Im Redaktionstest: Was passiert, wenn man kein Shampoo mehr benutzt? 💆🏼

Frau wäscht sich die Haare

Sechs Wochen lang ohne Shampoo auskommen? Eine BRIGITTE-Redakteurin hat fĂĽr das Experiment ihren Kopf hingehalten - und dabei Erstaunliches festgestellt.

6 Wochen ohne Shampoo - ein Selbstversuch!

1. Woche

"Okay, ich werde es wagen! In den USA ist schon ein echter Hype rund um den Verzicht von Shampoo entstanden - und ab jetzt heiĂźt es auch bei mir: "no poo", also kein Shampoo. Sechs Wochen lang. Erlaubt sind einzig und allein Wasser und ab und an ein paar Tropfen pflegendes Ă–l, das man sparsam in den Haarspitzen verteilen muss.

Klingt befremdlich, ist es auch. Zumindest anfangs - schon am zweiten Tag greife ich verzweifelt zum Haargummi. Ab jetzt muss ich wohl oder übel Pferdeschwanz tragen. Gähn. Warum ich mir das antue? Angeblich soll sich das Haar nach ein paar Wochen komplett verändern. Die Kopfhaut hört auf, zu viel Talg zu produzieren, das natürliche Fett verteilt sich im Haar und verwandelt es in eine traumhaft glänzende Mähne. Klingt ziemlich vielversprechend!"

2. Woche

"Langsam entwickele ich einen leichten Verfolgungswahn: Hat die Kollegin etwa gerade auf meinen fettigen Ansatz geguckt? Ansonsten bemerke ich kaum eine Veränderung. Ich spüle mein Haar brav jeden Morgen mit warmem Wasser aus, lasse es trocknen und bürste dann das natürliche Haarfett mit einer Naturborsten-Bürste ein. Trotzdem kann ich mein Haar nur maximal drei Stunden offen tragen."

3. Woche

"Die Shampoo-Abstinenz zeigt Wirkung: Mein Haar ist nicht mehr so fein und weich wie die letzten 28 Jahre. Es fühlt sich an wie im Sommerurlaub, nachdem ich im Meer gebadet und es an der Luft habe trocknen lassen. Ich bin bester Dinge und sehr zufrieden mit meiner Aktion. Bis mich mein Vater am Ende der Woche auf den Boden der Tatsachen zurückholt: "Dein Haar ist so matt - bist du krank?" Ich schlucke die aufkommende Trotzreaktion tapfer runter, aber der Schmerz sitzt tief. Am nächsten Tag werde ich rückfällig - und schäume den Ansatz ganz kurz mit zwei Tropfen ein."

Woche 4

"Montagabend: Ich sitze mit meinem Liebsten im Restaurant, und zwar mit . . . offenen Haaren! Das verbuche ich doch glatt als Teilerfolg - ob ein Zusammenhang mit dem Shampoo-Ausrutscher vom Wochenende besteht? Kann sein, aber egal, ich werde weitermachen."

5. Woche

"Endspurt! Mittlerweile gehört offenes Haar von früh bis spät wieder fest zu meinem Leben, und ich kann förmlich spüren, wie meine Kopfhaut die Talgproduktion auf ein Minimum runtergefahren hat. Nur der ultimative Glanz will sich nicht recht einstellen. Und die Vorstellung von zartem Schaum auf dem Kopf ist nach wie vor äußerst verlockend. Vor allem, wenn ich an die Party am Wochenende denke, zu der ich mich mal wieder richtig rausputzen möchte. So macht sich am Samstagabend auch prompt Panik breit, die wiederum zum reuigen Griff zu Shampoo führt. Wieder nur ganz kurz die Ansätze, versteht sich ..."

6. Woche

Geschafft! Seit der Party war ich tapfer und bin stolz wie Oskar, dass ich es wirklich durchgehalten habe. Am Ende der Woche scheint mich die Shampoo-Flasche in der Ecke der Duschkabine verführerisch anzulächeln, und ich greife zu. Der Geruch! Der Schaum! Das Frischegefühl! Wie hab ich das alles vermisst! Erst jetzt, nachdem ich wieder shampooniere, erkenne ich den wahren Erfolg des Projekts.

Das Haar fühlt sich komplett anders an. Viel voller, griffiger. Am Anfang brauche ich es sogar vier Tage lang nicht zu waschen. Es sieht jeden Morgen wie frisch geföhnt aus und sitzt wie nach dem Friseurbesuch. Leider vermindert sich der Effekt zusehends, und bald bin ich jeden zweiten Tag am Shampoonieren - immer noch ein satter Erfolg, wenn ich das jahrelange tägliche Waschen bedenke."

Der "no poo"-Trend: Was sagen Experten dazu?

Tatsächlich ist es heutzutage normal geworden, die Haare jeden Tag zu waschen - in den tun es viele Frauen sogar zweimal täglich. "Das entfettet nicht nur Haare und Kopfhaut, sondern regt auch die Talgdrüsen an, neues Fett zu produzieren", sagt Dr. med. Frank-Matthias Schaart, Dermatologe mit Haarsprechstunde aus Hamburg.

Die Folge: Gerade feine Haare wirken schneller strähnig und werden auf die Dauer stärker strapaziert. Sechs Wochen Shampooverzicht halten Hautärzte dennoch für übertrieben: Der Talg kann Poren verstopfen und Schuppen verschlimmern. "Optimal ist, die Haare zweimal pro Woche mit mildem Shampoo zu reinigen - höchstens dreimal pro Woche", so Dr. Schaart. Nach dem Sport reicht es, den Kopf mit lauwarmem Wasser zu waschen oder lediglich den Pony zu shampoonieren - nach einer Weile stellt sich die Kopfhaut auf den neuen Rhythmus ein.

Und natĂĽrlich gilt: Bevor man sich unwohl fĂĽhlt, lieber zum Shampoo greifen und zum Beispiel nur am Wochenende eine Pause einlegen.

Doch was passiert wohl, wenn man ganze 18 Monate auf Shampoo verzichtet? Diese Frau hat es getestet:

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