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No Poo So funktioniert die Haarpflege ohne Shampoo

No Poo: Frau im Lavendelfeld
© Dean Drobot / Shutterstock
Der Begriff "No Poo" begegnet uns immer häufiger. Doch was hat es mit der Methode auf sich und wie soll die Haarpflege ohne Shampoo gelingen? Alles Wichtige erfahrt ihr hier!

Was bedeutet "No Poo"?

  • No Poo fasst eine Bewegung zusammen, die komplett auf (künstliches) Shampoo für die Haare verzichtet.
  • Es handelt sich hierbei um eine Abkürzung der Wörter "No Shampoo".
  • Bereits 2014 kam der Trend auf, die Haare nicht mehr mit Shampoo zu waschen. Seitdem hat sich die Bezeichnung in der Bloggerwelt etabliert.
  • Anstelle von Shampoo werden zum Waschen der Haare entweder reine Naturprodukte oder nur reines Wasser verwendet. Einige Verfechter von No Poo waschen ihre Haare gar nicht, sondern lassen sie ausfetten, sodass sich die Kopfhaut selbst reguliert.

No Poo: Die Vorteile

Mit dem Verzicht auf Shampoo vermeidest du künstliche Inhaltsstoffe, die schädlich für die Kopfhaut und die Haare sein können. Shampoos enthalten in den meisten Fällen Silikone, Parfüm und synthetische Tenside, die zum Beispiel den pH-Wert der Kopfhaut negativ beeinflussen und das sensible Gleichgewicht der Kopfhaut stören könnten. Dazu wird laut Meinung der No-Poo-ler das Sebum (Talg) weggespült, was die Haare schneller nachfetten lasse. Ein Teufelskreis kann die Folge sein: Je häufiger die Haare gewaschen werden, desto schneller fetten sie nach. Wer mit rein natürlichen Stoffen seine Haare wäscht, soll den Kreislauf durchbrechen können, sodass sich die Talgproduktion wieder selber reguliert und die Haare erst gar nicht mehr so stark fetten. Die No-Poo-Bewegung verspricht sich daher gesundes, gepflegtes und kaum fettendes Haar. Außerdem wird durch No Poo versucht, mit der Zeit die Häufigkeit der Haarwäschen pro Woche zu reduzieren. Wenn die Haare nicht mehr so stark fetten, brauchen sie nicht mehr so häufig gewaschen werden, was Aufwand und Zeit für die Haarpflege reduziert, so der Ansatz. Dazukommend wird nicht nur den Haaren und der Kopfhaut etwas Gutes getan, sondern auch der Umwelt: Ohne die stetige Verwendung von Shampoo vermeidet man die Produktion von Plastiktuben und synthetischen Stoffen! Und nicht zuletzt schont No Poo auch den Geldbeutel, denn die Alternativen sind meistens schon für wenig Geld erhältlich. 

No Poo: Die Nachteile

Wer ein Leben lang Shampoo verwendet hat, wird sich bei No Poo vorerst eine Zeit lang daran gewöhnen müssen, dass es (je nach Produkt) nur noch wenig bis gar nicht mehr beim Haarewaschen schäumt. In diesem Zusammenhang muss gesagt werden, dass die Haare aber auch ohne Schaum sauber werden und unsere Vorstellung von "Schaum macht sauber" revidiert werden muss.

Die Haare und die Kopfhaut sollen eine Weile brauchen, bis die Umstellung weg vom Shampoo und hin zur Alternative gelungen ist und sich die Talgproduktion wieder natürlich regelt. Bis dahin heißt es vorerst einmal: Tee trinken und abwarten! 

No Poo: Welche Alternativen gibt es?

Anstelle von Shampoo können verschiedene natürliche Stoffe einzeln oder auch als Mischung zur Haarwäsche genutzt werden. Die bekanntesten stellen wir dir hier vor. Allerdings solltest du deine Haare dabei sehr genau beobachten: Denn jedes Haar und jede Kopfhaut reagieren anders!

  • Haarseife: Bei Haarseifen sieht man sich mittlerweile in Drogeriemärkten einer großen Produktpalette gegenüber. Wichtig ist, auf rein natürliche Inhaltsstoffe in BIO-Qualität sowie PH-Neutralität zu achten. Dazu sollte es sich um zertifizierte Naturkosmetik handeln und die Seife frei von Silikonen sein. Eine Haarseife bildet sogar etwas Schaum im Haar, womit das Haarewaschen mit Haarseife ähnlich der Wäsche mit Shampoo wird.
  • Heilerde: Das Pulver ist in Drogeriemärkten und Apotheken erhältlich und kann mit Wasser zu einer Paste angerührt werden. Schmutz und Fett werden dank der Paste entfernt, während die Talgproduktion ausgeglichen wird. Heilerde ist in verschiedenen Farben mit je eigenen Eigenschaften erhältlich. Gerade grüne Heilerde bietet sich als Einstiegsmöglichkeit an, da sie einen hohen Mineralstoffgehalt besitzt. 
  • Roggenmehl: Bei dieser Methode werden 4 bis 5 Esslöffel sehr fein (!) gemahlenes Roggenmehl (besonders gut ist Vollkorn-Roggenmehl geeignet) mit Wasser vermischt. Da reines Roggenmehl kein Gluten beinhaltet, entsteht auch kein Teig! Anschließend wird die Masse im Haar verteilt und danach gründlich ausgespült. Tipp: Du kannst unter das Roggenmehl Kaffee mischen. Dieser bindet Gerüche und sorgt mit seinem enthaltenen Koffein dafür, dass die Durchblutung der Haarwurzeln gefördert wird.
  • Lavaerde: Bei Lavaerde handelt es sich um Tonerde, die in Kombination mit Wasser aufquillt. Für mittellanges Haar werden drei Esslöffel der Lavaerde mit 6 Esslöffeln kochendem Wasser vermengt. Sobald die Masse etwas abgekühlt ist, wird sie auf das Haar gegeben. Auch hierbei werden Fett und Schmutz entfernt, ohne die natürliche Fettschicht der Haare und der Haut gänzlich zu entfetten.

Hinweis: Wer Angst hat, dass seine Haare mit der No-Poo-Methode nicht genug Pflege bekommen, kann auch hier zu natürlichen Pflegemitteln greifen. Hier erfährst du, wie du aus rein natürlichen Produkten eine Haarspülung selber machen kannst.

Achtung: Menschen mit Hautkrankheiten oder Ekzemen sollten nicht unbedingt No Poo anwenden. Besprich dich hier zuerst mit deinem Hautarzt.

No-Poo-Methode in seiner radikalsten Form

Wer den radikalen Weg gehen möchte, verzichtet gänzlich auf Produkte beim Haarewaschen oder gar auf Wasser an sich. Allein durch das Bürsten der Haare soll der Talg gut verteilt werden, wodurch der natürliche Schutz der Haare bis in die Haarspitzen gelangt und so gleichzeitig zur Haarpflege wird. Tägliches langes Bürsten ist hierbei Pflicht! Eine qualitativ hochwertige Bürste aus Holz mit Naturfasern oder Wildschweinborsten (alternativ ein Kamm) gewährleistet, dass der Talg gut im Haar verteilt wird. Aber Achtung: Kamm oder Bürste müssen regelmäßig gereinigt werden, da sich sonst Pilze oder Mikroorganismen ansammeln können. Apfelessig kann dazu in die Längen der Haare gegeben werden und hilft, die Haare gesund zu halten und zu desinfizieren. 

Bei dieser radikalen Form ist ebenfalls ein langer Atem notwendig, da das Weglassen der Haarwäsche für viele erst einmal sehr ungewohnt ist und die Haare und Kopfhaut unter Umständen sogar einige Monate brauchen können, bis sich das Gleichgewicht wieder eingependelt hat. Durchhalten soll sich aber lohnen, da die Haare anschließend gesünder, kräftiger und glänzender sein sollen.

Auf der Suche nach weiteren Tipps und Tricks rund um die Haare? Hier erklären wir, wie du eine Haarkur selber machen kannst, wie du dunkle Haare aufhellen kannst und wie sich ein Rotstich entfernen lässt.

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