Augenringe unterspritzen: Tschüss Augenschatten!

Nie wieder Augenringe dank einer Unterspritzung mit Hyaluronsäure? Klingt verlockend! Aber funktioniert das wirklich? BRIGITTE.de hat's getestet!

Hyaluronsäure-Unterspritzung der Tränenfurchen

Zugegeben, ein bisschen neidisch bin ich auf Dornröschen schon. Hätte ich 100 Jahre geschlafen, würde ich auch so frisch und knitterfrei wie Grimms Märchenfigur aussehen. Doch selbst Wochenenden, die ich am liebsten im Bett verbringe, vier Schichten Concealer und eine Extraportion Pflege können die dunklen Schatten unter den Augen einfach nicht mindern. Ob teure Cremes, Cooling Pads oder Massagen – die Augenringe bleiben. Neugierig werde ich beim Thema Hyaluron-Filller-Behandlung. Eine Unterspritzung der Augen mit Hyaluronsäure soll nämlich Augenschatten den Gar ausmachen.

Sie sehen aus wie MItesser – deswegen dürfen Follikel-Filamente nicht ausgedrückt werden

Augenringe entfernen mit Hyaluronsäure: Wie funktioniert das?

Die Unterspritzung der Augenpartie mit Hyaluronsäure ist eine nichtinvasive und wirksame Methode, um Augenringe ohne OP zu verringern. Die Tränenrinne wird durch das injizierte Hyaluron angehoben, was wiederum die dunklen Schatten und Augenränder verringern soll. Zusätzlich können Falten und Tränensäcke reduziert werden – das Gesicht wirkt frischer.

Hyaluron versus Botox

Eine Behandlung mit Hyaluron wird übrigens häufig in Verbindung mit dem Wirkstoff Botox eingesetzt. Beides sorgt für ein glattes, straffes Hautbild. Feine Stirnfalten oder die Nasolabialfalte lassen sich gut mit Hyaluronsäure beim Arzt behandeln. Im Unterschied zum Nervengift Botox (Botulinumtoxin), das die behandelten Areale lahmlegt, bleibt die Beweglichkeit der Gesichtsmuskulatur jedoch erhalten. Hinzu kommt, dass es sich bei Hyaluronsäure um eine körpereigene Substanz handelt. Sie übernimmt die Funktion eines effektiven Feuchtigkeitsspeichers und kann sehr viel Wasser speichern – und zwar bis zu sechs Liter pro Gramm Hyaluron. 

BRIGITTE-Redakteurin Simone Kalus vor der Behandlung (oben) und nach der Hyaluronsäure-Unterspritzung (unten). Die Augenringe erscheinen weniger tief, die dunklen Schatten sind gemindert.

Injektionsbehandlung mit Hyaluronsäure: Was mache ich da bloß?

Augenringe entfernen durch die Unterspritzung mit Hyaluronsäure? Ehrlicherweise habe ich bislang einer solchen Behandlung mit Abneigung und Respekt gegenübergestanden. Ich verspüre Aufklärungsbedarf und mache einen Termin bei Dr. Kleining, plastischer Chirug der Praxis Klinik Pöseldorf in Hamburg. Nach einem ausführlichen Beratungsgespräch stehen mein Entschluss und ein Termin für eine Unterspritzung der Augenringe mit Hyaluron fest.

Bereits eine Woche später betrete ich erneut die Klinik. Langsam steigt die Panik in mir hoch. Ich hab Angst vor der Nadel, die sich in meine Tränenfurche bohren soll und vor möglichen Risiken – keine Frage. Schwitzend klebe ich an dem Behandlungsstuhl fest. Zur Beruhigung tönt Ed Sheraan aus der Musikbox und eine Assistentin streichelt meine Hand. In der anderen Hand knete ich einen Anti-Stress-Ball.

War das schon alles?

Für die Behandlung der Augenringe entscheidet sich Dr. Kleining für zwei Milliliter Hyaluronsäure (Voluma und Volift aus der Juvéderm-Vycross-Serie von Allergan), die er mit einer feinen, aber stumpfen Kanüle in der Tränenrinne platziert. Das hat den Vorteil, dass das Gewebe geschont wird und kaum blaue Flecken entstehen. Der Einstich selbst erfolgt unterhalb der Wangenknochen: Die Tränenfurche wird mit Hyaluron aufgefüllt, die Kanüle wieder herausgezogen, die Einstichstelle kurz gekühlt, fertig! Der Schmerz ist überraschend gering. Auf Wunsch lasse ich mir zuvor eine Betäubungscreme aufgetragen. Zudem enthält das verwendete Hyaluron Lidocain, ein Lokalanästhetikum, das wie eine lokale Betäubung wirkt.

Augenringe unterspritzen: Nebenwirkungen

Bereits unmittelbar nach dem Unterspritzen der Augenringe ist ein erstes Ergebnis sichtbar. Die Hyaluronsäure hebt die Tränenfurche sofort an, wie Spiegel und das Vorher-Nachher-Foto beweisen. Ich bin beeindruckt. Allerdings sehe ich ein bisschen aus, wie nach einem Dschungelabenteuer. Durch die Spritzstellen sind kleine Schwellungen entstanden, die wie Moskitostiche aussehen, sich aber nach wenigen Stunden zurückbilden.

Einzig und allein die Schwellung, die am nächsten Morgen direkt unter meinen Augen prangt, macht mir Sorgen.

"Eine Schwellung ist ganz normal und sollte nach wenigen Tagen abklingen",

erklärt mir Dr. Kleining. Aufgrund der Hyaluronsäureinjektion kann es zu Stauungen des Lymphflusses kommen. Das Gewebe muss sich zunächst an das neue Volumen gewöhnen und mit dem Hyaluron verbinden. Bis die Lymphe wieder ungehindert fließen kann und die Schwellung zurückgeht, dauert es bis zu 14 Tagen. Seine Empfehlung: Regelmäßig kühlen, Ibuprofen 400 einnehmen und Hitze durch Sonneneinstrahlung oder Sauna vermeiden.

Ergebnis der Hyaluronsäure-Injektion: Bye, bye Augenringe!

Ich befolge Dr. Kleinings Anweisungen. Und siehe da: Die Schwellungen und Rötungen sind weg. Nach einer Woche Puffy-Eyes wirke ich ausgeruhter denn je. Die dunklen Augenringe sind einem strahlenden Blick gewichen. Ich benötig kaum Concealer und auch die Haut unter den Augen sieht straffer und praller aus.

Unterspritzung der Tränenrinne mit Hyaluronsäure: Lohnt sich das?

Knapp 850 Euro für eine Unterspritzung der Augenringe mit zwei Milliliter Hyaluron sind ein stolzer Preis. Die Kosten variieren je nach Menge der verwendeten Hyaluronsäure und Praxis. Dafür soll das Ergebnis 12 bis 18 Monate halten. In dieser Zeit wird die Hyaluronsäure vom Körper selbst abgebaut. Ich bin jedenfalls begeistert: Augenringe und kleine Fältchen sind verschwunden, dafür strahlt meine Augenpartie.

Mein Tipp: Wer sich für eine Unterspritzung der Augenringe mit Hyaluronsäure entscheidet, sollte diese nur von einem erfahrenen Arzt durchführen lassen! Ein seriöser Arzt nimmt sich für ein ausführliches Beratungsgespräch genügend Zeit. Und lasst euch nicht von attraktiven Schnäppchen locken!

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