Haare färben: So gelingt der perfekte Haarton

Haare färben - welcher Ton ist nur der Richtige? Selber färben oder ab zum Profi? Wir klären die wichtigsten Fragen und geben die besten Tipps rund um das Thema Coloration.

Habt ihr euch einmal dafür entscheiden, dass ihr eure Ausgangshaarfarbe ändern oder auffrischen wollt, dann bleibt die Frage offen, ob man sich die Haare selber färben will oder sie färben lässt. Wir geben euch die besten Tipps zum Weg zum perfekten Haarton!

1. Entscheiden - welche Haarfarbe soll's sein?

Ihr wollt eure Naturhaarfarbe auffrischen? Dafür sind Schaumtönungen (auf der Verpackung steht häufig "Stufe 1") ideal - und bestens geeignet für Anfängerinnen und Selten-Färberinnen, da sich die Schaumtönungen ganz einfach verteilen lassen. Und falls das Ergebnis mal nicht gefallen sollte: Nach drei bis sechs Haarwäschen ist die Tönung wieder raus. Auch Pflegetönungen lassen sich leicht auswaschen. So bleibt die Schuppenschicht bestehen und wird nicht angegriffen.

Ihr wollt natürliche, aber haltbare Ergebnisse? Mit Intensivtönungen liegt ihr richtig (auf der Verpackung steht "Stufe 2"): Eine Intensivtönung ist eine schwächer konzentrierte Haarfarbe, die erst nach Wochen blasser wird und mit einem Ansatz herauswächst - genau richtig für graues Haar. Jedoch raut eine Intensivtönung die Schuppenschicht auf und lässt die Haaroberfläche nicht mehr so schön glänzen. Daher: Die Haare mit einer Maske oder Kur immer gut pflegen!

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Wie sieht's aus mit Natur-Haarfarben? Pflanzenfarben, die mit Rinden- oder Henna-Extrakten Haare warm braun oder rötlich färben, lagern sich in der äußeren Schicht des Haares an und sind sehr lange haltbar. Haken: Je öfter Henna und Co. benutzt werden, desto dunkler fällt der Ton mit der Zeit aus. Und: Sollte die Nuance nicht gut gelungen sein, muss diese Farbe leider komplett herauswachsen - ein Überfärben oder Aufhellen mit konventionellen Farben funktioniert meist nicht.

Welche Farbe passt zu mir? Seht euch die Haut an den Innenseiten eurer Unterarme genau an: Je wärmer die erscheint, desto wärmer sollte auch die Haarfarbe sein. Ist eure Augen- und Hautfarbe kühl, sollte die Haarfarbe das auch sein.

Ihr wollt euch Strähnchen machen? Seid ihr ungeübt, holt am besten eine Freundin zu Hilfe, damit die Aufhellmasse gleichmäßig aufs Haar kommt. Tipp: Strähne im ersten Viertel vom Ansatz aus mit viel Creme belegen, zum Ende hin ausstreichen - die Spitzen sind ohnehin meist von der Sonne gebleicht.

Ihr möchtet eine extreme Farbveränderung? Wenn ihr von einer hellen Farbe ausgehend dunkler werden wollt, haltet euch an warme bzw. rötliche Töne. Von dunkel auf sehr hell gilt nach wie vor: Geht zum Colorieren besser zu einem Friseur, damit das Ergebnis zu Hause nicht ins Orange verschießt. Welche Farben gerade besonders angesagt sind, verraten wir euch in unserem Trendreport zu den Haarfarben 2017.

2. Vorbereiten - selber färben ohne Gefahr

So beugt man Flecken vor: Die Gesichtskonturen und Ohren vor dem Colorieren gut mit einer Fettcreme einreiben, das vermeidet das Anfärben der Haut. Sollte später doch was danebengehen: Kleckse auf der Haut sofort mit Wasser wegrubbeln und auch Farbflecken auf Keramik gleich mit einem feuchten Tuch entfernen. Aus der Kleidung lässt sich Farbe nur bei Temperaturen ab 60 Grad entfernen - und Flecken vom Blondieren bleichen die Textilien leider auf immer und ewig.

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Aufs Haarewaschen verzichten: Färbemittel und Blondierung werden immer aufs trockene, nicht gewaschene Haar aufgetragen, da der leichte Talgfilm die Kopfhaut schützt. In den Tagen davor auch mit stark festigendem Styling sparsam umgehen, damit die Haarfarbe in jedem Fall gleichmäßig wird. Ratsam ist es außerdem, die Haare einige Tage vor dem Färben mit Pflegekuren zu verwöhnen, damit die Farbe gleichmäßig angenommen wird.

3. Auftragen der Haarfarbe

Wenn die Haare heller gefärbt werden Fangt beim Colorieren am besten im Nacken und am Hinterkopf an, bei vielen Frauen sind diese Bereiche etwas dunkler als das - von der Sonne ausgebleichte - Deckhaar.

Wenn ihr dunkler werden wollt Das feine Haar um das Gesicht herum ganz zuletzt mit der Färbelotion einpinseln. Es nimmt Farbe sehr schnell auf und könnte bei langer Einwirkzeit zu dunkel werden. Auch kaputtes oder aufgehelltes Haar nimmt Farbe stärker an, das Ergebnis kann am Ende unregelmäßig sein.

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Wenn ihr eure Haare konturieren wollt Die Technik Contouring kannten wir bislang nur beim Make-up: Die Gesichtszüge werden dabei durch gezieltes Setzen von Schatten und Highlights perfekt modelliert. Ein Prinzip, das nun auch beim Haarefärben Furore macht - Hollywood-Stars tragen den Trend schon fleißig zur Schau. Sarah Jessica Parker lässt ihr Gesicht durch hellere Strähnchen optisch voller wirken, Jessica Alba mogelt mit Highlights am Oberkopf ihre Stirn schmaler. Selbst wer keine Problemzone kaschieren möchte, wird Gefallen am Contouring finden: Setzt die Coloristin nur minimal helle Akzente auf die Ausgangshaarfarbe rund um das Gesicht, wirkt es gleich viel strahlender. Auch die Freihand-Färbetechnik Balayage kann das Gesicht so gut zur Geltung bringen und ihm die richtige Kontur geben.

Es gibt auch pflegende Colorationen Seidiges, rundum gesundes Haar - trotz Coloration. Die Färbe-Innovation "Olaplex" wird jetzt in ähnlicher Version in vielen Salons angeboten, etwa als "Fibreplex" in Schwarzkopf-Salons und "Ecoplex" bei Douglas. Wie Olaplex sollen sie nicht nur färben, sondern gleichzeitig so sehr pflegen, dass selbst extremere Farbveränderungen unbedenklich möglich sein sollen.

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Endlich schonend färben - mit Olaplex!

"Fibreplex" verspricht bis zu 94 Prozent weniger Haarbruch, "Ecoplex" will durch seine vorrangig natürlichen Wirkstoffe besonders sanft zur Kopfhaut sein. Das Treatment à la Olaplex beim Friseur läuft so ab: Das erste "Plex"-Mittel dringt zusammen mit der Farbe ins Haar ein und erledigt dort seine Reparaturarbeiten; das zweite schließt nach dem Auswaschen die aufgeraute Haarstruktur. Nummer drei ist als Kur für den Heimgebrauch gedacht.

Wenn ihr Ansätze nachfärben wollt Verwendet denselben Farbton derselben Marke wie bei der vorherigen Tönung - dann sieht man die Übergänge garantiert nicht. Am genauesten lässt sich mit einem Färbepinsel arbeiten, den es in der Drogerie gibt. Außerdem lassen sich mit dem Stiel die einzelnen Partien abteilen. Mit einer Farbe nur den Ansatz nachzufärben und Längen sowie Spitzen kurz vor dem Auswaschen mit der Farbe lediglich durchzukämmen, macht das Ergebnis besonders natürlich. 

Ansatzsprays, die einen feinen Pigmentfilm aufs Haar legen und so die gewissen Partien bis zum nächsten Colorationstermin überdecken, helfen zudem. Sie sind in verschiedenen Nuancen erhältlich, auswaschbar - und färben nicht mal auf dem Kopfkissen ab. Auch eine Lösung für zwischendurch: Ansatzpuder. Die sehen wie Lidschatten aus und werden auf gepinselt oder -getupft. Farbige Trockenshampoos wiederum übertönen nicht nur den Ansatz, sie saugen zudem noch überschüssiges Fett auf.

Wenn ihr Ansätze nachblondieren wollt Wenn ihr feine Abschnitte bearbeitet, benutzt genügend vom Produkt und versucht es so gleichmäßig wie möglich aufzutragen. Die Längen auslassen, sonst können die Haare abbrechen. Das alles erfordert viel Fingerspitzengefühl. Und wer kein Profi ist, trifft den richtigen Blondton oft nur schwer. Ganz ehrlich: Der Profi im Salon kann das meistens besser. Im Trend 2018 ist übrigens der Farbton Aschblond – wie ihr die perfekte Nuance trefft, verraten wir euch in unserem Artikel.

Wenn ihr graues Haar colorieren wollt In der Regel lässt sich graues Haar mit einer Intensivtönung färben. Jedoch sollte darauf geachtet werden, dass graues Haar die Tönung stärker annimmt als nicht graues. Daher lieber mit einer helleren Tönung anfangen und sich langsam an dunklere Töne herantasten. 

Was ihr vermeiden solltet Bei jedem Nachfärben die Farbmasse komplett im Haar zu verteilen, strapaziert das Haar enorm. Wollen ihr die Farbe zum Beispiel nur mal auffrischen, versucht doch eine auswaschbare Tönung - die pflegt und gibt Glanz. Schnelle Hilfe versprechen auch Farbauffrischer - die sollen die Zeit zwischen zwei Colorationen überbrücken. Man bekommt sie für verschiedene Haarfarben zur Coloration dazu oder - ganz neu - in Spendersystemen, bei denen man die Intensität der Farbe selbst bestimmen kann.

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4. Kleine Pannenhilfe – Gelbstich und Co.

Das Haar hat die Farbe nicht angenommen? Das kann an Styling-Resten liegen - in diesem Fall hilft ein Peeling-Shampoo. Vielleicht ist das Haar aber auch zu angegriffen? Dann am besten zum Friseur gehen. Es kann aber auch sein, dass ihr beim Haare färben zu wenig Farbe genommen habt: Dichtes bzw. überschulterlanges Haar braucht stets zwei Packungen. In diesem Fall müsst ihr leider nochmal ran oder noch besser: den Friseur die Misere retten lassen.

Die Farbe ist zu dunkel geworden? Statt mit Entfärberlotions zu experimentieren, erst mal eine Haarkur machen und lange einwirken lassen. Das schleust ein paar Pigmente aus dem Haar. Das Ganze notfalls wiederholen.

Die Blondierung ist richtig schiefgegangen? Entweder die Hotline-Nummer auf der Verpackung anrufen - am anderen Ende der Leitung sitzen Profis. Oder mit der Produktverpackung zum Friseur gehen. 

Im Interview - Roberto Gruber, Farbexperte von Schwarzkopf

Soll es vielleicht lieber doch gleich ein Profi sein? Wir haben mit Roberto Gruber, seit acht Jahren Color-Experte von Schwarzkopf Professional an der ASK Schwarzkopf Akademie in Hamburg, gesprochen und gefragt, wie man den richtigen Coloristen für seine Haare findet. Roberto und sein Team trainieren jedes Jahr Tausende Frisöre - seine Spezialität: Haare färben.

Was macht einen guten Färbe-Experten aus?
Der Colorist sollte sich anfänglich die Haare der Kundin genau anschauen und eine Haaranalyse durchführen. Dazu gehört definitiv, das Haar anzufassen und die Kundin nach ihrer Pflege- und Stylingroutine zu fragen. Der Colorist sollte sich bereits vorher genau vorstellen können, wie das Endergebnis aussehen wird. Bei der Beratung ist es nicht nur wichtig auf die Haare zu achten, sondern auch auf die Haut, Augenfarbe und auf den Kleidungsstil.

Der Friseur sollte sich bewusst sein, was Haarfarben für eine Wirkung haben können: So nehmen z. B. kühle Farben dem Gesicht die Rötungen, während warme Töne diese eher hervorheben. Blond gibt Frisuren optisch mehr Volumen, während dunkle Töne das Gesicht schmaler aussehen lassen können.

Merke ich bereits bei der Terminvergabe, ob ich den richtigen Färbe-Profi gefunden habe?
Der Colorist sollte sich vorab erkundigen in welche Richtung die neue Haarfarbe gehen soll. Wenn es sich um einen Neukundentermin handelt und es um eine starke Veränderung geht, sollte der Friseur einen Beratungstermin anbieten. Zudem sollte der Friseur vorab schon klären, was das Haarefärben insgesamt kostet - so bleiben einem böse Überraschungen erspart.

Sollte ich ein Bild zum Frisörtermin mitbringen?
Ja, unbedingt! Um eine gemeinsame Sprache zu sprechen, ist das sehr wichtig, denn die Farbinterpretationen von Kunde und Friseur können oft stark voneinander abweichen.

Ist der Colorist auch für meinen Schnitt verantwortlich?
In Deutschland sind grundsätzlich alle Friseure für Schnitt und Farbe ausgebildet. Allerdings gibt es immer mehr Salonkonzepte mit spezialisierten Friseuren: So kann man sich z. B. von einem Coloristen die Haare färben und von einem anderen Profi die Haare schneiden lassen. Die Beratung vorab sollte allerdings gemeinsam erfolgen, denn der Colorist sollte wissen wie der Schnitt später fallen wird, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Wie wichtig sind die vom Friseur empfohlenen Pflegeprodukte?
Wer in einen guten Friseur investiert und lange etwas von seinem Ergebnis behalten möchte, der setzt auch auf die richtigen Pflegeprodukte, die der Friseur empfiehlt. Eine Color-Pflege sollte dabei die Basis sein. Natürlich gibt es dann noch spezielle Produkte, die z.B. extra für warme oder kühle Farbtöne entwickelt worden sind. So hält die Farbe einfach länger und die Haare werden intensiv gepflegt.

Gibt es Regeln beim Haare färben oder ist alles erlaubt?

Allgemein gilt die Grundregel, dass ein Umfärben der Naturhaarfarbe von bis zu zwei Tönen heller oder dunkler den Typ am besten unterstreicht. Auch natürliche Farbtrends wie Balayage stehen fast jedem. Allerdings spielt zum Beispiel auch das Alter eine wesentliche Rolle: Wer jung ist, kann fast alles tragen, doch später sollte die Haarfarbe hautumschmeichelnd sein und somit weicher ausfallen.

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