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Anti-Aging-Kosmetik: Zellschutz für die Haut

Anti-Aging-Kosmetik: Frau mit Pipette in der Hand
© LStockStudio / Shutterstock
Die sogenannten Lebensbausteine stehen schon länger im Fokus der Anti-Aging-Kosmetik. Neue Forschungen lassen die Produkte immer ausgereifter werden.

Als Ursprung aller Körperzellen haben sie ganz besondere Fähigkeiten: Stammzellen können sich im Unterschied zu ihren Kolleginnen nämlich nicht nur in ganz unterschiedliches Gewebe entwickeln, sondern nahezu unendlich teilen und so kaputte oder alte Zellen ersetzen. Beides Fähigkeiten, die sie für die Forschung interessant machen, etwa um Krankheiten zu heilen – aber auch für die Beautyindustrie, um das Altern der Haut zu stoppen. Oder zumindest zu verlangsamen.

Stammzellen pushen, damit sie möglichst lange fit bleiben 

Wie das funktionieren soll? Nun, einer der gängigsten Ansätze war bisher, die Anzahl der Stammzellen im Teint zu erhöhen. Zum Beispiel durch Injektionen. Die werden in auf Ästhetik spezialisierten Praxen den Patient*innen zuerst aus den Blutgefäßen des körpereigenen Fettgewebes (etwa am Bauch) entnommen, denn dort kommen sie besonders häufig vor. Anschließend werden sie in müde gewordenen Hautpartien im Gesicht gespritzt. Dort sollen sie die Kollagenproduktion ankurbeln und so für mehr Festigkeit sorgen. Weniger invasiv: Cremes oder Seren, die pflanzliche Stammzellen enthalten, etwa vom "Uttwiler Spätlauber", einer besonders langlebigen Apfelsorte.

Inzwischen gibt es aber in der Kosmetik einen weiteren Ansatz: Die Stammzellen nicht zu vermehren, sondern sie mithilfe eines möglichst guten Umfelds so zu pushen, dass sie möglichst lange fit bleiben. Nach diesem Ansatz entwickelte der Stammzellenmediziner Professor Augustinus Bader eine Pflegeserie mit Aminosäuren, Vitaminen und hautidentischen Molekülen, welche die Stammzellen anregen und so Fältchen glätten und Altersflecken mindern sollen.

Dior, beziehungsweise der dahinter stehende Luxuskonzern LVMH, hat dazu jetzt Grundlagenforschung betrieben und die Ergebnisse in die neue "Capture Totale Cell Energy"-Linie einfließen lassen. Die Forschungsabteilung von LVMH beschäftigt sich schon seit Jahren mit Stammzellen und hat sich für ihr neues Projekt mit den Experten des "Zentrums für iPS-Zellforschung und Applikation" (CiRA) der Kyoto Universität zusammengetan. Direktor ist der Nobelpreisträger Shin’ya Yamanaka. Die Wissenschaftler verglichen Stammzellen 20-jähriger Spender mit denen 40-jähriger. "In der Vergangenheit hatten wir uns das Umfeld der Zellen angeguckt, etwa wie sie auf aggressive Einflüsse wie UV-Strahlung reagieren", erklärt Bruno Bavouzet, Vorsitzender der Forschungsabteilung von LVMH. "Jetzt konnten wir tiefer in die Zelle sehen und herausfinden, dass sich durchs Altern nicht wie bisher angenommen, die Zahl der Stammzellen verringert, sondern ihr Energiepotenzial. Und zwar um bis zu 50 Prozent." Die Folge des Verlusts: Die Haut verliert ihre Strahlkraft, ihre Elastizität – kurz, sie altert.

Einwirkung auf Proteine 

Wie sich das beeinflussen lässt? Laut der Forscher von Dior mit einem Wirkstoffkomplex aus vier Blumenextrakten, welchen die hauseigenen Ethnobotaniker unter 1667 floralen Inhaltsstoffen ermittelt haben: aus der Longoza, der Pfingstrose, dem Jasmin sowie der weißen Lilie. "Wir wirken damit nicht direkt auf die Stammzellen ein, sondern auf die Proteine, die wiederum die Aktivität der Zellen beeinflussen", sagt Bavouzet.

Um Stammzellen in tieferen Hautschichten zu erreichen, wurde ein biofermentiertes Lipopeptid integriert. Es verbindet sich mit der Haut und soll so die Aufnahmefähigkeit der Pflege um bis zu 30 Prozent erhöhen – wie ein Personal Trainer also, der dafür sorgt, dass das Fitnessprogramm richtig gemacht wird.

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BRIGITTE 08/2020

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