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Mizellen Neuer Beauty-Trend fürs Haar? Das sagt die Expertin dazu

Mizellen-Shampoo: Frau shamponiert ihre Haare
© Ariwasabi / Shutterstock
Dass die kleinen Mizellen fleißig sind, wissen wir schon von der Gesichtsreinigung. Mizellenwasser oder Shampoo ist der neue Beauty-Hype, der uns blitzsaubere und gesündere Haare verspricht! Doch klappt das wirklich? Wir haben die Expertin gefragt. 

Mizellenwasser – so geht Haare waschen 2022

Wie die Reinigung mit Mizellen funktioniert, haben wir verstanden – schon allein, weil Mizellenwasser ein fester Bestandteil in vielen Beauty-Routinen ist: Mizellen sind Moleküle, die fett- und wasseraffine Anteile besitzen und wie kleine Magnete Schmutzpartikel anziehen, einschließen und abtransportieren können. Klappt, wie uns das tägliche Abschminken beweist. Und was machen Mizellen jetzt im Shampoo? Sie sollen unser Haar von Ablagerungen und die Kopfhaut von überschüssigem Talg. Doch funktioniert das wirklich? Wir haben Dr. Tabea Wiedenhöft, Junior Regulatory Affairs Managerin bei L‘Oréal, gefragt.

BRIGITTE: Mizellenwasser wird bei der Hautpflege schon seit Jahren verwendet. Der Trend geht jetzt in Richtung Kopfhaut-Pflege. Welche Vorteile hat Mizellenwasser für unsere Kopfhaut?

Dr. Tabea Wiedenhöft: Mizellenwasser können effektiv Rückstände von der Haut entfernen, die sich mit Wasser nur schwer entfernen lassen. Dazu zählt das verwendete Gesichts-Make up, aber auch Schmutz und ölige Rückstände, wie beispielsweise Talg. Talg wird durch Drüsen sekretiert, die sich an den Haarwurzeln befinden, und kann z.B. bei öliger Haut vermehrt produziert werden.

Wie Mizellenwasser dabei genau wirkt, erklärt die Expertin folgendermaßen: "Mizellenwasser bestehen, wie der Name bereits vermuten lässt, zu einem hohen Anteil aus Wasser. Sie enthalten außerdem milde Tenside, die eine hydrophile bzw. „wasserliebende“ und eine lipophile bzw. „fettliebende“ Seite haben. Diese Eigenschaften der Tenside ermöglichen die Bildung von kugelartigen Zusammenlagerungen, sogenannten Mizellen, in einer wässrigen Umgebung. Die wasseraffine Seite der Mizelle hat dabei Kontakt zum Wasser und bildet sozusagen die Oberfläche der kugelartigen Zusammenlagerung, während der fettliebende Teil der Mizelle nach innen gekehrt ist. Durch diese Strukturen können auch ölige Rückstände im Inneren der Mizelle gebunden und entfernt werden, die sich mit Wasser nicht allein lösen lassen."

Die Vorteile von Mizellenprodukten fürs Haar:

  • Durch ihre spezielle Superkräfte, Schmutzpartikelchen und Stylingrückstände wie ein Magnet annehmen zu können, greifen die neuen Mizellen-Shampoos beziehungsweise Mizellenwasser die empfindliche Schuppenschicht der Haarstruktur nicht an. 
  • Besonders gut eignen sich Mizellenprodukte für Haare, die schnell nachfetten.
  • Die meisten Shampoos mit Mizellentechnologie sind farbstoff-, silikon- und parabenfrei. Viele gehören sogar zur Kategorie Shampoos ohne Silikone.

Ist Mizellen-Shampoo und Co. wirklich sicher? 

Mizellen stehen häufig unter Generalverdacht. Die kleinsten Teilchen sollen unsere Haut so porentief von allem Überflüssigem befreien, dass die Hautbarriere angeblich durchlässiger wird. Das soll auch für unsere Kopfhaut gelten. Wenn Produkte Konservierungs- oder Duftstoffe enthalten, werden diese leichter und tiefer in die Haut eingeschleust. Dieser Technologie bedienen sich bereits modernste Schmerzmittel, die ihre Wirkstoffe via Mizellen durch die Hautstruktur transportieren. Ein weiterer Kritikpunkt sei: Die Haut soll einen Teil ihrer Schutzfunktion gegenüber Umwelteinflüssen einbüßen. Doch was sagt die Expertin dazu? Laut Dr. Tabea Wiedenhöft gelten Mizellenwasser als sichere Produkte. Sie seien effektiv und sanft zugleich, jedoch sollte unbedingt die Anwendungshinweise auf dem Kosmetikprodukt beachtet werden.

ibo / saro Brigitte

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