Juckende Kopfhaut - das hilft

Eine juckende Kopfhaut kann ganz schön nerven. Wichtig ist die Ursachenklärung. Wir verraten Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Juckende Kopfhaut – wenn's juckt und uns keine Ruhe lässt

Juckt die Kopfhaut, schrillen unsere Alarmglocken. Sind das etwa Läuse? Nicht immer stecken gleich die kleinen Biester dahinter, wenn die Kopfhaut uns quält. Das Jucken kann auch ganz andere Ursachen haben: 

  • eine sehr trockene Kopfhaut
  • Schuppen
  • ein Hautpilz
  • die falsche Haarpflege
  • eine schädliche Stylingroutine
  • Neurodermitis oder Psoriasis
  • hormonelle Schwankungen
  • Sonnenschäden

Die Ursachen für eine juckende Kopfhaut

1. Läuse

Wer viel mit Kindern zu tun hat,  ist einem höheren Risiko ausgesetzt, von Kopfläusen befallen zu werden. Im Herbst und Winter haben Kopfläuse in Schulen und Kitas Hochsaison. Ob das Kopfjucken an Läusen liegt, lässt sich ganz einfach abchecken - reichlich Conditioner auf feuchtem Haar verteilen und dann mit einem feinzinkigen Läusekamm sorgfältig auskämmen. So lässt sich kontrollieren, ob sich Läuse oder Nissen (die weißen Eier der Läuse) Haar finden. Wenn ja, ist das kein Grund zur Panik: In der Apotheke gibt es inzwischen schnell wirkende Läusesprays, die den kleinen Krabblern in 10 Minuten den Garaus machen - rein physikalisch mit der Hilfe von Ölen. Wichtig: Nach acht Tagen sollte die Prozedur wiederholt werden, da dann die Läuse aus den Nissen schlüpfen. Warum jucken uns die Läuse eigentlich so? Es ist nicht ihr Krabbeln, wir reagieren allergisch auf den Speichel der Laus, den sie beim Saugen abgibt. 

2. Eine sehr trockene Kopfhaut

Oft ist die Ursache fürs Jucken eine ausgetrocknete Kopfhaut. Wir achten zwar stets auf unsere Gesichts- und Körperhaut, vergessen aber speziell unsere Kopfhaut bei der Pflege. Stattdessen strapazieren wir sie sogar täglich mit stark parfümierten Shampoos, Stylingprodukten und hohen Föhntemperaturen. Wichtig: Auch unsere Kopfhaut will sanfte Pflege, die ihr gut tut. Das gefällt ihr:

  • Nicht täglich die Haare waschen, das ist gar nicht nötig - und sogar eher kontraproduktiv. Die Kopfhaut fettet schneller nach, wenn wir sie täglich mit schäumenden Tensiden säubern. Besser: Je nach Haartyp alle zwei bis drei Tage waschen. Mit sanften Shampoos, die wenig oder gar keine Tenside enthalten, nicht parfümiert sind und auf Mineralöle, Silikone und Parabene verzichtet. Auch natürliche Haarseifen oder Wascherde können reinigen und gleichzeitig die Kopfhaut schonen. Wir haben's ausprobiert: Haarseife im Test.
  • Einige Shampoos sind mit speziellen Wirkstoffen ausgestattet, die gereizte Kopfhaut beruhigen sollen: Urea (kann trockener Kopfhaut helfen, mehr Feuchtigkeit zu speichern), Linolsäure und Totes Meer Salz, Weidenrinde, Herzsamen, Avocado, Weizenkeimöl stehen dann auf der INCI-Liste der Shampoos.
  • Auch ein Mizellenshampoo mit reduzierten Inhaltsstoffen ist eine Option: Es reinigt die Haut mit einer anderen Technik und zieht mit der Mizellentechnologie den Schmutz aus den Haaren. Auch ein mildes Babyshampoo kann eine Option sein: Sie enthalten meistens keine umstrittenen Inhaltsstoffe wie etwa aggressive Konservierungsstoffe oder künstliche Duftstoffe. Anders sieht es allerdings schon bei den Kindershampoos aus - die mit rosa Prinzessinnen und Kaugummiduft...
  • Nicht mit heißem Wasser Haare waschen - es entzieht der Haut Lipide und trocknet sie aus.
  • Nicht zu oft waschen, tägliche Haarwäsche muss nicht sein. Wer in einem Selbstversuch die Zeitabstände zwischen den Haarwäschen verlängern will, kann langsam anfangen und sich dann steigern. Wir zeigen euch hier ein paar Frisuren für ungewaschene Haare, mit denen das gar nicht auffällt! 
  • Tinkturen und Haarwasser zur Beruhigung nach der Haarwäsche auftragen.
  • Nicht zu heiß Föhnen und den Föhn nicht zu dicht an die Kopfhaut halten. Die Haare auch mal an der Luft trocknen lassen, das tut auch der Haarstruktur gut.
  • Sonnenschutz für Haare auftragen. Er ist für die Kopfhaut genauso wichtig wie für den Rest des Körpers. 

Hausmittel bei trockener, juckender Kopfhaut

  • Eine Ölkur tut gut: mit Kokos-, Mandel- oder Jojobaöl eine Haarkur machen, 20 Minuten einwirken lassen und anschließend mit sanftem Shampoo und lauwarmem Wasser ausspülen. 
  • Auch schnell gemacht: ein paar Tröpfchen Sonnenblumen- oder Olivenöl am Abend mit einer Pipette auf Haar träufeln.
  • Eine sanfte Kopfmassage kann helfen, die Talgproduktion anzuregen. Mit etwas Öl (immer auf naturreine Produkte achten) die Kopfhaut 5 Minuten massieren.
  • No Poo: Was als Hashtag durch die sozialen Medien geisterte, hat durchaus seinen Sinn. Es muss ja nicht gleich eine Waschabstinenz von einem Jahr sein, aber öfter mal eine Pause beim Haare waschen einzulegen, kann der Kopfhaut nur gut tun. (Wir haben schon erklärt: Darum solltet ihr eure Haare nicht mehr waschen.)
  • Wichtig: Wenn der Juckreiz so stark ist, dass er uns nicht mehr schlafen lässt, Rötungen, Schwellungen der Kopfhaut, Krusten oder auch festklebende Stellen und Haarausfall auftreten, sollte der Dermatologe einen Blick auf den Kopf werfen.

3. Schuppen

Trockene weiße Schuppen entstehen durch eine trockene Kopfhaut. Hier hilft es schon, die Haut auf dem Kopf mit der richtigen Pflege wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Schuppenshampoos können helfen, sie enthalten Antimykotika – das sind Wirk­stoffe, die bestimmte Mikro­organismen auf der Kopf­haut bekämpfen. Ihre Stoff­wechsel­produkte reizen die Haut und rufen Entzündungen hervor. Sie reagiert mit Schuppen, Rötungen und Juck­reiz.
Gelbe fettige Schuppen können auf einen Pilz deuten, eine so genannte seborrhoische Dermatitis (Koofgneis) ist meist auf bestimmte Hefepilze zurückzuführen, die die Haut übermäßig besiedeln. Hier kann der Dermatologe helfen und ein Anti-Pilz-Shampoo verschreiben.

4. Hautpilz 

Kopfpilze werden von Mensch zu Mensch und vom Tier auf den Menschen übertragen. Dabei entstehen knotige Entzündungen oder eine oberflächliche Reizung der Haut. Hautpilze sind ansteckend und sollten innerlich und äußerlich für sechs bis acht Wochen mit einem Anti-Pilz-Mittel behandelt werden.

Haarpflege und Stylingroutine

Shampoos mit überladenen Ingredienzienlisten reizen die Haut. Duftstoffe, Konservierungsstoffe, Silikone, die die Haare weich machen sollen, Tenside, die den schönen Schaum erzeugen, die Kopfhaut aber austrocknen - oft sind wir durch unsere Sehnsucht nach sauberen duftenden Haaren selbst Schuld an der Misere. Wichtig ist aber nicht nur die Wahl eines milden Shampoos, auch die Stylingroutine spielt eine Rolle. Conditioner niemals auf die Kopfhaut auftragen und auch hier auf Inhalststoffe achten. Schaumfestiger, Hitzeschutzspray, Haargel und Co. müssen auch auf ihre Qualität überprüft und generell reduziert werden.

Hormonelle Schwankungen können juckende Kopfhaut verursachen

Unsere Haut wird mit zunehmendem Alter trockener. Das gilt auch für die Kopfhaut. Deshalb sollten wir auch die Veränderung der Haarstruktur und Kopfhaut in unserer Pflegeroutine berücksichtigen. Spezielle Shampoos können auch bei der fehlenden Bildung von Keratinen helfen, die im Alter nachlässt. Auch Hyaluronsäure steckt in den solch speziellen Haarprodukten, so wie aminosäurereiche essentielle Öle wie Argan-, Kamelien-, Weizenkeim- oder Reisöl. 

saro
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