Fett-weg-Diät fürs Haar – 6 Tipps gegen fettige Haare

Ein dauerspeckiger Ansatz kann ziemlich nerven – aber mit unseren sechs smarten Strategien bekommt ihr ihn gut in den Griff.

Viele Frauen kennen das: Nach Feierabend steht eine Verabredung an, bei der man gut aussehen will, und die Haare? Fettig. Schon wieder. Noch schnell nach Hause fahren und waschen? Wird zu knapp ... Kurzfristig hilft Trockenshampoo, doch wer das Problem beim Schopf packen will, braucht eine Pflegeroutine, die eine schnell fettende Kopfhaut langfristig auf Diät setzt. Ohne Jo-Jo-Effekt.

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Ein fettiger Haaransatz kann viele Gründe haben

Aber warum schlägt sich die eine mit speckigen Ansätzen rum und die andere nicht? "Wie die nicht-behaarte Haut ist die Kopfhaut individuell sehr unterschiedlich stark mit Fetten versorgt, was meist genetisch veranlagt ist", sagt Dr. Patricia Ogilvie, dermatologische Beraterin für Head & Shoulders. "Doch auch Umwelt oder Hormonschwankungen können Einfluss auf ihre Gesundheit haben. Und was viele nicht bedenken: Hautpflege endet nicht am Haar ansatz. Die allgemeine Zusammensetzung der Kopfhaut gleicht dem Aufbau der restlichen Haut unseres Körpers. Sie ist daher anfällig für dieselben Probleme und muss genauso regelmäßig gepflegt werden." Klingt einleuchtend, schließlich kann nur eine fitte Kopfhaut gesundes und ausgeglichenes Haarwachstum fördern. Und dafür lässt sich einiges tun.

1. Feinstaub-Abwehr

Welchen Effekt Umwelteinflüsse haben können, zeigt eine neue Studie des Future Science Research Centers in Südkorea. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Partikel wie Feinstaub aus verschmutzter Luft auch in die Poren der Kopfhaut eindringen. Dort bringen sie die Talgproduktion aus dem Lot, wandern zu den Haarwurzeln und können sie so massiv schädigen, dass es im schlimmsten Fall sogar zu Haarausfall kommt. Doch die Beauty-Branche reagiert und entwickelt schützende Spezialzutaten, um die Haut in Balance zu halten. So sollen Produkte mit Açai-Stammzellen-Extrakt freie Radikale neutralisieren und Luftschadstoffe blockieren. "Auch das gründliche Auswaschen von Schmutzpartikeln ist wichtig", sagt Monika Meyer, Leitung Produktentwicklung präparative Kosmetik bei Logocos Naturkosmetik AG. "Dafür gibt es immer mehr Wirkstoffe, die das erleichtern." Dazu gehören die in der Gesichtspflege so beliebten Mizellen: "Das sind in Wasser gelöste Lipide, die aufgrund ihrer Polarität ein wasser- und ein fettbevorzugendes Ende haben, mit denen sie jeglichen Schmutz quasi magnetisch anziehen", sagt Dermatologin Dr. Ogilvie.

Doppelt hält besser

Eingesetzt werden Mizellen auch in sogenannten Pre-Shampoos: "Studien zeigen, dass ein Drittel aller Frauen ihr Haar für eine bessere Reinigung zweimal hintereinander mit einem normalen Shampoo waschen", so Patricia Ogilvie. "Um gleich die erste Reinigung zu optimieren, ist ein Pre-Shampoo hilfreich. Es befreit von Schmutzpartikeln und bereitet die Kopfhaut zudem auf die anschließende Pflege vor, wodurch die Inhaltsstoffe noch besser aufgenommen werden können."

2. Spezialreinigung

Überhaupt könne das richtige Shampoo Wunder gegen überschüssiges Fett wirken, sagt Naturkosmetik-Profi Monika Meyer: "Es sollte immer passend zur Haarbeschaffenheit gewählt werden. Achten Sie im Fall von schnell fettenden Haaren darauf, dass nur milde Tenside enthalten sind und auf Silikone verzichtet wurde." Solche Softies sind etwa waschaktive Substanzen auf pflanzlicher Basis; sie schonen die schützende Hautbarriere. Herkömmliche Tenside dagegen lassen die Zellen oft aufquellen, wodurch sie ihre Lipide verlieren und durchlässiger für Schadstoffe werden. "Wirkstoffe wie Inulin, Arginin, Betain und Sodium PCA unterstützen zusätzlich die Bedürfnisse der Kopfhaut", so Monika Meyer.

3. Mikrobiom-Futter

Seit einigen Jahren wird erforscht, welche Rolle die Mikroorganismen, all die Pilze, Bakterien und anderen Winzlinge, die unsere Haut besiedeln, für deren Gesundheit spielen. In der Haarpflegewelt noch relativ neu ist allerdings die Erkenntnis, dass ein ausgeglichenes Mikrobiom das Nachfetten positiv beeinflussen kann. Deshalb werden Pro- und Prebiotika zunehmend in Produkten eingesetzt (z. B. "Prebiotic Scalp and Hair Serum" von Gallinée", z. B. über www.flaconi.de).

Ebenfalls einen guten Job machen kann Nahrungsergänzung. So sollen Pillen mit Kopfhaut ausgleichenden Wirkstoffen wie Vitamin A, Grüntee-Extrakt und Niacin die Talgproduktion reduzieren (z. B. "Oily Scalp Supplement" von Ouai, über www.niche-beauty.com). Bis sich Ergebnisse zeigen, kann es allerdings rund drei Monate dauern. Übrigens gelten auch Haferflocken als Haar-Food: Ihr Zink ist an der Bildung von Keratin und Kollagen beteiligt, trägt also dazu bei, das Haar zu stärken und fest zu verankern, während es die Talgentwicklung normalisieren kann. Avocado wiederum punktet mit Fitmachern wie ungesättigten Fettsäuren, Biotin, Mineralstoffen ...

Pflege an die unterschiedlichen Haarbedürfnisse anpassen

4. Beruhigungsmittel

Wenn die Kopfhaut schnell fettet und obendrein bei jeder Gelegenheit zickt und zetert, helfen Produkte, die den natürlichen pH-Wert wieder herstellen. Gerät der nämlich aus dem Gleichgewicht, schwächelt auch der Säureschutzmantel. Bedeutet: Feuchtigkeit entweicht, Irritationen sind vorprogrammiert. Wirkstoffe wie Echinacea-Wurzel-Extrakt oder grüne Minze wirken zusätzlich entzündungshemmend. Auch eine Maske oder Kur für die Kopfhaut, zum Beispiel mit Meerestang, lindert Beschwerden und kann ein bis zwei Mal die Woche verwendet werden. "Bei anhaltenden Symptomen wie Juckreiz sollte man beim Dermatologen der Ursache auf den Grund gehen. Auch Allergien oder Kopfhauterkrankungen könnten möglich sein", so Dr. Patricia Ogilvie.

5. Pflegestufen

Der Ansatz ist fettig, aber die Spitzen sind trocken? In diesem Fall brauchen Sie für Haarlängen und Kopfhaut unterschiedliche Pflegekräfte. "Kuren für trockenes und strapaziertes Haar nur in den Längen und Spitzen verteilen, den Ansatz dabei unbedingt auslassen", rät die Naturkosmetik-Expertin Monika Meyer. "Lavaerde wäre die richtige Kur für die Kopfhaut." Öle und Spitzenfluids spenden den Längen Feuchtigkeit und nähren. Ganz individuell an Ihre Bedürfnisse anpassen, können Sie Maske, Serum oder Trockenshampoo mithilfe eines digitalen Generators (etwa bei Function of Beauty, functionofbeauty.com).

Für die schnelle Lösung

6. Bad-Hair-Day-Tricks

Bis Sie am Ziel Ihrer fettfreien Träume sind, können Sie auch stylingtechnisch kreativ werden. Gute Inspiration von den Laufstegen: der Wet-Look. Dafür die Haare anfeuchten, Gel einkämmen, zum Pferdeschwanz zusammennehmen und trocken föhnen; für offene Looks Haaröl verwenden. Auch die zurzeit wieder angesagten Haarbänder sind ziemlich praktisch – ein fettiger Ansatz kann sich darunter ganz einfach verstecken.

Wer einen Quick-Fix möchte, greift zu Trockenshampoo: über Kopf auftragen, kurz einwirken lassen und anschließend gut ausbürsten. Trockenshampoo-Sheets  sind unterwegs Gold wert: langsam damit über die Haare fahren – die Tücher machen die Arbeit dann von ganz allein. Und mit einem Kopfhautpeeling befreien Sie Ihren Ansatz bei der nächsten Wäsche von allen hartnäckigen Produktresten.

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BRIGITTE 03/2020

Wer hier schreibt:

Franziska Frank
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