Darum hilft Kuhspucke gegen Haarausfall

Studien belegen, dass Kuhspucke gegen Haarausfall hilft. Der eliminierte Wirkstoff kann uns den täglichen Gang in den Kuhstall ersparen.

Warum lässt denn bitte Kuhspucke unsere Haare wachsen?

Ja, richtig gelesen, sie soll tatsächlich gegen Haarausfall helfen. Verantwortlich für die Wirkung von Kuhspucke auf unser Haar soll ein Salz sein, dass jeder Mensch in sich trägt: Thiocyanat. Kühe haben als Vegetarier besonders viel davon im Speichel. Es verstärkt die körpereigene Abwehr. In der Krebsforschung wollte man den Stoff zur Stärkung des Immunsystems testen, in Versuchen mit Mäusen ergab sich als Nebeneffekt, dass ihr Fell durch die Gabe von Thiocyanat wie wild wuchs.

Langjährige Forschung an Thiocyanat

Vierzig Jahre lang forschte Prof. Axel Kramer von der Uni Greifswald an Thiocyanat. Seine Studien ergaben, dass es tatsächlich die Haardicke verstärkt und die Haare schneller wachsen lässt. Nach 12 Wochen lassen sich erste Ergebnisse sehen. Wer allerdings seit Jahren eine Glatze hat, dem kann der Wirkstoff auch keine Mähne mehr bescheren. Werden die Haare lichter oder dünner, kann man aber noch viel ausrichten. Kramers Ergebnisse wurden nun genutzt, um daraus ein Produkt zu entwickeln (nämlich das Thiocyn Haarserum in unterschiedlicher Konzentration für Frauen und Männer) - das anscheinend ohne Nebenwirkungen funktioniert. Wir haben Professor Kramer gefragt.

Welche Neben- und Wechselwirkungen hat Thiocyanat?


Professor Kramer: „Es handelt sich um einen natürlichen Baustein des Körpers, der chemisch nicht reaktiv ist. Dementsprechend gibt es keine relevanten Nebenwirkungen und auch Wechselwirkungen sind mir nicht bekannt.“ Genau deshalb ist Thiocyanat auch für Schwangere oder stillende Mütter geeignet, denn der Körper produziert es selbst. Handelsübliche Haarwuchsmittel greifen häufig in den Stoffwechsel ein und haben deswegen Nebenwirkungen, weil sie hormonell wirken.

Wie kommt es überhaupt, dass uns Thiocyanat fehlt?

Häufiges Haarewaschen kann ein Grund für den Mangel sein, denn Thiocyanat ist wasserlöslich und wird aus Haut und Haaren rausgewaschen. Genetisch bedingter Haarausfall oder schlechtere Durchblutung durch Rauchen können ebenfalls Ursache sein.

Das passiert nach der Anwendung von Thiocyanat

Professor Kramer beschreibt die Wirkungsweise von Thiocyanat so: "Bei manchen Anwendern fielen zu Beginn verstärkt Haare aus, da die minderwertigen Haare erst abgestoßen wurden. Bereits nach ca. 4 Wochen haben die Anwender das Gefühl, dass ihre Haarstruktur kräftiger wird. Nach 4-5 Monaten kommt es dann zu einer Normalisierung des Ungleichgewichts. Und dann wächst das Haar vermehrt nach."

Thiocyanat kann man auch essen

Blumenkohl, Broccoli, Rotkohl und Grünkohl, Kohlrabi, Wirsing – die Kohl-Klassiker sind kleine Haarbooster. Aber auch mit Kichererbsen, Cashewkernen, Kresse und Süßkartoffeln kann man Thiocyanate aufnehmen.

saro
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