Cleansing Conditioner statt Shampoo?

Ohne Schaum die Haare reinigen? Das versprechen Cleansing Conditioner. Wir haben getestet, wie Haare auf Shampoo-Verzicht reagieren.

Was wurde getestet?

Der Cleansing Conditioner von WEN ist quasi der Porsche unter den vielen Cleansing Conditionern, die gerade auf den Markt drängen. Das von Haarstylist Chaz Dean entwickelte Produkt gibt es schon seit einigen Jahren und wird im Netz regelrecht gehypt.

Friseur

Was verspricht das Produkt?

Der Cleansing Conditioner von WEN ist weder Shampoo noch Conditioner. Es ist eine Art reinigende Spülung, die nicht schäumt, also ohne Tenside und Sulfate auskommt, die immer wieder in der Kritik stehen, da sie die Haarstruktur angreifen und austrocknen können. Gerade sehr dicke und lockige Haare sollen so ihre Feuchtigkeit behalten und besonders schonend gereinigt werden. Langfristig angewendet soll der Cleansing Conditioner zu mehr Glanz, Volumen und Griffigkeit führen.

Und was sagt die Testperson?

Mal Shampoo, mal Cleaning Conditioner. Und schon sitzen die Haare von Jana Gloistein wie gewünscht.

Jana Gloistein, freie Beauty-Redakteurin: "Meine Haare sind dick, ein wenig gewellt und vor allem sehr unkompliziert. Daher bin ich für neue Produkte oder Experimente wie z. B. die Spülung vor dem Shampoo zu benutzen, immer zu haben. Von Cleansing Conditionern habe ich in letzer Zeit viel gehört und bin gespannt, wie meine Haare auf den Shampoo-Verzicht reagieren werden.

Bevor ich den Cleansing Conditioner von WEN erstmalig benutze, muss ich mir tatsächlich erst einmal die mitgelieferte Packungsbeilage durchlesen. Das ist Premiere. Für gewöhnlich ist es ja nicht so schwer, ein Shampoo oder eine Spülung zu benutzen.

Dann geht's los: Unter der Dusche spüle ich meine Haare wie empfohlen erst mit lauwarmem Wasser durch, bis sie ganz durchnässt sind. Für langes Haar soll man 24 bis 28 Pumpstöße für einen Waschgang verwenden. Hallelujah - das kommt mir unglaublich viel vor. Aber Vorschrift ist Vorschrift und dort steht geschrieben: 'Das Produkt großzügig auftragen. Je mehr, desto besser!' Also gebe ich 12 Pumpstöße erst in meine Hände und massiere den Berg Cleansing Conditoner dann in mein Haar ein. Das Produkt riecht fantastisch nach Lavendel, es schäumt nullkommanix und fühlt sich an, als würde man die Haare eincremen. Dann wird die erste Ladung ausgespült ehe die zweiten 12 Pumpstöße ins Haar kommen. Erneut ausspülen und eine kleine Menge in die Spitzen geben, die nicht ausgewaschen werden.

Der letzte Schritt ist für mich die größte Hürde. Ich störe mich schon an zuviel Stylingprodukt im Haar - ich mag es, wenn die Haare schön fluffig sind. Und tatsächlich kann ich mich mit Cleansing Conditioner in den Spitzen nicht anfreunden. Die Wellen, die ich sonst in den Haarenden habe, hängen sich schnell aus und sehen leicht fettig aus. Der Rest des Haares fühlt sich allerdings gut an - schwerer als sonst, aber kein Stück trocken oder frizzig.

Nach der ersten Woche, in der ich nur Cleansing Conditioner benutzt habe, bin ich dennoch unglücklich, weil der Wust an Haaren auf dem Kopf nicht mehr schwingt wie sonst, sondern platt nach unten hängt und sich nur widerwillig bis gar nicht stylen lässt. Daher greife ich zum Shampoo. Gute Entscheidung: Die wippende Wallemähne ist sofort wieder da.

Fazit: Ganz umsteigen würde ich nicht. Wenn ich aber das Gefühl habe, dass meine Haare sich trocken anfühlen, gönne ich mir einen Tag Shampoo-Pause und wasche sie nur mit Cleansing Conditioner. Das ist eine super Kombi, die bei meinen Haaren fantastisch funktioniert.

Ein Tipp für alle Erst-Anwenderinnen: Man muss die cremige Konsistenz wirklich richtig gut mit Wasser auswaschen. Ansonsten kann es passieren, dass die Haare nach dem Waschen strähnig und fettig aussehen. Gerade, wenn man in Eile ist, passiert das ganz gerne mal."

Was kostet's?

Der Cleansing Conditioner von WEN kostet ca. 35 Euro. Dafür bekommt man 350 ml, die bei empfohlenem Gebrauch allerdings recht schnell aufgebraucht sein dürften. WEN bietet zudem die "wunderschön aussehendes Haar oder Geld-Zurück-Garantie". So kann man das Produkt testen und bei Nichtgefallen zurückschicken. Alle Infos gibt es auf der Webseite.

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