Haut in den Wechseljahren – was braucht sie?

Viele Frauen spazieren ohne Beschwerden durch die Wechseljahre. Andere kämpfen mit Hitzeattacken und Stimmungsschwankungen. Wir haben Ärztinnen und Therapeuten gefragt, was ihnen jenseits der üblichen Symptome an Frauen ab 40 auffällt. 

Viele meiner Patientinnen sind überrascht, dass sie plötzlich ihre geliebte Pflegecreme nicht mehr vertragen. Wenn sie sagen: Dabei benutze ich die doch schon seit Jahren!, antworte ich: Genau das ist das Problem. Ein Produkt für eine 30-Jährige genügt oft nicht mehr den Ansprüchen einer zehn, 15 Jahre reiferen Haut. Dafür ist der Einfluss des sinkenden Östrogenspiegels auf die Elastizität und den Feuchtigkeitshaushalt zu groß. Das sehe ich auch an Trockenheitsekzemen, unter denen vor allem Frauen jenseits der 40 leiden. Diese Ausschläge treten besonders häufig am Rücken und an den Beinen auf, schuppen und jucken teilweise stark.

Wir brauchen mehr Fett

Auch hier sollte dann auf rückfettende Duschbäder und Lotionen umgestellt und die Körperpflege ganz allgemein infrage gestellt werden: Bin ich wirklich so schmutzig, dass ich täglich, vielleicht sogar morgens und abends, duschen muss? Große Mengen Duschgel sind ebenfalls über­flüssig, es genügt eine walnussgroße ­Portion für die Achseln und den Intimbereich. Die Wärme des Wassers bitte maximal auf Körpertemperatur begrenzen, sonst entfetten wir un­sere Haut wie einen Teller im heißen Spülwasser.

White Eyeliner Tutorial: Frau mit weißem Eyeliner

Selbst bei den Fingernägeln spüren wir übrigens die körperlichen Veränderungen. Wollen wir sie mit der Schere schneiden, brechen sie oft ab, bevor wir noch das Ende des Bogens erreichen. Das liegt an der Struktur der Nagelsubstanz, die aus Keratin, also Horn, besteht. Die ehemals stark verbundenen Lamellen werden durch die Trockenheit brüchiger und ein bisschen wie Blätterteig. Wer seine Nägel mindestens einmal pro Woche, besser häufiger, in Olivenöl taucht, kann dem entgegenwirken. Auch nagelhärtende Lacke verkitten die Oberfläche, sofern man sie regelmäßig aufpinselt.

Aufgepasst bei Kuhmilch!

Was mir außerdem auffällt: Gerade ältere Frauen kommen wieder mit Hautunreinheiten zu mir in die Praxis. Nicht mit Mitessern wie früher, sondern mit Pickeln. Wir sprechen dann von Spätakne oder Akne tarda. Auch hier liegt der Grund in der ­Hormonumstellung, aber zudem an Kuhmilch – nicht wie lange gedacht am Zucker. Besonders auf fettarme Milch reagieren viele Menschen mit Hautproblemen. Eine Krux, weil heute gern Eiweißshakes zur Gewichtsreduktion und zum Muskelaufbau getrunken werden. Eine Pflanzenmilch kann dann eine gute Alternative sein.

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BRIGITTE WOMAN 03/2020

Wer hier schreibt:

Stephanie Arndt
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