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Dreadlocks pflegen Tipps rund ums Waschen und die Dreadpflege 

Dreadlocks pflegen: Mädchen mit Dreads
© AntGor / Shutterstock
Wer Dreadlocks hat, kommt nicht umhin, sich alsbald mit der Pflege der Dreads auseinanderzusetzen. Denn wie bei jeder anderen Frisur auch, muss man sich bei Dreadlocks um seine Haare kümmern, sonst sehen sie nach einer Weile wirr und ungepflegt aus. Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen zur Dreadpflege.

Kann man Dreadlocks waschen?

Diese Frage wird mit einem klaren JA beantwortet. Man kann sie nicht nur, sondern man sollte sie unbedingt regelmäßig waschen! In den Dreads sammelt sich (wie bei normalem Haar auch) Dreck, Staub und Talg, die regelmäßig bei einer gründlichen Haarwäsche ausgespült werden müssen.

  • Nach eigenen Erfahrungen sollten die Dreadlocks mindestens einmal die Wochegewaschen werden. Dieser Richtwert ist aber abhängig vom individuellen Lebensstil: Wer viel Sport treibt, schnell schwitzt oder durch die Arbeit Staub oder Gerüchen ausgesetzt ist, sollte sie öfter waschen, da die Dreadlocks andernfalls einen unschönen Geruch annehmen können. Nur allzu oft sollte man sie nun auch wiederum nicht waschen – da die einzelnen Dreads (vor allem in den ersten paar Wochen) durch die Haarwäsche schneller miteinander verfilzen, bedeutet häufiges Waschen anschließend mehr Arbeit beim Separieren der einzelnen Dreads.
  • Grundsätzlich ist bei Dreadlocks zu bedenken, dass sie wesentlich langsamer trocknen als normales Haar. Je nach Haarlänge und Dicke der Filzlocken kann das mehrere Stunden dauern. Richtig lange Dreadlocks können nach einer Haarwäsche in den Morgenstunden selbst am Abend noch leicht feucht sein. 
  • Die Dreadlocks müssen immer gut durchtrocknen! Trocknen die Dreadlocks nach der Wäsche nicht komplett durch, kann sich unter Umständen nach einer Weile ein unangenehmer Geruch oder im Inneren der Dreads sogar Schimmel bilden. Daher sollte man auch nicht mit den feuchten Dreadlocks schlafen gehen, da beim Liegen die Haare noch langsamer trocknen. Tipp: Entweder die Dreadlocks direkt am Morgen waschen und tagsüber trocknen lassen (im Sommer am besten draußen und in der Sonne) oder alternativ einen Föhn zur Hilfe nehmen – gerade im Winter kann das notwendig sein.

Dreadlocks waschen: So geht’s

Grundsätzlich werden die Dreadlocks wie normales Haar auch gewaschen: 

  1. Dreadlocks unter der Dusche nass machen und gründlich einseifen.
  2. Anschließend die Dreads ausgiebig ausspülen, sodass keine Seifenreste mehr vorhanden sind. Das kann ein bisschen dauern!
  3. Danach die Dreads zuerst mit den Händen und anschließend mit einem Handtuch auswringen.
  4. Die Dreads können viel Wasser aufnehmen und tropfen noch eine Weile nach der Wäsche: Schlinge gegebenenfalls am Anfang ein Handtuch um sie und lasse sie später an der Luft trocknen.

Dreads waschen: Welches Shampoo für Dreadlocks?

  • Prinzipiell eignet sich jedes Shampoo ohne Conditioner und Silikone (denn die machen das Haar weich).
  • Ich habe mit einem Antischuppenshampoo gute Erfahrungen gemacht. Viele schwören aber auch auf ein Totes-Meersalz-Shampoo oder Kern- oder Olivenseife. Generell musst du hier ein bisschen testen, was deiner Kopfhaut guttut und welchen Duft du angenehm findest.
  • Verwende für Dreadlocks auch auf keinen Fall eine Spülung oder Haarkur: Du möchtest die Haare ja verfilzen und nicht weicher machen!

Dreadlocks pflegen: Ansatz nachfilzen & Co.

Wer noch recht junge Dreadlocks hat, sollte sich vor allem im ersten halben Jahr besonders aufmerksam und regelmäßig um seine Dreadlocks kümmern. Das lohnt sich, denn dann werden die Dreads richtig schön und gleichmäßig! Später, wenn die Dreads recht fest und in Form sind, reicht es aus, alle ein bis zwei Monate die Dreadlocks am Ansatz nachzuarbeiten, das kann je nach Anzahl ein paar Stunden dauern (und funktioniert irgendwann ganz routiniert bei einem Filmabend).

Generell solltest du bei der Dreadpflege auf folgende Punkte achten:

  • Entzweie zusammengefilzte Dreadlocks: Wenn loses Haar nachwächst, kann dabei schnell aus zwei Dreadlocks am Ansatz einer werden. In dem Fall musst du die Ansätze wieder gründlich voneinander trennen: Das geht entweder durch vorsichtiges Reißen oder alternativ muss eine kleine Schere die zwei Dreads entzweien (frage ggf. jemanden um Hilfe, falls du die Stelle nicht gut erreichen kannst). Die losen Haare müssen anschließend jeweils in den Dread wieder eingefilzt werden.
  • Ansatz nacharbeiten: Das nachwachsende Haar muss regelmäßig in den Dreadlock integriert werden. Dafür die Haare samt Dreadlock am Ansatz eindrehen und mit einer kleinen Häkelnadel die dünnen herausstechenden Haarsträhnen in den Dread ziehen und etwas verzwirbeln. Gegebenenfalls den Ansatz zwischen den Handflächen reiben. Durch Reibung (Wärme) filzen die Haare schneller.
  • Die Form der Dreads definieren: Je nachdem, wie gründlich die Dreads am Anfang gemacht wurden, bilden sich mehr oder weniger gleich dicke Dreadlocks heraus. Sind an einigen Stellen die Haare aber nicht gut verfilzt oder hängen einzelne Schlaufen oder Knubbel heraus, solltest du auch hier mit der Häkelnadel und den Handflächen nacharbeiten. Entsprechend werden die herausstehenden Haar-Knubbel und Haarsträhnen mit der Häkelnadel verzwirbelt und in den Dread gezogen. Rubbele diese Stelle zwischen den Handflächen und der Dread verfilzt besser.

Wenn du dich nicht selber an die Dreadpflege traust, kannst du deine Dreads auch in speziellen Shops pflegen und nacharbeiten lassen.

Hier erfährst du, was du außerdem über Dreadlocks wissen musst und welche Vorüberlegungen du dir stellen solltest. Und hier erklären wir, wie du Dreadlocks machen kannst.


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