VG-Wort Pixel

Beautyeingriffe 5 Dinge, die uns vorher keiner sagt

Beautyeingriffe: 5 Dinge, die uns vorher keiner sagt
© popcorner / Shutterstock
Beautyeingriffe – ein Thema, zu dem es nicht so viele Infos gibt, wie wir uns wünschen. Erst recht nicht die Antworten auf die Fragen, die man sich kaum zu fragen traut. Wir haben sie einer Expertin gestellt! 

Während Beautyeingriffe – egal ob große oder kleine – vor einigen Jahren noch Tabuthema waren, wird heute immer mehr darüber gesprochen. Aber wie offen dürfen wir wirklich sein, müssen wir uns Vorurteilen stellen und welche Dinge verschweigen manche vor einem Eingriff? Genau danach haben wir Dr. Tatjana Pavicic, Expertin bei Merz Aesthetics, gefragt.

BRIGITTE: Wie lange sollte man sich vorher überlegen, ob man einen Beauty-Eingriff vornehmen lassen will?

Dr. Tatjana Pavicic: Überlegen muss man nicht zu lange  – auch wenn nach verschiedenen Umfragen die durchschnittliche Überlegungsdauer in Deutschland zwei Jahre beträgt. Aber man sollte sich schon gut erkundigen und recherchieren, zu welchem Arzt oder welcher Ärztin man geht. Aber nicht zu sehr auf die Informationen zu verschiedenen Behandlungen oder Trends im Internet oder Social-Media verlassen, sondern lieber in einem ausführlichen Gespräch und nach einer eingehenden Untersuchung detailliert von einem Facharzt beraten lassen. Was genau passt zu jedem und womit kann man den besten Effekt in jedem einzelnen Gesicht erzielen? Dabei merkt man auch schon, ob der Arzt oder die Ärztin sich Zeit für einem nimmt oder nur schnell mit der Behandlung loslegen will.

Wie soll man damit umgehen, wenn man mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist?

Dr. Tatjana Pavicic, Merz Aesthetics Expertin
Dr. Tatjana Pavicic, Merz Aesthetics Expertin
© Merz Aesthetics

Ganz offen und ehrlich die behandelnde Ärztin oder den Arzt ansprechen. Gemeinsam kann man sich die Vorher-Nachher-Fotos anschauen und objektiv vergleichen. Ich schlage meinen Patienten immer vor, einen kurzen Kontrolltermin nach zwei bis drei Wochen zu machen – falls eine kleine Korrektur nötig ist oder weil man sich auch als Arzt freut, ein schönes Nachher-Ergebnis zu sehen und dies auch vom Patienten zu hören.

Zu viel Hyaluron gespritzt – hätte der Arzt/die Ärztin vorher intervenieren müssen?

Oft sieht man das nicht sofort, da Filler unterschiedlich viel Wasser anziehen beziehungsweise dies auch von der Lokalisation abhängt. Jeder Filler ist anders. Daher wird ein guter Arzt/Ärztin immer etwas unterkorrigieren und den Patienten in zwei bis vier Wochen zu einer Kontrolle bestellen. Falls notwendig kann dann leicht noch ein bisschen Filler hinzugefügt werden  – das nennt man Touch up. Auch bei starker Atrophie (eingefallenes Gesicht) sollte man lieber die notwendige Menge auf zwei Sitzungen verteilen – erst circa zwei Drittel der Menge, dann diese setzen lassen und dann nach zwei bis vier Wochen noch etwas Filler hinzufügen. So vermeidet man auch ein „Überdehnen“ des Gewebes.

Wie kann man seine Optimierungswünsche selbst realistisch einordnen? Oft verliert man ja den Blick dafür, wann es "genug" ist.

Sehr gute Frage! Fotos helfen. Denn bereits nach zwei Wochen hat unser Gehirn vergessen. Und definitiv die alte Aussage „Filler hält in den Lippen sechs Monate“ vergessen! Je häufiger man behandelt wurde, desto länger hält das Ergebnis, da man auch die Stimulation des eigenen Kollagens fördert. Letzte Instanz – als Arzt muss man auch den Patienten bremsen und nein sagen!

Wie erkenne ich einen fachlich inkompetenten Arzt/Ärztin? Worauf sollte man achten?

Eine der schwierigsten Fragen. Denn allein die Fachbezeichnung oder der Titel sagen nicht viel über die fachlichen Kenntnisse aus. Aber wenn ein Arzt einem gar nicht zuhört oder nicht einmal fragt, was man sich vorstellt, einen nicht vorher untersucht oder sich nicht die Zeit nimmt, die Wahl der Behandlung, die verwendeten Produkte, die zu erwartenden Effekte und potentiellen Nebenwirkungen zu erklären, sondern einen sofort auf den Stuhl „drängt“, sollte man aufhorchen und vielleicht lieber einen zweiten Termin vereinbaren. Man sollte darüber nachdenken oder einen anderen Arzt für eine Zweitmeinung konsultieren. Bei ästhetischen Behandlungen sollte noch mehr hinterfragt werden als bei medizinischen oder therapeutischen Behandlungen! Oft ist aber leider genau das Gegenteil der Fall.

Verwendete Quelle: eigenes Interview

fde Brigitte

Mehr zum Thema