Dreadlocks machen: So geht's

Du möchtest dir Dreadlocks machen? Wir erklären, wie die Frisur mit der Backcombing-Methode gelingt. Außerdem haben wir hilfreiche Tipps und Tricks parat!

Dreadlocks selber machen: So gelingt die Frisur

Vorbereitungen:

Deine Haare sollten frisch gewaschen und trocken sein. Grundsätzlich solltest du bereits einige Wochen zuvor Spülung/Conditioner oder Shampoos mit Silikonen weglassen.

Du brauchst: 

  • Stilkamm
  • Haargummis
  • Nissenkamm (gibt es z.B. in Apotheken)
  • Häkelnadel (ich empfehle die Größen 2 mm bis 2,5 mm)
  • Bei Bedarf: dünne Filznadel

Hinweis: Dreadlocks zu machen, dauert je nach Haarlänge sehr lange. Du solltest also viel Zeit mitbringen oder das Projekt auf mehrere Tage verteilen. Außerdem solltest du dir überlegen, ob du die Frisur wirklich haben willst: Sind deine Haare einmal verfilzt, ist es schwierig und sehr mühselig, die Dreadlocks wieder auszukämmen und im Zweifelsfall steht erst einmal eine Kurzhaarfrisur auf dem Programm.

Dreadlocks machen mit der "Backcombing-Methode"

Wenn du vorhast, dir auf dem gesamten Kopf Dreads zu machen, gehe strukturiert vor: Beginne entweder am Unterkopf und arbeite dich nach oben vor oder du beginnst an einer Seite und arbeitest dich dann zur anderen Seite vor.

  1. Zuerst muss der Durchmesser der Dreads vorher auf der Kopfhaut bestimmt werden: Am besten teilst du mit einem Stilkamm in einem Bereich gleichmäßig große Quadrate ab und befestigst sie mit dünnen Zopfgummis. So stellst du sicher, dass die Dreads gleich groß werden und alle Strähnen nacheinander gefilzt werden ohne das einzelne Haarsträhnen übrigbleiben.
  2. Picke dir nun eine Strähne am Rand heraus und binde die anderen Haare zurück, damit sie dir nicht im Weg sind. 
  3. "Backcombing": Entferne den Haargummi dieser Strähne und halte sie straff. Toupiere nun den unteren Bereich der Haarsträhne mit einem Nissenkamm entgegen der Wuchsrichtung. Du solltest dabei aber nicht direkt bis zum Haaransatz toupieren, da der Dread nicht abstehen, sondern später schön fallen soll. Am besten lässt du am Ansatz ein bis zwei Zentimeter Haar stehen, bevor du mit dem Toupieren ansetzt. Toupiere das Haar dann abschnittsweise bis du an den Haarspitzen angelangt bist, während du die Strähne weiterhin straff hältst. Diese Methode nennt sich Backcombing. 
  4. Nimm die Strähne anschließend zwischen beide Handflächen und rolle sie immer wieder kräftig vom Haaransatz bis zur Spitze zwischen den Händen. Du wirst feststellen, dass das Haar sich schon fester und viel voluminöser anfasst. Die Haare sind jetzt schon etwas verfilzt.
  5. Nehme nun eine Häkelnadel, steche sie durch den Dread und ziehe mit einer Drehbewegung immer wieder einzelne Haarsträhnen in den Dread. Dünne Haarsträhnen werden so verzwirbelt und geben dem Dread Halt. So arbeitest du dich von unten bis oben vor und verfestigst den Dread noch weiter. Das erfordert etwas Übung. Auch den Haaransatz solltest du etwas eindrehen und dort mit der gleichen Methode die Haare in das Innere ziehen, um auch diesen Bereich ein bisschen zu verfestigen. 
  6. Offene oder umgehäkelte Spitzen? Das ist Geschmacksache! Lasse deine Haarspitzen unverfilzt, wenn du offene Spitzen haben möchtest. Alternativ kannst du die Haarspitzen umlegen und einhäkeln. Dadurch entsteht eine runde Dreadspitze.
  7. So kannst du für den gesamten Kopf vorgehen und dich vorarbeiten.

Hinweis: Insgesamt kann dieser Vorgang vom Toupieren bis zum Häkeln (je nach Haarlänge) eine halbe bis ganze Stunde dauern. Gerade aber der letzte Schritt mit der Häkelnadel ist sehr wichtig, damit der Dread nicht bei der ersten Haarwäsche wieder aufgeht. 

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Wie lange dauert es, Dreads zu machen?

  • Das hängt ganz von der Haarlänge und der individuellen Haarstruktur ab: Krause Haare verfilzen zum Beispiel besser als glatte Haare. Aber auch aus kräftigem, glatten Haar kannst du Dreadlocks machen, eventuell dauert es dann nur etwas länger! Außerdem hängt die Dauer davon ab, ob die Technik gut beherrscht wird.
  • Pro Dread brauchst du, wenn du noch relativ ungeübt in der Technik bist, je nach Länge der Haare eine halbe bis ganze Stunde.
  • Je nach Umfang der Dreads und dicke deiner Haarpracht wirst du am Schluss grob zwischen 30 und 60 Dreads (bei relativ dünnen Dreadlocks) auf dem Kopf haben. Entsprechende Zeit solltest du einplanen.

Dreadlocks machen: Nachsorge

  • Bevor du deine frischen Dreadlocks das erste Mal wäschst, solltest du ein paar Tage bis zu einer Woche warten. So können sich die Dreadlocks schon etwas verfestigen.
  • Verwende keine Spülung/Conditioner oder Shampoo mit Silikonen beim Waschen. Am besten eignet sich dagegen Kernseife oder ein Anti-Schuppen Shampoo. Lasse die Dreadlocks nach jedem Waschen gut trocknen oder föhne sie gegebenenfalls, ansonsten könnten sie schimmeln.
  • Anschließend geht es regelmäßig an die Nachbearbeitung: Zusammengefilzte Ansätze entzweien, die Ansätze nachfilzen, herausstehende Haare mit der Häkelnadel hereinziehen, den Dread regelmäßig zwischen den Handflächen in Form bringen und mit der Häkelnadel verfestigen.
  • Achtung: Innerhalb des ersten halben Jahres verfestigen sich deine Dreads. Gerade durch das Waschen und die Nachsorge ziehen sie sich immer mehr zusammen. Sie können unter Umständen sogar um die Hälfte oder mehr schrumpfen. Du solltest also bereits etwas längere Haare haben, bevor du dir Dreadlocks machst/machen lässt. Bedenke auch, dass die Haare in der ersten Zeit noch sehr wirr und verfilzt aussehen, bis sie den typischen Look annehmen.

Dreadlocks selber machen: Vor- und Nachteile

  • Kann man Dreadlocks selber machen oder muss ich dafür zu einem speziellen Friseur? Die Antwort ist einfach: Ja, du kannst sie selber machen, aber es erfordert einige Koordination und Anstrengung – und spätestens am Hinterkopf stößt du allein an deine Grenzen.
  • Während das Selbermachen bei dem Deckhaar und an den Seiten noch funktionieren kann, lassen sich die Arme für die Dreads auf dem Hinterkopf meist nicht/oder nur sehr umständlich in die entsprechende Position bringen. Generell ist es daher empfehlenswert, eine zweite Person um Hilfe zu bitten, insofern du Dreads auf dem gesamten Kopf haben möchtest: Am besten springt hier eine gute Freundin oder ein guter Freund ein, die auch nach diversen Stunden immer noch Geduld und Ausdauer mitbringen. Das Verfilzen der Haare kann auch Spaß machen, denn ausreichend Zeit zum Erzählen habt ihr hierbei allemal!
  • Hat man einmal den Dreh raus, kann das Ergebnis beim Selbermachen durchaus sehr gut werden. Am besten probierst du dich aber erstmal an ein paar einzelnen Dreads aus, schließlich möchtest du mit dem Ergebnis später zufrieden sein.
  • Eines ist sicher: Wenn du oder ein/e Freund/in die Dreads selber machen, sparst du Geld, denn die Dreads von einem Profi machen zu lassen, hat bei entsprechender Dauer seinen Preis. Wenn du dir allerdings unsicher bist, solltest du die Dreadlocks machen lassen. Denn jemand, der Erfahrung darin hat, kann deine Haarstruktur besser einschätzen und professioneller vorgehen.
  • Einige Friseure bieten diesen Service an, aber auch Privatpersonen haben sich damit selbstständig gemacht. Normalerweise können sie die Dreadlocks aufgrund der Übung schneller und akkurater machen. Grundsätzlich solltest du bei Friseuren und Privatpersonen auf Erfahrungen und Bewertungen achten. Bedenke dabei immer, dass die Frisur möglichst gut gemacht sein soll, um entsprechend lange zu halten.

Wenn du weitere Infos über Dreadlocks haben möchtest, schaue mal in unseren Info-Artikel über Dreadlocks, in dem wir auch über VorüberlegungenDreadpflege und Dreadlocks waschen berichten.

Hier haben wir noch schöne Frisur-Ideen für dich: Stöbere in unseren Ideen rund um Bandana-Frisuren, Frisuren für Locken und Kurzhaarfrisuren

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