Blond färben: Platin, Honig oder Karamell?

Star-Colorist Johnathan Gale weiß, wie man das perfekte Blond findet. Er verriet BRIGITTE-Redakteurin Sabine Rodenbäck seine besten Tipps und worauf es beim Färben ankommt.

BRIGITTE-Redakteurin Sabine Rodenbäck bei "Serge Normant at John Frieda" in Los Angeles

Los Angeles, Kalifornien, Hauptstadt der Blondinen. Im Salon "Serge Normant at John Frieda" färbt Johnathan Gale seit 13 Jahren tout Hollywood die Haare - Prominenten, gern aber auch "ganz normalen" Menschen, denn Prominente findet er manchmal ganz schön langweilig. Wen zum Beispiel? Sagt er leider nicht - Diskretion ist oberste Pflicht eines PromiFriseurs. Konkret langweilig findet er allerdings mein Blond: "Viel zu hell, das macht dich blass und älter." Seine Idee von meiner neuen Haarfarbe: "Ein Hauch Strawberry." Jetzt bin ich doch ein bisschen entsetzt, denn ich bin meiner Meinung nach eher ein Asch- als ein Erdbeer-Typ. Johnathan Gale scannt mich von Kopf bis Fuß und widerspricht: Zu mir und meinem blass-empfindlichen Teint passe viel eher etwas Warmes und Goldiges. Und da die Liste seiner Kundinnen beeindruckend ist (schließlich vertrauen ihm Diane Keaton, Julia Roberts und auch Lady Gaga ihre Haare an), lasse ich ihn machen.

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"Die meisten Frauen färben einfach hellblond, ohne Rücksicht auf Teint, Augenfarbe und -brauen. Ein Fehler!"

Johnathan umnebelt uns beide mit einem Aura-reinigenden Rosenspray. Das verwendet er bei allen Kunden - um die Anspannung zu vertreiben und sich selbst zu vitalisieren. Danach beginnt er, mir die ersten Strähnchen einzupinseln. Honig- und Erdbeerblond hat er dafür ausgewählt und zuvor an einer Probesträhne getestet, wie sich die Farbe verhält. Mit gefühlten fünf Kilo Alufolie auf dem Kopf sitze ich eine Stunde später unter einem Heizstrahler und beobachte das Treiben.

Heute sind ausnahmsweise mal keine Prominenten hier am Melrose Place. Dafür sitzt Make-up-Stylistin Stacy mit ihrem Briard, dem aktuellen Westcoast Modehund, neben mir. Sie wohnt in der Nachbarschaft und lässt sich die Strähnen auffrischen. Genau wie alle anderen wirkt sie völlig entspannt, trägt T-Shirt und Jeans und strahlt die berühmte kalifornische Lässigkeit aus. Und obwohl Johnathan oft für Film-Jobs gebucht wird und an Sets für den guten Ton sorgt, bekommt man bei ihm ganz einfach einen Termin - mit maximal vier Wochen Wartezeit, verspricht er.

An Madonnas Blond würde Johnathan gern mal ran: "Das muss dunkler werden!"

Heute sind ausnahmsweise mal keine Prominenten hier am Melrose Place. Dafür sitzt Make-up-Stylistin Stacy mit ihrem Briard, dem aktuellen WestcoastModehund, neben mir. Sie wohnt in der Nachbarschaft und lässt sich die Strähnen auffrischen. Genau wie alle anderen wirkt sie völlig entspannt, trägt T-Shirt und Jeans und strahlt die berühmte kalifornische Lässigkeit aus. Und obwohl Johnathan oft für Film-Jobs gebucht wird und an Sets für den guten Ton sorgt, bekommt man bei ihm ganz einfach einen Termin - mit maximal vier Wochen Wartezeit, verspricht er.

Meiner Friseurin zu Hause, sagt er, solle ich ausrichten, vor dem Colorieren genau darauf zu achten, wie die Haare fallen, um dann die feinen Härchen rund ums Gesicht mit einem dünnen Pinsel einzufärben, das wirke natürlicher als millimetergenau abgezirkelte StreifenSträhnen. Dafür soll sie eine dickflüssigere Coloration verwenden. Zudem rät er mir, mindestens zwei, natürlich nicht zu helle Strähnenfarben zu tragen. Fotos von Charlize Theron, Gisele Bündchen und Michelle Williams dürfen übrigens mit zum Friseur, tragen sie laut Johnathan doch das perfekte Blond. Im Gegensatz zu Madonna, die auf seiner Kundenwunschliste ganz oben steht: "Sie muss unbedingt dunkler werden!"

Nachdem er fertig und der letzte Rest Farbe ausgewaschen ist, schneidet mir Christophe die Haare und föhnt sie "sleek", damit ich den Farbverlauf besser sehen kann. "Looks great!": Darüber sind sich alle einig - und wenig später versprüht mein warmes Erdbeergold dann auch in Hamburg Hollywood-Glanz.

Mit diesen Blond-Tipps können Sie zum Friseur gehen

Tipp 1 Gemeinsam mit dem Profi den Hautton analysieren. Wer sehr helle Haut mit rötlichem Unterton hat, wählt am besten Goldtöne. Wer einen bläulichen Hautunterton hat, greift zu kühlen Blondtönen.

Tipp 2 Bei Strähnen oder wenn mit der Balayage-Technik unterschiedlich breite Partien getönt wurden, fällt ein Ansatz beim Herauswachsen nicht so auf. Bei einer Komplettblondierung schon.

Tipp 3 Frisur und Haarfarbe aufeinander abstimmen. Je kürzer die Haare, desto heller können Sie färben. Immer edel: ein Bob in Goldblond.

Tipp 4 Bei dunkler Ausgangshaarfarbe sich lieber vom Allover-Blond verabschieden - der Ton würde zu gelblich werden. Außerdem ist der Prozess zu strapaziös fürs Haar.

Text: Sabine Rodenbäck, Bilder: So-Min-Kang BRIGITTE 11/2013

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