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Öl für die Haare Welche Sorte passt zu dir?

Öl für die Haare: Frau mit langen Haaren hält Ölflasche in der Hand.
© New Africa / Shutterstock
Durch das richtige Öl für die Haare wird der Traum von glänzendem und gesundem Haar endlich wahr. Was du bei der Anwendung beachten solltest und wie du die beste Sorte für dich findest, erklären wir jetzt.

Die Vorteile von Ölen

Aus Stroh wird Seide! Pflanzliche Öle gelten als Geheimtipp für gesunde und glänzende Haare. Sie sollen die ultimative Lösung für kaputte Spitzen, abstehende Härchen, Haarbruch und Spliss sein. Sofort Glanz und Geschmeidigkeit, ganz ohne Chemie: Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein.

Aber was ist das Besondere an pflanzlichen Ölen? Günstig sind die natürlichen Feuchtigkeitsspender jedenfalls nicht unbedingt. Allerdings bringen die Öle drei Vorteile mit sich, durch die sie sich von anderen Pflegeprodukten unterscheiden:

  1. Exzellenter Feuchtigkeitsspeicher. Schon im Biologie-Unterricht haben wir gelernt: Öle vermischen sich nicht mit Wasser. Sie schließen Wassertröpfchen ein. Diese Eigenschaft macht sie zum optimalen Beauty-Booster für unser Haar. Öle verhindern nämlich, dass Wasser auf den Haaren verdunstet. Dadurch ist die Haarfaser den ganzen Tag lang vor einem möglichen Feuchtigkeitsverlust geschützt.
  2. Effektiver Schutz. Durch die enthaltenen Fettsäuren im pflanzlichen Öl wird unser Haar zunehmend widerstandsfähiger. Die Fette legen sich wie ein dünner Film um jede einzelne Haarfaser und halten sie elastisch. Dadurch wird das Abbrechen der Haare verhindert und die empfindlichen Spitzen spalten sich nicht mehr (Tschüss, Spliss!).
  3. Echte Pflegewirkstoffe. Während Filmbildner wie Silikone oder Mineralöle keine Pflegewirkstoffe enthalten, bringen pflanzliche Öle zahlreiche Nährstoffe mit sich. Durch Vitamine und Mineralstoffe wird das Haar regeneriert und gestärkt. Deshalb wirken pflanzliche Öle nicht nur oberflächlich – sie überzeugen auch durch eine echte Tiefenwirkung.

Es gibt also gute Gründe, um die Haare mit pflanzlichen Ölen zu verwöhnen. Aber wir können uns nur über diese Benefits freuen, wenn wir zur richtigen Ölsorte für unseren Haartyp greifen. Sonst sieht das Haar schnell fettig aus. Und das wollen wir natürlich nicht!

Im Folgenden stellen wir dir die beste Wahl für jede Haarbeschaffenheit vor.

Haaröle für feine Haare

Mit einem Durchmesser von etwa 0,04 Millimetern sind feine Haare nur halb so dick wie normale Haare. Dadurch sehen sie schnell platt und leblos aus. Das falsche Öl beschwert die Haarfaser und nimmt den Längen den Schwung.

Aber es gibt gute Nachrichten: Nicht jedes Öl für die Haare wirkt plättend. Wenn du dich für sogenannte trockene Öle entscheidest, bist du am besten beraten.

Diese Ölsorten sind eher dünnflüssig und lassen sich einfach im Haar verteilen. Sie enthalten einen hohen Anteil von ungesättigten Fettsäuren und ziehen daher schnell ein, ohne einen schweren Fettfilm zu hinterlassen. Also genau das, was du als Feinhaarträgerin brauchst!

Ein empfehlenswertes trockenes Öl ist zum Beispiel Arganöl. Es pflegt feines Haar, ohne zu beschweren oder sich pappig anzufühlen. Pluspunkt für alle Duft-Sensibelchen: Arganöl hat einen sehr unaufdringlichen Geruch. Wir erklären hier, wie du Arganöl für Haare richtig anwendest.

Kein Fan von Arganöl? Kein Problem. Zusätzlich kommen noch Traubenkernöl oder Distelöl in Frage, die im Vergleich etwas günstiger sind.

Haaröle für dicke Haare und Naturlocken

Bei dickem Haar oder Naturlocken darfst du ruhig zu reichhaltigen Ölen greifen. Hier eignen sich die sogenannten nicht-trockenen Öle. Durch den höheren Anteil an gesättigten Fettsäuren sind diese Ölsorten dickflüssiger und etwas zäh. Aber keine Sorge, daran gewöhnst du dich schnell.

Der absolute Klassiker unter den nicht-trockenen Ölen ist Olivenöl. Hier solltest du dich am besten für natives Olivenöl entscheiden. Diese Sorte ist nicht hitzebehandelt und enthält die meisten Vitamine und Nährstoffe.

Olivenöl enthält einen enorm hohen Anteil an Vitamin E, einem starken Radikalfänger. Er schützt dein Haar vor schädlichen äußeren Einflüssen, die durch UV-Strahlung, Hitze oder Umweltgifte entstehen können.

Du magst den typischen Olivenöl-Geruch nicht so gerne? Für dein Haar eignet sich sonst auch Macadamia- oder Kokosöl.

Haaröle für normal dicke Haare

Deine Haare sind weder besonders dick noch sehr fein? Bei normalen Haaren sind halb-trockene Öle die beste Wahl. Nicht zu dünnflüssig, nicht zu zäh – diese Ölsorten sind der perfekte Kompromiss.

Zu den halbtrockenen Ölen zählt zum Beispiel Aprikosenkernöl. Dieser enzymreiche Beauty-Booster riecht schön fruchtig und leicht süßlich. Dieses Öl verwöhnt dein Haar durch essentielle Fettsäuren und die enthaltenen B-Vitamine.

Alternativ kannst du dich auch für das leicht nussig-riechende Sesamöl entscheiden, das ebenfalls zu den halb-trockenen Ölen gehört.

Haaröle für fettige Haare

Hilfe, bitte nicht noch mehr Fett! Dieser Gedanken könnte jetzt aufkommen, wenn du unter fettigem Haar leidest. Kaum hast du die Haare gewaschen, fettet der Ansatz schon wieder nach. Das ist zwar völlig unbedenklich, kann aber etwas lästig sein.

Aber auch du musst nicht auf die Vorteile von Öl für die Haare verzichten. Das federleichte Klettenwurzelöl ist ein echter Geheimtipp für schnell fettende Mähnen. Diese Ölsorte ist extrem flüssig und lässt sich dadurch besonders einfach in den Längen verteilen. Es braucht nur ein paar Tropfen, um die Spitzen mit Feuchtigkeit zu versorgen.

Klettenwurzelöl bietet dir aber nicht nur eine gute Pflegewirkung. Es wirkt auch entzündungshemmend und hautberuhigend. Solltest du aktuell gegen eine juckende Kopfhaut oder Schuppen kämpfen, darf das Öl auch gerne in die Haut einmassiert werden. Am besten vor der Haarwäsche. 15 Minuten einwirken lassen und wie gewohnt waschen und pflegen. So werden die Kopfhaut beruhigt, die Längen gepflegt – und wir sind glücklich.

Haaröle für geschädigte Haare

Die Haare brechen ab und du ärgerst dich über kaputte Längen? Im leicht süßlich duftenden Mandelöl steckt ein Wirkstoff, der bei geschädigten Haaren wahre Wunder bewirken kann: Biotin!

Dieses Spurenelement ist ein natürlicher Bestandteil unserer Haare. Führen wir ihn von außen zu, wird die Haarstruktur nachhaltig gekräftigt. Biotin kittet poröse Stellen im Haar und schenkt den Spitzen mehr Stabilität.

Außerdem enthält Mandelöl einfach ungesättigte Fettsäuren, die das Haar vor äußeren Schäden bewahren.

Öl für die Haare: Tipps zur richtigen Anwendung

Du weißt nun, welche Ölsorten am besten zu deinem Haartyp passen. Aber wie wendest du sie richtig an? Grundsätzlich gibt es eine wichtige Regel:

Da jedes pflanzliche Öl Wasser einschließt, solltest du es am besten auf feuchtem Haar auftragen. Dadurch wird das Verdunsten verhindern und die Feuchtigkeit im Haar eingeschlossen – und zwar den ganzen Tag. Dadurch erhält die Haarfaser mehrElastizität und wird widerstandsfähiger.

Öle haben einen großen Vorteil: Der natürliche Rohstoff ist besonders vielseitig. Du kannst sie also auf ganz unterschiedliche Art in deine Haarroutine einbauen. Am besten du probierst einfach aus, welche dieser drei Anwendungsmöglichkeiten am besten zu dir passt:

  • Leave-in Pflege: Verteile ein paar Öltropfen nach der Haarwäsche in den feuchten Längen auf. Achtung, hier braucht es etwas Geschick, um herauszufinden, welche Menge optimal ist. Die Haare sollten gepflegt und glänzend, aber nicht fettig aussehen.
  • Pre-Wash Kur: Feuchte das gesamte Haar an und verteile eine gute Portion deines Lieblings-Öls vom Ansatz bis in die Spitzen. Mindestens 15 Minuten einwirken lassen und mit dem Shampoo herauswaschen. Der Geheimtipp bei extrem glanzlosem Haar!
  • Conditioner oder Haarkur-Zusatz: Peppe deinen aktuellen Conditioner auf, in dem du ein paar Tropfen Öl hinzufügst. Das funktioniert natürlich auch bei Haarkuren. Du verleihst den Haaren dadurch eine Extraportion Pflege.

Geeignete Öle erkennen

Achtung, Öl ist nicht gleich Öl! In vielen angeblichen Haarölen stecken hauptsächlich Silikone und Mineralöle. Diese chemischen Füllstoffe strecken die echten (teuren!) Öle und verschaffen den Herstellern einen Kostenvorteil. Leider wirken diese künstlichen Filmbildner auf Dauer austrocknend, da sie das Haar gegen echte Pflegewirkstoffe abdichten. Nicht nur die Pflege sollte frei von diesen Kunststoffen sein. Entscheide dich am besten auch für ein Shampoo ohne Silikone, damit das Haar silikonfrei bleibt. 

Entscheide dich beim Haaröl für ein reines Öl, um die Längen optimal zu pflegen. Ein gutes Produkt besteht ausschließlich aus echtem Pflanzenöl – zu 100 Prozent. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe genügt bereits. Hier sollte keine Chemiekeule entdecken, sondern nur die Bezeichnung des pflanzlichen Öls. Arganöl erkennst du zum Beispiel am Begriff "Argania Spinosa Kernel Oil".

Mit dem richtigen Haaröl für deinen Haartyp steht gesunden und gepflegten Haaren nichts mehr im Weg!


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