Selbstbewusstsein stärken: Mehr Mut für Mädchen

Viele Mädchen sind mit ihrem Aussehen unzufrieden, wie eine Studie belegt. Die Aktion "Mehr Mut zum Ich" soll ihr Selbstbewusstsein stärken und zeigt Müttern, wie sie ihre Töchter dabei unterstützen können.

Bin ich gut so wie ich bin? Sehr viele Mädchen beantworten diese Frage mit Nein. Laut der globalen Dove Studie "The Real Truth About Beauty" fühlen sich 64 Prozent aller Mädchen im Alter von zehn bis 17 Jahren in ihrer Haut nicht wohl. Sie ziehen sich mit ihren Selbstzweifeln immer mehr zurück, gehen nicht mehr ins Schwimmbad, zum Sport oder auf Partys. Sie haben Angst aufzufallen und nicht akzeptiert zu werden.

Mit der Aktion "Mehr Mut zum Ich" wollen Dove und Rossmann Mädchen helfen, die unter solchen Ängsten leiden. Die Aktion bezieht auch Mütter mit ein und zeigt ihnen, wie sie ihre Töchter bestärken können. Denn die Studie ergab, dass Mütter mit Abstand die wichtigsten Vorbilder für ihre Töchter sind. Christine Poggensee (45) und ihre Tochter Tammy (14) sind die Gesichter dieser Aktion. Ein gemeinsames Fotoshooting hat die beiden noch mehr zusammengeschweißt. In unserem Interview erzählen sie, was sie dazu bewegt hat und berichten von ihren Erfahrungen.

Autorin besiegt Akne

BRIGITTE.de: Wann hat dich der "Mut zum Ich" schon einmal verlassen?

Tammy: Vor ein paar Monaten, als ich mich von meinem Freund getrennt habe. Ich war sehr traurig und habe nicht mehr an mich geglaubt. Aber meine Eltern waren für mich da und auch meine beste Freundin hat zu mir gehalten. Das hat mir sehr geholfen.

BRIGITTE.de: Warum fühlen sich so viele Mädchen nicht wohl in ihrer Haut?

Christine: Es gibt verschiedene Faktoren, die dazu beitragen, dass Mädchen anfangen, an ihrem Äußeren zu zweifeln. Dabei spielen zum Beispiel das persönliche Umfeld und die Medien eine Rolle. Teenager eifern Idolen wie Miley Cyrus nach. Sie geraten unter Druck, auch so auszusehen, um dazuzugehören. Soziale Netzwerke erhöhen den Druck, weil jeder öffentlich zur Schau gestellt wird. So etwas gab es früher nicht.

BRIGITTE.de: Woran merkt man als Mutter, dass die Tochter mit sich unzufrieden ist?

Christine: Meine Tochter ist tatsächlich nicht mehr so selbstbewusst. Früher waren wir ein starkes Team, aber vor ein paar Monaten ist sie "abgedreht". Durch die Trennung vom ersten Freund wurde bei ihr von heute auf morgen ein Schalter umgelegt: Sie kam in eine Clique, in der alle sehr auf das Äußere bedacht sind und hat angefangen, sich mit anderen zu vergleichen. Weil sie wegen ihrer roten Haare gehänselt wurde, hat sie die Haare heimlich schwarz gefärbt. Sie hat auch weniger gegessen, wenn ich nicht aufgepasst habe. Das ist ein Problem, das viele Mädchen betrifft. Bei uns ist diese Phase zum Glück vorbei.

BRIGITTE.de: Das Motto der Aktion ist "Starke Mütter, starke Töchter". Worin wollen Töchter bestärkt werden?

Tammy: Mütter sollten ihre Töchter so akzeptieren, wie sie sind. Auch wenn es nur darum geht, dass sie eine neue Haarfarbe oder Schminke ausprobieren wollen. Sie sollten ihnen Freiräume lassen, um selbst Entscheidungen zu treffen und ihnen mehr vertrauen.

BRIGITTE.de: Wie können Mütter ihre Töchter unterstützen?

Christine: Sie sollten viele Gespräche führen und ihnen klar machen, dass Äußerlichkeiten nicht das Wichtigste sind, sondern vor allem die inneren Werte zählen. Auch kleine Komplimente wie "Du siehst heute sehr hübsch aus!" bauen das Selbstbewusstsein auf. Außerdem sollten Mütter Talente fördern und immer für ihre Töchter da sein. Es ist wichtig, dass sie ihnen ihre Liebe zeigen und immer hinter ihnen stehen - egal was sie machen.

BRIGITTE.de: Was hat das Fotoshooting bei Ihnen bewirkt?

Christine: Das Fotoshooting hat sehr viel Spaß gemacht. Diese gemeinsame Aktion hat uns gestärkt und noch mehr zusammengeschweißt. Auf die tollen Fotos sind wir sehr stolz. Wir wollen damit auch anderen Mut machen - sowohl Töchtern als auch Müttern. Denn ich weiß als alleinerziehende Mutter, wie wichtig der Glaube an sich selbst ist.

BRIGITTE.de: Wer hatte die Idee, an der Aktion teilzunehmen?

Christine: Eine Freundin, die von der Aktion gelesen hatte, hat uns darauf gebracht. Sie meinte, dass wir dafür wie geschaffen sind, weil wir so ein starkes Team sind. Wir haben gemeinsam schon harte Zeiten gemeistert. Tammy und ich haben uns gar nicht so viele Gedanken gemacht und uns dafür entschieden, mitzumachen. Wir wollten einfach gemeinsam etwas erleben.

BRIGITTE.de: Hätten Sie sich als Jugendliche auch so ein Angebot gewünscht?

Christine: Ich hätte mich sehr darüber gefreut, aber damals ist man mit solchen Themen anders umgegangen. Mit meiner Mutter habe ich nicht die Gespräche geführt, die ich mit meiner Tochter führe. Heutzutage ist es leider immer noch so, dass viele Freundinnen meiner Tochter niemanden haben, mit dem sie offen sprechen können.

BRIGITTE.de: Worin sind Sie Ihrer Tochter ein Vorbild?

Christine: Ich bin sehr konsequent in dem, was ich tue. Ich bin zielstrebig und setze das um, was ich mir vornehme. Seit vielen Jahren habe ich einen stabilen Freundeskreis. Ich treibe Sport und tue mir was Gutes, nehme mir Zeit für mich. So versuche ich, auch meiner Tochter ein positives Körperbewusstsein zu vermitteln.

BRIGITTE.de: Stimmst du da als Tochter zu?

Tammy: Meine Mutter ist ehrgeizig und verfolgt ihre Ziele. Sie macht regelmäßig Sport, achtet auf eine gesunde Ernährung. Sie zeigt mir, wie wichtig es ist, auch mal für sich zu sein, Zeit mit Familie und Freunde zu verbringen und füreinander da zu sein.

Text: Isabelle Jahn
Themen in diesem Artikel
Mode- & Beauty-Newsletter

Beauty-Newsletter

Euer wöchentliches Style-Update mit den wichtigsten Modetrends, neuen Frisuren, spannenden Make-up-Looks und Inspirationen!