreadlocks bereits etwas verfestigt haben.

Kann man Dreadlocks waschen?

Ja, natürlich! Dreadlocks lassen sich genauso waschen wie anderes Haar auch. Sprich: Haare nass machen, mit einer kleinen Menge Shampoo oder Seife einseifen und sehr gründlich ausspülen. Man muss lediglich darauf achten, ein Shampoo ohne Conditioner zu verwenden. Auch eine Spülung hat bei Dreadlocks nichts zu suchen, da die Haare ja nicht gepflegt, sondern verfilzt werden sollen. Einziges Manko: Dreadlocks brauchen je nach Dicke und Länge unter Umständen mehrere Stunden, um zu trocknen. Achtet immer darauf, dass die Dreads gut durchtrocknen und ihr euch nicht mit nassen Haaren schlafen legt – das könnte gerade bei dickeren Dreadlocks Schimmel im Inneren der Dreads hervorrufen! Besser: Haare gegebenenfalls föhnen – das fördert außerdem zusätzlich das Verfilzen!

Welches Shampoo für Dreadlocks?

Ich verwende ein Antischuppenshampoo und habe damit gute Erfahrungen gemacht. Andere schwören auf Kern- oder Olivenseife – wobei ihr hier testen müsst, ob die Kopfhaut die Seife verträgt. Auch Totes-Meersalz-Shampoo wird oft empfohlen.

Wie oft sollte man Dreadlocks waschen?

Das hängt von dem persönlichen Empfinden und vor allem dem Lebensstil ab. Generell fettet die Kopfhaut weniger nach, wenn sie weniger oft gewaschen wird. Ich wasche meine Haare ein bis zwei Mal die Woche.

Dreadpflege

Gerade im ersten halben Jahr verändern sich die Dreadlocks stetig. Folgende Pflegepunkte sollet ihr in den ersten Monaten regelmäßig und danach je nach Bedarf durchführen:

  • Ansatz nachfilzen: Dreads am Ansatz eindrehen und mit einer Häkelnadel die losen Haare in den Dread ziehen.
  • Zusammengefilzte Dreadlocks entzweien: Hier hilft entweder vorsichtiges Reißen oder eine kleine Schere. Gerade mit der Schere solltet ihr am hinteren Kopf jemand anderes um Hilfe bitten. Die losen Haare danach in den Dread einarbeiten.
  • Dreads in Form bringen: Dreadlocks haben manchmal ein Eigenleben – je nachdem, wie gründlich am Anfang gearbeitet wurde, ziehen sie sich unterschiedlich dick zusammen, verfilzen an manchen Stellen gar nicht oder bilden Knubbel aus. Hier hilft es, den Dread öfters zwischen den Handflächen in Form zu rubbeln und regelmäßig mit der Häkelnadel nachzuarbeiten.

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