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Adaptogene: Neue Freunde aus der Natur

Adaptogene: Adaptogene
© Eskymaks / Shutterstock
Ginseng, Reishi, Taigawurzel ... Sie alle haben den Sprung von der Alternativmedizin in die moderne Kosmetik geschafft. Und das hat mit den sogenannten Adaptogenen zu tun.

Die Gewächse, über die in der Beauty-Welt gerade so viel geredet wird, versprechen einiges: einen ebenmäßigen Teint, weniger Fältchen, stärkere Durchblutung, Glow ... Als verantwortlich für diese Effekte gelten Adaptogene – weshalb die seit Neuestem in einer Reihe von Cremes, Reinigern, Masken, Cleansern oder auch in hautverbessernden Nahrungsergänzungsmitteln die Hauptrolle spielen.

Balance und Gleichgewicht - Das können Adaptogene

Adapto ... was? "Adaptogene sind Wirkstoffe aus Pflanzen, Pilzen oder auch Substanzen tierischen Ursprungs mit außerordentlichen Heilwirkungen", erklärt Natalia Leutnant, Diplom-Biologin, Heilpflanzen-Expertin und Autorin des Buches "Ginseng, Taigawurzel, Rosenwurz. Adaptogene – Wunderheilpflanzen für die heutige Zeit". Die Bodenschätze kommen vor allem aus Asien: "Die Taigawurzel beispielsweise hat ihren Ursprung in Russland, Ginseng stammt meist aus Gebirgs- und Waldregionen im nördlichen Korea, Sibirien und China. Die Adaptogene, die man in ihnen findet, sind chemische Verbindungen, die den Körper in eine Balance zurückführen und im organischen Gleichgewicht halten."

Man kann sich Adaptogene also fast wie eine gute Freundin vorstellen. Jemanden, der dich runterholt, wenn du überdreht bist, oder anfeuert, wenn du dich lethargisch fühlst. Um die Haut davon profitieren zu lassen, kannst du die Wirkstoffe äußerlich anwenden, schlucken – oder beides kombinieren. Bleibt die Frage: Wie genau machen adaptogene Pflanzen das eigentlich? Antwort: auf zwei verschiedene Arten.

In Cremes spielen sie ihre sekundären Pflanzenstoffe wie Polyphenole, Flavonoide, Terpene oder Beta-Glucane aus, die das Hautbild beeinflussen können. Nimmt man sie in Form von Nahrungsergänzungsmitteln, als Kapseln, Pulver oder auch Tees zu sich, wirken Adaptogene auf unser Nervensystem, blockieren oder aktivieren es. "Jedes Adaptogen wirkt anders", sagt Dr. David Hauck, Diplom-Ingenieur der Pharmazeutischen Chemie. "Eines mildert Entzündungen, ein anderes regt den Zellmetabolismus des ganzen Körpers und das Immunsystem der Haut an." Die Folge: Sie kann sich besser gegen freie Radikale schützen, die sonst dem Teint zusetzen würden. "Adaptogene haben extrem gute Anti-Aging-Eigenschaften", ergänzt Natalia Leutnant. "Sie verhindern oder verzögern das Eintreten vieler Wirkungen des Alterns und wirken verjüngend auf gestresste Organe wie die Haut.

Tipp: Nimm Adaptogene kurativ und nicht permanent ein, etwa einen Monat lang oder bis die Packung leer ist. Und Cremes? Involviere ein Adaptogen-Produkt in deine Routine und schaue, wie bei jeder neuen Pflege, wie du damit klarkommst, und vor allem, ob du es gut verträgst.

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Du wünschst dir weniger Irritationen und Rötungen?

Aufgrund seines beruhigenden Effekts hilft Ginseng in Kosmetikprodukten dabei, Hautprobleme wie Rötungen, Juckreiz, Neurodermitis und Sonnenbrandschäden zu lindern. Speziell die tibetanischen Ginsengwurzeln stärken die Hautbarriere. Auch die tägliche Einnahme von Ashwagandha (Schlafbeere, Winterkirsche), das seit Jahrtausenden im Ayurveda eingesetzt wird, bekämpft Entzündungsursachen. Wie? Indem die T-Zellen-Produktion bei gesunden Erwachsenen erhöht wird.

Du wünschst dir mehr Straffheit und Glätte?

Wer Schisandra-Saft trinkt, dessen Haut wird zart und fest wie ein Rosenblütenblatt, besagt eine chinesische Weisheit; den Saft kannst du etwa über JANZ-SCHISANDRA bestellen. Dr. David Hauck bestätigt:"Schisandra, Maca und Ginseng haben eingenommen eine starke antioxidative Wirkung, wodurch freie Radikale abgewehrt werden." Und die sind verantwortlich für den Abbau unseres Kollagenstützgewebes.

Du wünschst dir mehr Durchblutung und Glow?

Wer einen leuchtenden Teint möchte, braucht Stoffe, die revitalisieren. Natalia Leutnant erklärt: "Salben mit Rosenwurz erwärmen die Haut, schützen vor Frost und lassen sie strahlen. Als Intake empfehle ich Taigawurzelpräparate – sie werden zur Abschwächung von Umweltstress verwendet. Auch der toxische Einfluss bestimmter Stoffe wie Alkohol auf die Haut kann durch die Taigawurzel reduziert werden."

Du wünschst dir ein klareres Hautbild und weniger Pickel?

Dann sind Knollen und Pilze zumindest einen Versuch wert. Rosenwurz etwa wirkt innerlich angewendet antiviral. In Sachen Kosmetik empfiehlt Dr. David Hauck adaptogene Pilze wie den Reishi (Glänzender Lackporling): "Er enthält Beta-Glucane, die ideal sind bei unreiner Haut. Das Immunsystem wird durch die Anwendung hochgefahren, was zur Folge hat, dass das Aknepropolis-Bakterium zurückgedrängt wird und sich schlechter ansiedeln kann."


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