Glänzende Haare: 11 Profitipps

Was muss man tun, um glänzende Haare zu bekommen? Hier findet ihr 11 Profitipps für traumhaft schöne Haare!

Meine Haare sind schlaff und platt. Muss ich mich damit abfinden?

Auch sehr feinem Haar lässt sich zu mehr Fülle und Volumen verhelfen - in nur vier Schritten bekommt man glänzende, volle Haare: 

  • Schritt 1: der Haarschnitt. Leichte Stufenschnitte wirken immer voluminöser.
  • Schritt 2: die Pflege. Achtet darauf, die zum Haartyp passenden Pflegeprodukte zu verwenden. Gerade bei feinem Haar bewirkt zu viel Pflege oft das Gegenteil, weil beispielsweise Spülungen für strapaziertes oder coloriertes Haar eher beschweren. Spezielle Volumenpflege umhüllt die Haarfasern mit ausgesuchten Proteinen, die das Haar aufbauen und stärken.
  • Schritt 3: die Haarfarbe. Naturhaarfarben und Strähnen wirken optisch verdichtend.
  • Schritt 4: das Styling. Trocknet mit einer Rundbürste immer erst den Haaransatz, ehe ihr die restlichen Haare föhnt. Das sorgt ebenfalls für mehr Fülle.


Roberto Gruber, Haarexperte und Trainer bei Schwarzkopf Professional, empfiehlt für feine Haare: "Die richtige Föhntechnik trägt zu fülligem Haar bei. Am effektivsten ist die Methode, das Haar über Kopf zu föhnen, auf große Klettwickler zu drehen, noch einmal mit dem Föhn anzuwärmen und vollständig auskühlen zu lassen. Mein Geheimtipp: Das Haar noch auf den Wicklern mit Volumen Haarspray einsprühen.

Wann muss der Friseur ran?

Wenn die Haarspitzen dünner werden, Spliss entsteht oder der Haarschnitt seine Form völlig verliert, sollten Profis ran. Auch sehr extreme Farbveränderungen, die die Haarstruktur belasten - zum Beispiel, wenn ihr eure dunklen Locken in Platinblond umfärben möchtet -, sollten dem Fachmann überlassen werden. Selbst wenn die Farben für die Anwendung zu Hause immer sanfter werden, der Friseur kennt die richtigen Kniffe, damit das Haar die Prozedur unbeschadet übersteht und nicht an Glanz verliert.

Mein Haar ist so stumpf - wie bringe ich mehr Glanz hinein?

  • Jedes einzelne Haar ist von einer feinen Schuppenschicht umgeben, die einer Fischhaut ähnelt. Greifen Kälte, UV-Strahlung, Heizungsluft oder ähnliche Umwelteinflüsse das Haar an, wird diese Schuppenschicht geschädigt. Die einzelnen Schuppen liegen nicht mehr aneinander, sondern stehen wie bei einem aufgegangenen Tannenzapfen waagerecht ab. Das Licht kann sich in diesen aufgerauten Haaren nicht mehr brechen, sie sehen stumpf aus und jeglicher Glanz geht verloren.
  • Um dem Haar den Glanz wiederzugeben, den es eigentlich von Natur aus besitzt, muss die Schuppenschicht wieder geschlossen werden - dann reflektiert sie das Licht wieder, die Haare strahlen. Helfen können spezielle, Feuchtigkeit spendende Shampoos und Spülungen. Auch eine letzte (kalte) Spülung nach der Wäsche schließt die Schuppenschicht und sorgt für glänzende Haare.

Meine Haarfarbe verblasst immer so schnell. Lässt sich was dagegen tun?

Ja. Gerade im Sommer schützen Shampoos mit UV-Schutz vor dem Verblassen der Farbe. Bei der täglichen Pflege am besten eine Produktserie für coloriertes Haar wählen - sie enthalten Öle, die den Glanz der Farbe unterstützen, sowie antioxidative Substanzen, die das Ausbleichen verzögern. Farbauffrischer-Produkte - dem Typ angepasst für blonde, brünette, schwarze, rote Haare etc. - unterstützen die Leuchtkraft der Pigmente und nähren mit natürlichen Ölen und Wachsen.

Beauty 1x1: So kommt Glanz in die Haare!

Ist Lufttrocknen nicht die beste Art, die Mähne zu trocknen?

Föhnhitze kann dem Haar schaden - aber simples Lufttrocknen liefert nicht immer das Traum-Stylingergebnis. Wer beim Föhnen etwas Abstand hält, den Heißluftpuster nicht auf volle Hitze stellt, kann ruhig zum Trockner greifen. Neue Geräte sind auch längst nicht mehr so aggressiv für die Haare. Optimal: Wenn man Hitze und Luftstärke getrennt voneinander regeln kann. Eine Sprühkur oder Schaumfestiger, die nicht ausgespült werden müssen, schützen die Haare vor der Heißluft und verleihen der Mähne Kraft und Volumen. Übrigens: Auch das Trockenrubbeln der Haare mit dem Handtuch vor dem Föhnen ist purer Stress für die feine Struktur. Besser: Feuchte Haare ins Handtuch wickeln und Nässe vorsichtig herausdrücken. Beim Durchkämmen nicht zerren, sondern die Haare sanft entwirren. Neigt das Haar zur Knötchenbildung, nach der Wäsche eine Spülung verwenden, die das Haar leichter kämmbar macht (etwas Apfel- oder Zitronenessig, mit Wasser gemischt, hat denselben Effekt. Keine Sorge, man riecht danach nicht, als sei man in die Salatschüssel gefallen). Wer zu Glätteisen oder Curlingstab greifen will, sollte die Haare vorher mit einem Hitzebalm schützen. Das erleichtert die Haarverformung und bildet eine unsichtbare Schutzhülle, die das Innere der Haare vor Hitzeschäden bewahrt.

Eine Haarkur - brauche ich die?

Wer gesundes, glänzendes Haar hat, kann auf dieses Pflegeextra problemlos verzichten. Anders sieht es aus, wenn das Haar strapaziert ist: durch Farbbehandlungen, den häufigen Einsatz von Glätteisen und Co, aber auch durch Sonnenbäder oder Kontakt mit Chlor- oder Salzwasser wird das Haar in Mitleidenschaft gezogen. Weil solche Extratouren die Haarstruktur schädigen, ist eine Kur nötig, um Haarbruch vorzubeugen und kleine Schäden zu kitten. Auch bei beginnendem Haarspliss und sehr trockenem Haar kann die Extrapflege mit Ceramiden, Feuchtigkeit und nährenden Ölen für gesunde, griffige Haare sorgen.

Wie bändige ich meine Naturlocken?

  • Wallende Locken - wer sie nicht hat, wünscht sie sich. Doch Frauen mit Naturkrause haben es auch nicht leicht: Lockenmähnen benötigen immer etwas mehr Pflege als glattes Haar, da sie schneller zu Spliss und Glanzverlust neigen. Die Kringel sind störrisch und widerspenstig, denn naturgelocktes Haar ist oftmals sehr trocken. Man sollte daher nicht täglich waschen, sondern nur im Abstand von etwa drei bis vier Tagen.
  • Zur Pflege der Haare Spezialserien für Naturlocken verwenden. Sie geben dem Haar viel Feuchtigkeit, die für natürliche Sprungkraft sorgt. Um die Spannkraft zu erhöhen, kann vor dem Trocknen Schaumfestiger verwendet werden. Wichtig ist, dass der Festiger keine Zusätze in Form von Alkohol hat - solche Produkte trocken das Haar nur unnötig aus. Beim Föhnen nicht bürsten, sondern die Haare mit den Händen kneten - auch das erhöht die Lockenkraft.
  • Haarprofi Roberto Gruber empfiehlt für den Umgang mit Locken: "Um Locken herauszuarbeiten und zu definieren, verwendet ihr am besten einen Lockenbalm (z. B. OSiS Curl Me Soft, OSiS Twin Curl). Diesen ins gewaschene, handtuchtrockene Haar einarbeiten und es an der Luft trocknen lassen oder mit einem Diffusoraufsatz föhnen. Das Haar danach mit den Fingern auflockern – nicht kämmen!"

Sind Schuppen ein Pflegefehler?

  • Schuppen können verschiedene Ursachen haben. Oft ist trockene und gereizte Kopfhaut Schuld. Dann hilft nur ein besonders sanftes, die Kopfhaut beruhigendes Shampoo.
  • Zusätzlich solltet ihr euch ausgleichende Massagen mit einer milden Kopfhaut- Pflegelotion gönnen.
  • Aber auch ein Hefepilz kann Schuppen verursachen - meist zu erkennen an eher fettigen Schuppen, die gelblich verklumpt sind. Dieses Problem lösen nur spezielle Schuppenshampoos mit Teebaumöl, Ketoconazol, Bifonazol oder Zinkpyrithion, die den Pilz gezielt bekämpfen, ohne die Kopfhaut noch mehr zu strapazieren.
  • Wichtig: Auch Bürste und Kamm mit dem Schuppenshampoo behandeln, damit sich der Pilz dort nicht festsetzt.

Es sieht aus, als bekäme ich Geheimratsecken - aber sind die nicht typisch männlich?

  • Männer haben häufiger mit Haarverlust zu kämpfen - aber auch bei Frauen können sich die Haare deutlich lichten. Häufig ist die Frisur schuld: Wer ständig einen stark gebundenen Zopf oder Knoten trägt, zerrt am Haar und kann damit Haarausfall provozieren.
  • Auch Hormonschwankungen in Schwangerschaft und Wechseljahren können den Verlust der Haare begünstigen. Sprecht in solchen Fällen mit einer Frauenärztin, oder lasst euch in speziellen Haarsprechstunden beraten, die einige Unikliniken anbieten. Es gibt inzwischen gute Produkte, die Haarausfall bei Frauen vermindern helfen.

Schaden Stylingprodukte, wenn ich sie täglich verwende?

Stylt nach Lust und Laune - nur achtet darauf, die Produkte auch wieder aus dem Haar zu entfernen. Das heißt: Abends die Haare gut ausbürsten und Bürsten regelmäßig reinigen. Bei der Haarwäsche alle drei Wochen ein so genanntes Neutralshampoo verwenden, das wirklich alle möglichen Rückstände von Styling und Pflege entfernt.

Hat meine Ernährung Einfluss auf mein Haar?

  • Die Haarwurzeln brauchen besonders viele Nährstoffe, da sich hier die Zellen aktiv teilen. Wichtige Bausteine für gesunde Haare sind alle Vitamine des B-Komplexes, vor allem Vitamin B3, B5 und B6. Sie stärken die Haare. Hefe, Fleisch, Eigelb, Nüsse, Hülsenfrüchte und Weizenkeime sind wertvolle Vitamin-B-Lieferanten.
  • Auch ohne Eisen können Haare nicht wachsen - vor allem Vegetarier und Frauen mit starker Menstruation riskieren Haarausfall. Gut zu wissen: Vitamin C verbessert die Eisenverwertung. Haare bestehen aus Keratin, das sich zu einem großen Teil aus Eiweiß aufbaut, dem Grundgerüst aller Zellen. Den Haaren hilft deshalb eine eiweißreiche Ernährung - zum Beispiel mit Geflügel, Fisch und Soja.
  • Kupfermangel führt zu dünnem, brüchigem Haar. Reich an Kupfer sind Vollkornbrot, Hülsenfrüchte, Nüsse, Trockenobst.
  • Und auch das Spurenelement Zink fördert das Wachstum der Haare und eine gesunde Kopfhaut. Viel davon steckt in Austern, Haferflocken, Eiern und Käse.

Auf der Suche nach weiteren Haarpflegetipps? Hier erklären wir, wie ihr die Haare glätten könnt. Hier erfahrt ihr alles über das Haare färben mit Henna. Und hier findet ihr Tipps um eine Haarkur selber machen zu können.

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Fotos: Jan Rickers Teaserfoto: Yuri Arcurs/istockphoto.com Produktfotos: Miriam Yousif-Kabota Text: Sandra Schulte Produktion: Joana Claro

Wer hier schreibt:

Sandra Schulte
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